http://www.faz.net/-gqe-9g830

Suche nach Steuerhinterziehern : Hessen wertet die „Paradise Papers“ aus – und mehr

  • Aktualisiert am

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) kümmert sich auch für die anderen Bundesländer um die „Paradise Paper“. Bild: dpa

Es geht um 13,4 Millionen Dokumente über Finanzgeschäfte von Politikern, Prominenten und Konzernen: Hessens Steuerfahnder beginnen das nächste Großprojekt.

          Auf der Suche nach möglichen Steuerhinterziehern wertet die hessische Steuerverwaltung jetzt die sogenannten „Paradise Papers“ und „weitere umfangreiche Datenleaks“ aus. Dies geschehe federführend für die Steuerverwaltungen der anderen Bundesländer, teilte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) an diesem Sonntag in Wiesbaden mit.

          Im Falle der vor genau einem Jahr veröffentlichten „Paradise Papers“ geht es um 13,4 Millionen Dokumente über Finanzgeschäfte von Politikern, Prominenten und Konzernen über Briefkastenfirmen in Steueroasen. Über die neuen „Daten-Leaks“ wollte der Sprecher des hessischen Finanzministeriums keine näheren Angaben machen. Es handele sich um „Datensätze aus dem außereuropäischen wie europäischen Ausland“.

          Man könne noch nicht sagen, wie „werthaltig“ diese Daten für die Steuerbehörden seien. Beispielsweise müsse geklärt werden, inwieweit mögliche Steuervergehen bereits verjährt seien und welche Zusammenhänge aus den Daten tatsächlich herausgelesen werden könnten. Die Ermittlungen würden vom Bundeskriminalamt geführt.

          Politiker, Prominente, Konzerne

          Die „Paradise Papers“ waren von beinahe 100 Medien auf der ganzen Welt ausgewertet und im November 2017 veröffentlicht worden. Zahlreiche Prominente und Konzerne gerieten vor allem mit Transaktionen bei einer Kanzlei auf den Bermudas in eine öffentliche Debatte über ihre Steuerpraktiken.

          Hinsichtlich der im April 2016 veröffentlichten „Panama-Papers“ habe man bisher Daten zu ungefähr 1000 Offshore-Gesellschaften an inländische und zu ungefähr 100 Offshore-Gesellschaften an internationale Steuerbehörden weitergeleitet. Auch bei diesen Daten hatte Hessen federführend die Auswertung übernommen. Alleine in Hessen würden derzeit mehr als 100 Fälle aus den „Panama Papers“ „auf ihre steuerliche Relevanz geprüft“.

          Im Kampf gegen Steuerhinterziehung untersuche man auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Am Finanzamt Kassel-II-Hofgeismar werde das Ministerium eine Forschungsstelle einrichten. Sie soll prüfen, wie Künstliche Intelligenz zur Auswertung großer Datenmengen eingesetzt werden könne.

          In der Erklärung des hessischen Finanzministeriums heißt es, die Auswertung von „Panama Papers“, „Paradise Papers“ und des zusätzlichen Daten-Leaks werde „noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Die Auswertung sei „äußerst komplex“, mühsam und langwierig. Es gehe um „mehrere Millionen Dateien“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wartet auf eine Eingebung: Gesundheitsminister Jens Spahn

          Debatte um Migrationspakt : „Jens Spahn hat Panik“

          Abstimmung auf dem Parteitag und möglicherweise eine spätere Unterzeichnung – CDU-Vorsitz-Kandidat Jens Spahn sieht den Migrationspakt skeptisch. Führende Parteifreunde haben eine andere Meinung. Ein Politiker stimmt ihm jedoch zu.

          Tumulte in Tijuana : „Raus mit den Invasoren“

          Immer mehr Migranten strömen durch Mittelamerika Richtung Vereinigter Staaten. Doch auch in Mexiko sind viele der Flüchtlinge nicht willkommen. In der Grenzstadt Tiujanas könnten die Proteste bald eskalieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.