27.11.2008 · Die deutschen Händler erwarten sehnsüchtig das für sie so wichtige Weihnachtsgeschäft. Trotz schwacher Konjunktur wollen Kaufhäuser, Fachgeschäfte und Versender mehr umsetzen als im vergangenen Jahr. Der Konsum habe gar das Potential, zu einer Stütze der Konjunktur zu werden, glaubt der Branchenverband.
In Deutschland haben sich die Innenstädte für die Adventszeit gerüstet - die rund 400.000 Einzelhändler auch. Für die wichtigste Konsumwochen im Jahr gibt sich die Branche trotz lahmender Konjunktur und anhaltend schlechter Nachrichten aus der Finanzwirtschaft erstaunlich zuversichtlich. Zwar sei es schwieriger denn je, verlässliche Prognosen abzugeben. Doch in den Portemonnaies der Konsumenten sei die Krise noch nicht zu spüren, sagen Branchenexperten. Auch der Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser betont: „Es gibt keine konkreten Anhaltspunkte für ein schlechtes Weihnachtsgeschäft.“
So rechnet der HDE in diesem Jahr für November und Dezember mit einem Umsatz von 74,7 Milliarden Euro. Das wäre sogar ein Prozent mehr als im Vorjahr. Für klingelnde Kassen sprechen auch die jüngsten Konsumdaten. Die Kaufkraft sei wegen der zurückgegangenen Inflation stärker als zur Jahresmitte. Die Einkommen seien gestiegen und die Zahl der Erwerbstätigen sei deutlich höher als im Vorjahr, sagt Sanktjohanser.
Seiner Einschätzung nach habe der Konsum Potential, Stütze der Konjunktur zu werden - sogar ohne Maßnahmen der Bundesregierung. Hilfreich wäre dennoch die Senkung der Einkommenssteuer. Für das Gesamtjahr hält der HDE auch an seiner Prognose von einem nominalen Umsatzplus von 1,5 Prozent fest. Preisbereinigt dürfte dabei aber ein Minus von einem Prozent herausspringen. Eine Vorhersage für 2009 sei schwierig.
Die Verbraucher lassen sich das Fest nicht verderben
Der HDE-Einschätzung für Weihnachten entsprechen auch die jüngsten GfK-Daten, wonach sich das Konsumklima zum Jahresende erfolgreich gegen die Rezessionstendenzen behauptet. Die Konsumenten blickten zwar düster in die Zukunft. Sie ließen sich aber nicht das Weihnachtsfest verderben, sagte jüngst GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Das Weihnachtsgeschäft könnte mindestens das Vorjahresniveau erreichen. Die Geldbeutel der Verbraucher füllten sich derzeit, weil die Preise für Heizöl und Benzin sinken. Im November fiel die Inflationsrate auf 1,4 Prozent, im Oktober hatte sie noch bei 2,4 Prozent gelegen. Positiv wirkten sich auch die Tarifabschlüsse in der Metall-und Elektroindustrie aus. Ebenfalls zu guter Stimmung trägt die erneut zurückgegangene Arbeitslosenquote bei.
„Sinkende Benzinpreise erwecken mehr Aufmerksamkeit als die Krise auf den Finanzmärkten“, sagt Jürgen Dax vom Textileinzelhandelsverband. Im November hätten die Textilhändler zwar bislang ein einstelliges Umsatzminus eingefahren. Dennoch sieht sich die Branche noch „auf Kurs“. Wichtig sei für den Absatz warmer Wintermäntel und Pullover kaltes Winterwetter.
Auch der Handelskonzern Metro (Kaufhof, Media-Markt, Saturn) erwartet ein „normales“ Weihnachtsgeschäft: Es werde zwar nicht phantastisch, aber auch nicht katastrophal. Obwohl die Kunden vor größeren Anschaffungen genau überlegten, sei das Geschäft bei den Elektronikmärkten der Gruppe zuletzt sogar weiter gewachsen. Arcandor spricht von einem derzeit soliden Weihnachtsgeschäft. Weder bei der Warenhaustochter Karstadt noch bei der Versandhaustochter Quelle sei eine Rezession zu spüren.
Computer und Unterhaltungselektronik weit oben auf den Wunschlisten
Die Hersteller von Computer- und Videospielen rechnen mit einer Fortsetzung der insgesamt sehr positiven Marktentwicklung. Nach Angaben des Hightech-Verbands Bitkom wollen 40 Prozent der Deutschen vor Weihnachten Elektronikprodukte wie Computer, Software und Unterhaltungselektronik kaufen. Die Weihnachtseinkäufer profitierten davon, dass die Preise für Elektronikgeräte im vergangenen Jahr noch einmal kräftig gesunken sind.
Für die Weihnachtsgeschenke ihrer Kinder wollen die Deutschen zwar etwas weniger (22 Euro) ausgeben als im vergangenen Jahr - im Schnitt werden es laut einer Umfrage aber immerhin noch 306 Euro sein. Für die über Zwölfjährigen würden durchschnittlich gar 391 Euro für Geschenke hingeblättert, geht aus einer Erhebung für den Online-Spielwarenhändler Mytoys hervor. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Kindern auch in Zeiten einer problematischen Wirtschaftslage zuletzt gespart wird“, sagt Mytoys-Geschäftsführer Oliver Lederle.
Generell ist das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit. Die Händler von Spielwaren, Uhren, Schmuck, Elektronik sowie Büchern und Schreibwaren erzielen hier etwa ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Viele Geschäfte machen ihren gesamten Jahresgewinn in dieser Zeit.
Warum denn auf den Weihnachtsmann?
Oliver Langen (Acer99)
- 27.11.2008, 15:58 Uhr
Seit wie vielen Jahren
Michael Arndt (Mikel1962)
- 27.11.2008, 21:37 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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| Rohöl Brent Crude | 107,08 $ | −0,17% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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