Burma gewinnt weiteren finanziellen Spielraum. Die Regierung erklärte in der staatlichen Presse, der Pariser Club, der die Gläubiger vertritt, habe dem Land, das sich selbst Myanmar nennt, weitere 6 Milliarden Dollar Schulden erlassen. Burmas Großinvestor und enger Verbündeter Japan soll der früheren Militärdiktatur allein 3 Milliarden Dollar erlassen haben, Norwegen weitere 534 Millionen Dollar. Zahlreiche japanische Unternehmen ringen um den Markteintritt in dem unterentwickelten Land, genauso wie die norwegische Telefongesellschaft Telenor ASA.
Myanmar hat - ohne Japans Zahlungen - noch offene Schulden in Höhe von gut 3,5 Milliarden Dollar bei den Mitgliedsländern des Pariser Clubs. Vor dem jetzigen Schuldenerlass betrugen die ausstehenden Zahlungen gut 11 Milliarden Dollar, die nie von der Militärjunta beglichen worden waren. Nun stützen die im Pariser Club organisierten Industrieländer die Regierung des ehemaligen Generals Thein Sein, der sich bemüht, Burma zu öffnen. Da Burma dank japanischer Hilfe offene Schulden bei den internationalen Entwicklungsbanken begleichen konnte, haben diese nun wieder erste Zahlungen aufgenommen: Mit 512 Millionen Dollar vergab die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) nach gut 30 Jahren wieder einen Kredit nach Burma, die Weltbank steuerte weitere 440 Millionen Dollar bei.
Schon im vergangenen Jahr hatten die Japaner Burma 6,6 Milliarden Dollar rückständige Schulden erlassen. Der Internationale Währungsfonds hat der burmesischen Regierung empfohlen, die Neuverschuldung in diesem Jahr nicht über 2 Milliarden Dollar auszudehnen. Der Fonds rechnet mit einer Wachstumsrate des einstmals reichsten Landes Südostasiens von 6 bis 7 Prozent in diesem und den folgenden Jahren. „Auf Seiten der Regierung haben wir eine ganze Reihe sehr reformorientierter Politiker und Technokraten. Und wir haben so einen Schwung bei den Reformen, dass es sehr schwer werden wird, diese umzukehren“, sagt Stephen Groff, Vizepräsident der ADB.
Burma ist ein armes Land: Ein gutes Viertel der mehr als 60 Millionen Burmesen lebt unterhalb der Armutsgrenze, 70 Prozent der Arbeitsplätze hängen an der Landwirtschaft, und auf tausend Burmesen kommen 18 Automobile - im Nachbarland Thailand sind es 370 Autos je tausend Einwohner.
Der Westen traegt Mitschuld an der erbaerml. Situation in Burma
Bernd Eberlein (Nonopportunist)
- 29.01.2013, 09:10 Uhr
Ja, ja..
Michael Posthoff (MisterMischa)
- 28.01.2013, 23:54 Uhr
Wem nützt das denn?
joachim tarasenko (truthful)
- 28.01.2013, 18:59 Uhr