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Hintergrund Der Verteter aller Apotheker

25.09.2004 ·  Wenn Hermann Stefan Keller nicht hinter der Verkaufstheke seiner "Löwen-Apotheke in Mainz steht, ist er als Funktionär unterwegs, als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes.

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Zwei bis drei Tage die Woche zieht Hermann Stefan Keller den weißen Kittel an und stellt sich hinter die Verkaufstheke seiner "Löwen-Apotheke am Dom" mitten in Mainz. Den Rest der Zeit ist der 62 Jahre alte Apotheker als Funktionär unterwegs, als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes.

Der vertritt die Interessen der 21.300 Apotheken mit ihren 140.000 Angestellten gegenüber Krankenkassen und Politik. Diese Woche ging es in Berlin um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte - ein großes Thema auch auf dem deutschen Apothekertag, der vom Donnerstag an in München statt findet; zeitgleich mit der Expopharm 2004, der weltgrößten pharmazeutischen Fachmesse.

Im Jahr 2006 soll es mit der Gesundheitkarte losgehen, hat Ministerin Ulla Schmidt (SPD) nach den Verhandlungen mit Verbänden und Industrie am Donnerstag bekräftigt. Niemand könne allerdings versprechen, daß zum 1. Januar 2006 alle 82 Millionen Menschen die Karte in der Hand halten werden.
Wichtige Fragen bei dem Projekt sind noch nicht geklärt: Welche Daten werden auf den Chips gespeichert? Wer stellt die Karten her? Wer liefert die Lesegeräte für Ärzte, Klinken und Apotheken? Und - natürlich - wer soll das alles bezahlen? Mehr Klarheit erhofft man sich von den Testversuchen, die demnächst in mehreren Regionen beginnen sollen.

"Wir hatten gehofft, daß es damit früher losgeht. Eigentlich hätte man schneller sein müssen", mahnt Apotheker-Vorsitzender Keller zur Eile. Bei weiterem Verzug sei der ehrgezige Terminplan nicht zu halten. Und nichts fürchten die Beteiligten mehr als ein Desaster a la Maut. "Wir hoffen, daß es nicht zu einem pharma collect kommt", sagt Keller.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.09.2004, Nr. 39 / Seite 39
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