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Kommentar : Chinesisches Roulette für die Deutsche Bank

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist ein Trauerspiel. Das liegt auch am Großaktionär HNA.

          Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist ein Trauerspiel. Mit wenigen Hoffnungsphasen zwischendurch gilt das schon seit vielen Jahren. Seit der Vorstandsvorsitzende John Cryan am vorigen Freitag schon wieder enttäuschende Quartalszahlen vorlegen musste, hat sich die Lage aber wieder einmal verschärft. Von einem Zwischenhoch Mitte Dezember hat die Bank nun schon wieder ein Drittel ihres Börsenwerts eingebüßt.

          Zu einem immer belastenderen Faktor wird dabei die wachsende Unsicherheit um den wichtigsten Aktionär der Bank, die chinesische HNA Group. Nahezu täglich dringen neue Hinweise dafür ans Licht, dass sich das Firmenkonglomerat von der Tropeninsel Hainan mit seiner auf Pump finanzierten Einkaufstour rund um die Welt übernommen hat. Die ersten Beteiligungen werfen sie schon auf den Markt, und auch von mehreren Immobilien in den Vereinigten Staaten und Hongkong wollen sie sich laut Agenturberichten trennen.

          Einer der Gründer von HNA sieht den Konzern als Opfer einer großen anti-chinesischen Verschwörung. Aber es überrascht nicht, dass die Anleger der Deutschen Bank den Treueschwüren der Chinesen und ihres österreichischen Statthalters im Aufsichtsrat immer weniger Glauben schenken. Mag sein, dass der Anteilsrückgang am Freitag technische Gründe hatte – der Kurs reagiert inzwischen auf jede Hiobsbotschaft von HNA empfindlich.

          DT. BANK

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          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

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