Der selbstbewusste Chefaufseher hatte den ehemaligen Investmentbanker nach Hamburg geholt - und muss nun eine Fehlentscheidung einräumen.
Für die Altrisiken im noch immer viel zu großen Schiffsgeschäft ist Lerbinger nicht verantwortlich. Aber seine groß angekündigte Offensive im Neugeschäft wurde zum Rohrkrepierer. Die Geschäfte laufen so schlecht, dass die HSH wohl zusätzliche öffentliche Hilfen in Milliardenhöhe benötigt.
Bisher wurden die schützenden Garantien der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein offenbar nicht in Anspruch genommen. Doch nun steigt die Gefahr, dass die Länder mit ihrem unseligen Engagement für das krisengeplagte Institut echtes Steuergeld verbrennen.
Denn von Entwarnung kann keine Rede sein: Die Schifffahrtsmärkte werden sich frühestens 2014 erholen. Und gute Unternehmenskunden in Norddeutschland können ihren Kapitalbedarf auch woanders decken.