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Hochschulstatistik Der Bachelor-Kandidat neigt zum Abbruch

14.02.2008 ·  In den Bachelorstudiengängen gibt es überdurchschnittlich viele Studienabbrecher. An der Uni scheitert jeder vierte Studierende, an der Fachhochschule fast zwei von fünf angehenden Akademikern. Kritik folgt prompt.

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Bei den neuen straff organisierten Bachelorstudiengängen an Hochschulen gibt es, anders als erhofft, nicht weniger sondern mehr Studienabbrecher. Das geht aus einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) hervor. An den Fachhochschulen liegt danach die Abbrecherquote in Bachelorstudiengängen bei 39 Prozent. Die Gesamtabbrecherzahl in allen Studiengängen beträgt dagegen nur 22 Prozent. An den Universitäten scheiterten 25 Prozent der Bachelorstudenten, von allen Studenten dagegen 20 Prozent (lesen Sie auch Ein Abbruch ist kein Beinbruch).

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, sagte, der kürzere Bachelor-Studiengang erfordere bessere Betreuung und kleinere Lerngruppen. „Dazu brauchen wir mehr Dozenten. Aber bis heute gibt es kein Geld dafür.“ Das Deutsche Studentenwerk (DSW) reagierte mit Besorgnis auf die Entwicklung. Das verdichtete Lernen und die hohen Präsenzzeiten im Studium ließen keine Flexibilität mehr zu. Zwei Drittel der Studierenden jobbten neben dem Studium. Für 40 Prozent sei die Studienfinanzierung nicht gesichert und die Studiengebühren schlügen jetzt zusätzlich zu Buche, sagte DSW-Präsident Rolf Dobischat.

Der Bachelorstudiengang soll in der Regel nach sechs Semestern zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führen. Auf ihn baut der Masterstudiengang auf. Weltweit haben sich mehr als 50 Staaten verpflichtet, im Rahmen des sogenannten Bologna-Prozesses bis 2010 ein solches gestuftes Studiengangsystem einzuführen.

Kritik an der Umsetzung der Reform

Durch den Anstieg der Abbrecherquote sehen die Hochschulforscher den Bachelorabschluss nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Sie üben aber Kritik an der Art, wie einige Disziplinen die Reform umgesetzt hätten. Vor allem die Ingenieurwissenschaften hätten zwar die Studienzeit verkürzt, die Stoffmenge jedoch nicht reduziert, sagte der Projektleiter der Studie, Ulrich Heublein. „Die schon vorher sehr anspruchsvollen Studienpläne scheinen durch die Reform noch dichter geworden zu sein.“ Nach Heubleins Angaben spielen der Maschinenbau und die Elektrotechnik eine zentrale Rolle bei den hohen Abbruchquoten.

Dobischat sagte, die Lehrpläne müssten in den Bachelor-Studiengängen auf die soziale Situation der Studenten Rücksicht nehmen und dürften nicht überfrachtet werden. Auch müssten die Studierenden von Anfang an besser beraten werden, wie sie mit den permanenten Leistungskontrollen und examensrelevanten Prüfungen am besten umgingen. Man dürfe die Studenten mit den teilweise riesigen Stoffmengen nicht einfach alleine lassen.

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