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Holzpreise : An der Waldgrenze

Die Preisentwicklung bei Energieholz und Heizöl seit 2005 Bild: F.A.Z.

Die Deutschen träumen gerne vom energie-autarken Leben. Mit Kamin und Pelletofen wollen viele unabhängig vom Öl werden. Doch so einfach kann man sich von Gas, Kohle und Kernkraft nicht abkoppeln.

          Das Haus am Waldrand, mit Gärtchen und Kamin, nahe der S-Bahn, gedämmt und krisensicher. Das ist der Traum eines energie-autarken Lebens - beidem nahe, der Natur und der Stadt. Aber das funktioniert nicht für alle. Daran erinnern die aktuellen Zahlen, die von einer Verdopplung der Holzpreise berichten und davon, dass rund um die Städte das Waldholz knapp wird.

          Das ist ein erstes, zartes Signal von Knappheit, und es macht noch nichts, denn der Wald ist tief und darin wächst immer noch mehr, als genutzt wird. Aber die Grenze dürfte bald erreicht sein, da immer noch rund ein Drittel der Deutschen erwägt, mit Kamin oder Pelletöfen unabhängig vom Öl zu werden. Dabei steigt und fällt der Preis des Holzes mit dem des Öls.

          Und auch, wenn jedes Stöcklein der jährlich nachwachsenden Baum-Masse verheizt würde, könnten nicht einmal 5 Prozent des Primärenergiebedarfs gedeckt werden, schätzen Fachleute.

          Zwar ist Waldholz nicht der Stützpfeiler der Energiewende. Aber seine Knappheit kann eine Metapher sein für ein Erwachen aus dem Traum, man könne sich so einfach abkoppeln von Gas, Kohle und Kernkraft, mit warmen Füßen und reiner Seele am lodernden Feuer.

          Jan Grossarth

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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          Quelle: F.A.Z.

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