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Hintergrund Starke europäische Konkurrenz für deutsche Lkw-Maut

17.02.2004 ·  Ein elektronisches System zur Maut-Abrechnung, mit dem das Toll-Collect-Konsortium um Daimler-Chrylser und die Deutsche Telekom gescheitert ist, funktioniert in anderen europäischen Ländern ohne Probleme. Eine Übersicht.

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Ein elektronisches System zur Maut-Abrechnung, mit dem das Toll-Collect-Konsortium um Daimler-Chrylser und die Deutsche Telekom gescheitert ist, funktioniert in anderen europäischen Ländern ohne Probleme.

In der Schweiz wird die Maut - wie auch in Deutschland geplant - mit Hilfe von GPS-Standortsatelliten abgerechnet. In Österreich kam die einfachere Mikrowellen-Technik zum Zuge. Das Schweizer Modell der Firma Fela ähnelt in Grundzügen dem deutschen Projekt. In die Lastwagen ist ein Erfassungsgerät namens „Tripon“ eingebaut. Es registriert alle gefahrenen Kilometer anhand des Tacho-Impulses und zusätzlich über Satellit.

Beim Grenzübertritt wechselt das Gerät automatisch den Modus, so daß nur die Inlands- Kilometer als abgabepflichtig gezählt werden. Es gibt auch eine Chipkarte, auf der die fahrzeugbezogenen Daten wie Gesamtgewicht oder das Nummernschild gespeichert sind. Das System wurde bereits im Januar 2001 eingeführt.

Mautportale in Italien und Österreich

In Italien und in Österreich kommt das Maut-System der italienischen Autostrade auch ohne einen Satelliten aus. Die Autobahn überspannen so genannte Mautportale - automatische Kontrollstellen, die per Mikrowellensignal mit kleinen Empfängern in den Fahrzeugen in Kontakt treten. Bezahlt werden kann nachher mit Rechnung oder mit vorausbezahlten Wertkarten, von denen die Beträge abgebucht werden. An den Kontrollstellen wird der Lkw auch fotografiert. Nach Nichtzahlern suchen sogenannte Maut-Sheriffs. Das System ist als Übergangslösung bis zum Jahr 2012 gedacht. Dann soll ebenfalls Satelliten-Technik folgen.

In Deutschland sollte die Maut nach dem Toll-Collect-Plan mit Hilfe von Standortsatelliten erhoben werden. Von Anfang an gab es jedoch gravierende Probleme mit der Software. Strecken wurden falsch oder gar nicht berechnet. Die als Zusatzlösung gedachte manuelle Einbuchung an Kontrollstellen hätte die gesamte Last des Verkehrs nicht aufnehmen können. Fela und Autostrade machen sich nun Hoffnungen, in einer neuen Ausschreibung auch eine Lösung für Deutschland anbieten zu können.

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