13.06.2004 · Der frühere Bundesbankpräsident Welteke sieht offenbar keinen Anlaß, wegen der Hotelkosten-Affäre ein Bußgeld zu zahlen. 50.000 Euro seien zu viel, ließ sein Anwalt wissen.
Der wegen der Hotelkosten-Affäre zurückgetretene frühere Bundesbank-Präsident Ernst Welteke will ein von der Staatsanwaltschaft erwogenes Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro nicht akzeptieren. „Die Vorstellungen der Staatsanwaltschaft liegen bei etwa 50.000 Euro. Ein solcher Betrag ist aber viel zu hoch und kommt deshalb für uns nicht in Betracht", sagte Weltekes Anwalt Rainer Hamm der Zeitung „Welt am Sonntag". Bei der Zahlung des Bußgeldes wolle die Staatsanwaltschaft angeblich auf eine Anklage wegen Vorteilsnahmeverzichten.
Unter Berufung auf Justizkreise heißt es in dem Bericht weiter, das Ausschlagen des Angebots könnte für Welteke Folgen haben, da die Ermittlungen dann auch auf eine Einladung Weltekes von BMW zu einem Formel-1-Rennen in Monaco ausgedehnt werden könnten. Welteke müsse dann mit einem Strafbefehl oder einer Anklage rechnen, womit auch seine Pensionsansprüche in Gefahr gerieten.
Welteke war Silvester 2001 auf Einladung der Dresdner Bank Gast bei einer Euro-Einführungsparty in Berlin. Dabei hatte die Bank Kosten von etwa 7600 Euro für eine mehrtägige Unterbringung von Welteke und Familienmitgliedern im Hotel Adlon übernommen. Nachdem dies Anfang April bekannt geworden war, hatte Welteke die Einladung zunächst verteidigt, von einer Kampagne gesprochen und einen Rücktritt abgelehnt.
Erst als die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hatte, ließ Welteke sein Amt ruhen. Am 16. April trat er dann zurück, nachdem die Bundesregierung wiederholt diesen Schritt indirekt gefordert hatte. Nachfolger Weltekes ist der Wirtschaftsexperte Axel Weber.
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