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Kommentar : Ewiges Stuttgart 21

Die ehemalige Bundesbahndirektion wird im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 untertunnelt Bild: dpa

Stuttgart 21 sollte ein Symbol für ein modernes Stuttgart werden. Doch nun steht das Bahnprojekt vor allem für schlechtes Management. Was kann man daraus lernen für zukünftige Investitionen?

          Das Bauprojekt Stuttgart 21 ist ein Milliardengrab, obendrein sorgt es in Stuttgart für jahrelanges Verkehrschaos. Schnell voran geht es auch nicht. Der Terminverzug liegt inzwischen bei 24 Monaten. Und das in Schwaben! Ausgerechnet dort wird also an einem Projekt herumgebaut, mit dem sich Deutschland, sehr vergleichbar zum Flughafen in Berlin, im Ausland nach allen Regeln der Kunst blamiert. Wer Stuttgart besucht, der weiß: An der Baustelle brennt auch in der tiefen Nacht eine Art Ewiges Licht. Das sind die Beschleunigungsanstrengungen, von denen in der jüngsten Pressemitteilung der Bahn zum Thema die Rede ist.

          Und nun? Werden Termin und Kostenpläne abermals überprüft. Das Ergebnis wird ernüchternd sein; das Land, das so stolz war, endlich auch einmal Mittel vom Bund für etwas Schönes in Baden-Württemberg zu bekommen, wird vermutlich zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Es wurde zu groß geplant. Man hätte es in dieser Form lassen sollen, so reizvoll die Idee auf viele gewirkt haben mag. Wichtiger ist die Zukunft: Infrastrukturinvestitionen sind und bleiben sinnvoll. Aber bitte nur noch das machen, was sich schnell und effizient umsetzen lässt. Jedes Großprojekt, das sich um Jahre verzögert, ist angesichts des Tempos des technischen Fortschritts gerade im Transportwesen von vorgestern, wenn es irgendwann fertig wird.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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