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Höchstens 10,70 Euro für Maß? : Streit um Bierpreis-Obergrenze für die Wiesn eskaliert

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, links auf dem Foto) und sein Stellvertreter Josef Schmid (CSU) stoßen auf dem Oktoberfest 2014 an. Bild: dpa

Als „Machtdiktat“ bezeichnen die Oktoberfest-Wirte die Pläne einer Preisgrenze für die Maß. Münchens Oberbürgermeister hat genug und nennt den Streit „unwürdig“.

          In den Streit um den Bierpreis auf dem Oktoberfest greift jetzt erstmals Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ein. Sein Stellvertreter Josef Schmid (CSU) war im Februar überraschend mit dem Plan vorgeprescht, zum ersten Mal seit Jahren den Bierpreis auf dem Oktoberfest zu deckeln. Nach seinen Plänen soll die Maß bis einschließlich 2019 höchstens 10,70 Euro kosten dürfen.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der CSU-Politiker fürchtet, die Wirte könnten die gestiegene Pacht für ihre Bierzelte auf die Verbraucher umlegen. Denn nach den Plänen sollen die Wirte künftig eine deutlich höhere Pacht bezahlen, um die gestiegenen Kosten für die Organisation des Festes mit ihren Sicherheitsvorkehrungen gegen die Terrorgefahr zu übernehmen – von rund 5 Millionen Euro Mehrkosten ist die Rede.

          Die bisherige Standgebühr für die Bierzelte, die sich an der Quadratmeterzahl orientiert, will Schmid durch eine Umsatzpacht ersetzen. Als kleiner Ausgleich soll das Fest um einen Tag verlängert werden. Die Wirte protestieren lautstark gegen die Pläne und werfen Schmid Populismus vor. Wirtesprecher Toni Roiderer warnte vor einem „Machtdiktat“. Der Streit wird vor allem über die Münchener Boulevardmedien ausgetragen.

          Bild: FAZ.NET / Statista - Lizenz: CC BY-N

          Münchens Oberbürgermeister Reiter, der von den Plänen überrumpelt wurde, zeigt sich darüber jetzt höchst verärgert. Der Streit „schadet dem Ansehen der Stadt“, sagte Reiter laut einer Mitteilung des Rathauses, die Art und Weise wie er ausgetragen werde, sei „unwürdig“. Er habe Herrn Schmid aufgefordert „unverzüglich alle Beteiligten zu einem sachlichen Gespräch an den Tisch zu holen“. Ein „Bierpreisdeckel“ dürfe auf keinen Fall dazu führen, dass die Wiesnbesucher, vor allem auch Familien, in den Zelten bei alkoholfreien Getränken und beim Essen stärker abkassiert werden. „Ich erwarte von Herrn Schmid dazu einen zeitnahen Lösungsvorschlag.“

          Schmid wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Ich brauche weder Nachhilfe in Dialogfähigkeit noch sonstige Hinweise, mit wem ich wann zu sprechen habe“, sagte der CSU-Politiker laut einer Mitteilung. Er wolle auch keine parteipolitische Debatte. Mit den Wirten habe er bereits einen Termin vereinbart. Der Münchener Stadtrat will im Mai über die Pläne entscheiden.

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