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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Holzpreise An der Waldgrenze

 ·  Die Deutschen träumen gerne vom energie-autarken Leben. Mit Kamin und Pelletofen wollen viele unabhängig vom Öl werden. Doch so einfach kann man sich von Gas, Kohle und Kernkraft nicht abkoppeln.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)
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Matthias Kühn

Pellet sind 36% günstiger als Öl, sind CO2 neutral und noch lange nicht ausgeschöpft.

Dieser Artikel zeigt nur eines: Pellet ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor und das ist gut so. Das dafür ausgegebene Geld bleibt im Land und geht an keine Diktatoren. Unsere Pellet kommen aus dem Schwarzwald.

Ein Liter Öl enthält 10 kWh und 1kg Pellet enthält 4,8 kWh Energie. Ein Liter Öl kostet 0,85 EUR und ein kg Pellet kosten 0,26 EUR. Somit kosten eine kWh Heizleistung bei Öl 8,5 Cent und bei Pellet 5,4 Cent. D.h. ich spare ein Drittel ((8,5-5,4)/8,5 = 36%) der Heizkosten, weil ich mit Pellet heize.

Aber wieviel Pellet verträgt der Wald und wieviel Energie braucht Deutschland? Der deutsche Wald wächst jedes Jahr um 95 Mio. m3, wovon nur 48 Mio. m3 gefällt werden (Quelle BMELV). Die überschüssigen 47 Mio. m3 Holz entsprechen ca. 120 Mrd. kWh Energie und könnten damit 12 Mrd. Liter Öl ersetzen. Der jährliche Heizölverbrauch in Deutschland liegt bei ca. 21 Mrd. Liter.

D.h. unser jährlicher Überschuss an Waldwachstum könnte 50% unseres Heizöls ersetzen.

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Rainer Egold

Man nehme einen Traum.....

und bastle daraus einen Artikel. Tatsächlich mag es solche Naive geben, die glauben, dass sie mit der Verbrennung von Holz dauerhaft eine billige Heizengerie haben. Aber welcher Tölpel behauptet, Holzverbrennung sei ein Modell für alle? Ich kenne niemanden der dieser Auffassung ist. Weshalb wird dann ein völlig unrealistisches Modell als Grundlage für einen Kommentar genommen? In vielen Häusern von Neubausiedlungen ist Holz nur eine von mehreren Energiequellen. Und wenn schon von Energieverbrauch im Haushalt, in Einfamilienhäusern gesprochen wird, dann weiß doch wohl mittlerweile fast jeder, dass die billigste Energiequelle die ist, die nicht genutzt wird. Häuser lassen sich heute von Passivhäusern angefangen, bis hin zu Energieplushäusern konzipieren - und zwar kostengünstig - dass sie den volkswirtschaftlichen Energiebedarf deutlich reduzieren - ohne Angsterzeugungsmechanismen aufzusitzen und ohne Träumerei - nur mit Wissen. dt. Ingenieurkunst!

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Jörg Tiffert
Jörg Tiffert (Tiffy) - 29.01.2013 15:06 Uhr

Grüner Aktionismus

In Deutschland geht es mittlerweile zu, wie zu Zeiten Mao Tse-tung und seine Kampagne "Großer Sprung nach vorn"!
Nur zur Zeiten Mao`s wurden Parteibücher und Posten vergeben, wenn man sich besonders engagierte.
Heute versucht ein jeder -der beim grünen Aktionismus nicht zurück stehen möchte- dem etwas abzugewinnen und am liebsten Dukaten. ( insbesondere Kommunen mit Waldbesitz )
Es war schon vor ungefähr sechs-sieben Jahren abzusehen,dass das dem Deutschen Wald nur schaden kann. Wenn ein jeder mit seiner Nagelneuen Ketten-säge und Spaltwerkzeug sich in der Forst austobt und dabei, überhaupt nicht mehr die Jahreszeiten beachtet.
Aber wie war es mit Mao`s Kampagnen, sie wurden dann zu Grabe getragen, bis es auch Mao Tse-tung einsah, dass sie Kontraproduktiv sind!

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 29.01.2013 14:36 Uhr

Journalismus im Dienste von Gas, Kohle und Kernkraft

So eindimensional daherkommend zu argumentieren ist schon fast wieder eine Leistung!
Gerade die Vielfalt der Möglichkeiten von Einsparung, intelligenter Verknüpfung der Systemvarianten und Lösung aus der Abhängigkeit der Monopolisten geben heute vielen Haushalten Gelegenheit, "sich von Gas, Kohle und Kernkraft" (sic) abzukoppeln.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 29.01.2013 14:13 Uhr

Von wegen reine Seele ...

... jedes Prozent erneuerbarer Energie im Land verbessert entsprechend die Handelsbilanz.
Und das langfristig. Und (irgendwann) zu günstigen Preisen, wenn die Infrastruktur einmal steht.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.01.2013 16:36 Uhr
Klaus Ermecke

Antworten an Herrn Mock

Herr Mock, allein die Verbrennung von Kohle setzt mit der Asche so viel Uran frei, daß Sie bei Einsatz Schneller Brüter damit die chemisch gewonnene Energie noch einmal nuklear gewinnen könnten. Uran gibt es außerdem auf dem Weltmarkt, und man könnte es vermutlich auch bei islamistischen Regimes kaufen (die Perser verkaufen ja auch Öl).

Ihr Hinweis auf die Kühlung und eventuelle Hochsommerprobleme an Flüssen ist richtig. Allerdings gibt es ja gerade zu dem Zweck das europäische Verbundnetz, daß sich die angeschlossenen Länder gegenseitig aushelfen können. Alternativ könnte man ein Gaskraftwerk anfeuern oder die Kühlung durch Luft verstärken. Das ist eine Frage der Detzailanalyse und der Kosten. Prinzipiell sollten wir uns in Deutschland angewöhnen, nach LÖSUNGEN zu suchen anstatt nach Problemen.

Die VERNÜNFTIGEN Kosten von Abriß und Endlagerung sind gegenüber dem Umsatzpotential eines KKW zu vernachlässigen. Beide werden durch politische Sabotage hochgetrieben.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 29.01.2013 21:47 Uhr

@ Dietmar Fleischhauer

Irgendwann sind die Anlagen abgeschrieben, aber dann, aber dann!

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 29.01.2013 21:46 Uhr

@ Klaus Ermecke

Was Sie da vorschlagen, läuft ja schon als Großversuch seit Jahrzehnten in Frankreich. Jetzt führen die Franzosen Krieg in Mali, um ihren Urannachschub zu sichern. Und natürlich geht das Uran trotzdem in die Handelsbilanz ein und wird in Zukunft auch kaum preiswerter.

Außerdem hat auch die günstige Kernkrafttechnologie so ihre Grenzen in der Praxis. Wenn z.B. in einem heißen Sommer die Rhone zu wenig Wasser führt und die Anlagen dort nicht ausreichend gekühlt werden können in der Hitze, dann muß man runterfahren und Strom aus dem Ausland zukaufen.

Dazu kommen die Risiken einer Monostruktur, die Kosten des Rückbaus und die Endlagerung. Die Asse z.B. hat viel Vertrauen zerstört. Vor ein paar Tagen gab es hier einen Bericht über Sellafield. Auch nicht ermutigend.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Kernenergie (würde allerdings die bisher nicht erfolgreiche Fusionstechnologie vorziehen) aber nur für die Grundlast.

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Klaus Ermecke

Wenn Sie die Handelsbilanz verbessern wollen, ...

... oder noch besser gleich das BIP, dann müssen Sie die Kernkraftwerke wieder anschalten.

Wir erinnern uns kurz an das schwachsinnigste Energieprojekt von allen - DESERTEC, den Gleichstrom von den Wüstensöhnen. Da möchte ein dubioses Konsortium von Firmen und Aktivisten 400 Milliarden Euro in Nordafrika verbauen, um dann mit Hilfe von Solaranlagen Mitteleuropa ein paar Stunden am Tag mit Strom zu versorgen.

Alternativ könnte man mit dem Betrag (bei vernünftig gestrafften Planungs- und Genehmigungsverfahren) 80 Kernkraftwerke bauen, dazu Brennelementewerk, Wiederaufarbeitungsanlage, von mir aus auch noch 5 Endlager und zwei technische Universitäten. Man könnte nicht nur Deutschland mit Strom versorgen, sondern ganz Mitteleuropa und Nordafrike gleich mit. 24 Stunden am Tag, und auch bei Staubsturm über der Sahara oder Winterorkan in Deutschland.

Wir müssen wieder lernen, in Alternativen zu denken - und nicht nur in "Alternativlosigkeit"!

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Dietmar Fleischhauer

"Und (irgendwann) zu günstigen Preisen"

Sankt Nimmerlein läßt schön grüßen.

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Matthias Frank

Merkwürdige Zahlen

1. Ist die Frage ob es sinnvoll ist 3 im Grunde völlig verschiedne Produkte wie Pellets, Scheitholz usw. in einen Graph zu nehmen. Nach den Infos die ich gefunden habe sind Pellets seit 2005 um ca. 40 % im Preis gestiegen, nicht um 80% wie im Graph sugeriert.
2. Scheint für den mal schnell drüber schauenden Holz teurer als Öl, was nicht der Fall ist bezogen auf die kWh. Das kommt natürlich durch den Bezug auf die 100% in 2005.

Natürlich ist jedem einigermassen denken Menschen klar, dass sich Holz nicht von der allgem. Preisentwicklung des Energiemarktes abkoppeln kann und dass natürlich nicht alle Haushalt mit Holz heizen können.

Trotzdem ist auch ein Beitrag von 10% CO2 freier Heizung mit Holz doch ein toller Wert. Pellets sind um einiges billiger als Öl und selbst als Gas und auch die Schwankungen waren in den letzten 10 Jahren viel geringer. Die Kosten sind damit planbarer. Bei Öl weiß man nicht ob man mal nächstes Jahr das doppelte zahlen darf.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.01.2013 13:38 Uhr
Wolfgang Richter

Einspruch

1) Sonst wird immer über den bösen Feinstaub gejammert, der soo gefährlich ist. Nur bei Holz- und Pelletheizungen, die diesen in großen Stil ausstoßen, ist er plötzlich kein Thema mehr. Was also gilt? Sterben für das Klima?
2) Die hohen Holzpreise motivieren zu Abholzen und zu Holz-Plantagenwirtschaft statt nachhaltiger Mischwald-Holzwirtschaft. Zerstören wir jetzt unseren Wald (oder den ärmerer Länder), um die hehren Klimaziele zu erreichen?

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Closed via SSO
klaus keller (klkeller) - 28.01.2013 19:29 Uhr

750.000 Tonnen Holzpellets für RWE aus Georgia, USA

Jährlich werden im Pelletwerk Waycross rund 750.000 Tonnen Holzpellets für den Einsatz in Europa hergestellt und vom Hafen Savannah aus verschifft. In Europa sollen die Pellets in erster Linie in bestehenden Steinkohlekraftwerken von RWE genutzt werden. Durch den Ersatz von Steinkohle durch Biomasse können erhebliche CO2-Einsparungen erzielt werden.

u.a. auch in GB wo RWE eine Kohlekraftwerk umbaute, ob sich das auch ohne Subventionen lohnt? ob die Holzpellets aus dem Wald um die Ecke kommen? Kurzumtriebsplantagen wachsen ggf im Süden schneller als bei uns. Das erinnert doch stark an die Fotovoltaik

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.01.2013 17:24 Uhr
Closed via SSO
klaus keller (klkeller) - 29.01.2013 17:24 Uhr

Ich bin kein CO2-Phobiker.Der CO2-Zertifikatehandel ist aber kein Märchen glaube ich.

Ein Kohlekraftwerk in GB wurde, fast wie im Märchen durch die Pellets profitabel und da noch Wunder geschehen, läuft die Anlage so lange sie nicht gestorben sind, die Subventionen.
RWE ist u.a. Spezialist im verstromen von Biomasse, Braunkohle,Steinkohle und jetzt auch Pellets. Wenn man von russischem und arabischem Öl+Gas unabhängiger werden will ist neue Biomasse nichts schlimmes wenn es sich lohnt auch wenn der Anteil eher klein ist.

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Klaus Ermecke

"können erhebliche CO2-Einsparungen erzielt werden"

Und wozu wollen Sie CO2 einsparen? Weil Sie an die Klimamärchen glauben?

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28.01.2013, 17:40 Uhr

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