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Hermann Otto Solms „Wir brauchen eine Steuerbremse im Grundgesetz“

 ·  Die Schuldenbremse dient als Leitplanke gegen ausufernde Verschuldung. Um echte Haushaltsdisziplin herzustellen, muss sie jedoch durch eine weitere Leitplanke ergänzt werden: eine Steuerbremse. Ein Gastbeitrag von Hermann Otto Solms.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (18)

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Bernd A. Wohlschlegel

man glaubt es kaum

von Olaf Scholz (Bürgermeister der "freien" und Hansstadt Hamburg SPD, der gerade eine Rederrei für ca. 420 MIO. gekauft hat) werden Instrumente entwickelt oder vorgeschlagen wie die Schuldenbremse wirkungsvoll und effektiv ausgebremst werden kann. Das soll etwa so funktionieren, dass die Einnahmen des jetzigen Soldidarpakts, der 2020 ausläuft, zur Schulderntildung der Kommunen verwendet und auf den Bundeshaushalt "umgebucht" werden sollen.
Clever oder?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.04.2012 14:05 Uhr
Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 20.04.2012 14:05 Uhr

Ich habe nichts anderes erwartet, die Politfunktionäre sind diesbzgl. mit allen Wassern gewaschen

siehe z.B. "Von der Wissenschaft der Bürgerauspressung". Die arbeiten seit Jahrtausenden daran, wie man die Menschen bestehlen und knechten kann, ohne dass diese sie in einem Aufstand hinwegfegen.
Hier in Deutschland ist die Situation ganz besonders pervers, anscheinend finden nämlich ziemlich viele (vielleicht gar die Mehrheit), maßlos hohe Steuern etc. sogar gut...

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Hans Edelmann

Die Steuerbremse müsste von einer Inflationsbremse im Grundgesetz flankiert sein.

Deutschland mit seiner Rohstoffarmut, seinem schwindenden Nachwuchs an deutschen Einwohnern und dazu noch erheblichem Aderlass durch Abwanderung von Experten sowie Wohlhabenden hätte allen Anlass, wenigstens das für die Zukunftsfähigkeit des Landes immer wichtiger werdende Kapital anzulocken, statt es zu vertreiben. Vermutlich aus ideologischer Verblendung erkennen viele Politiker dieses elementare Erfordernis einfach nicht. Das unabdingbar notwendige private Kapital ist in Deutschland in zweifacher Weise
bedroht, einmal durch übermäßige Besteuerung und außerdem durch voraussichtlich wachsende Inflation. Eine Steuerbremse im Grundgesetz wäre ja nicht schlecht, auch unter
dem Aspekt, Privatkapital im Lande zu halten. Aber sie genügt nicht. Denn Kapital wird auch
durch Inflation bedroht. Der politische Blick auf Nominalwerte trügt. In der wirtschaftlichen
Wirklichkeit geht es sogar primär um die Erhaltung der Kaufkraftwerte. Deshalb wäre eine Inflationsbremse im Grundgesetz wichtig.

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Norbert Regin

Warum 50 Prozent, 20 Prozent sind mehr als ausreichend.

Wofür solen die Bürger 50 Prozent ihres Einkommens an den Staat abführen? Für die vielen Staatsschmarotzer vie Politiker, Beamte und Richter? Für die Leistungen, die der Staat erbringt, sind 20 Prozent das Maximum, was den Bürgern zumutbar ist. Dann würde auch unsere Wirtschaft wieder florieren. Es kann nicht sein, dass die vielen Staatsschmorotzer das Land in den Ruin treiben.

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Klaus Dieter

Schuldenbremse?

Eine Haushaltsdisziplin herzustellen ist eine Illusion.
Politiker egal welche Partei greifen seit Jahrzehnten den Menschen, immer wen Bedarf besteht, ohne Überlegung in die Taschen anstatt erst einmal eine Konsolidierung der öffentlichen Staatshaushalte, zur Sicherung der Staatsfinanzen, zu tätigen. Von Sparen in den Haushalten kann natürlich auch nicht mehr die Rede sein, mit einer neuen Steuer kann man ganz schnell ein Haushaltsloch schließen.

Sind wir Deutschen sind die Leibeigenen des Staates?

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Andreas Debus
Andreas Debus (Nyarlat) - 19.04.2012 17:44 Uhr

Wir brauchen vom Staat erzeugtes zinsfreies Geld.

Und mehrere Schichten Geld die gegeneinander stark isoliert sind und den freien Warenverkehr verzögern. Dadurch würden die lokalen Produzenten gestärkt ohne absolute Handelsschranken aufzubauen. Unser globales Wirtschaftssystem funktioniert nur solange, wie billige Energie zur Verfügung steht. Da wir nun die maximale Fördermenge bei Öl erreicht haben und die Erschließung neuer Öl und Gaslagerstätten immer teurer und riskanter für die Umwelt wird (s. BP Oil Spill), kommt unsere System an die Grenzen des Wachstums. Damit wird der Finanzsektor erneut zusammenbrechen, da nicht genug Wachstum zur Verfügung steht, um durch neue Kredite die alten Schulden mit Zins und Zinseszins zu tilgen. Gute Nacht zinsgetriebener Ausbeutungskapitalismus. Auf lange Sicht wird es eine Art Planwirtschaft für die gesamte Erde geben müssen, wobei lokal vor global geht. Erst wenn Fusionsenergie und H2 Wirtschaft implementiert sind, und Geothermie ernsthaft genutzt wird, geht es wieder aufwärts.

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Closed via SSO

Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Der Solms könnte eigentlich ein ganz vernünftiger Mensch sein, wenn er nicht diesen FDP-Klientel-Begünstigungskomplex so tief in seinen Genen verankert hätte.
Dr. Jekyll = Ja, ich stimme zu, die Staatsquote sollte maximal 50% sein, und das sollte auch so im Grundgesetz verankert werden. Das schließt aber dann auch die von Solms nicht genannten Sozialversicherungen mit ein.
Die geforderte Spreizung ist allerdings nichts anders als eine Sonderregelung für die typische FDP-Freiberufler-Klientel. Bei denen geht die Standortkonkurrenz gegen Null. Im Gegenteil: Dank FDP gibt es immer Standesregelungen, die mittelalterlich sind. Und wenn diese Gruppe vom Gewinn investieren will/muss, dann läßt sich das über Abschreibungsregeln machen. Nicht über EkSt-Spreizung.
Das war einfach plump, Herr Solms.

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George Rauscher

Schuldenbremse?

Wo setzt die denn bitte an? Wir zahlen Steuern, damit "der Staat seinen verpflichtungen nachkommen kann". Alles klar, dafür zahlt man gerne Steuern. Aber was ist mit den ganzen Fremdverpflichtungen, die wir auch noch aufgebürdet bekommen? Die FDP sollte zuerst einmal sehen daß 'Marktverhältnisse' herrschen, daß keine Banken und anderen Länder mit unseren Steuern herausgepaukt werden, dann sehen wir was übrig bleibt, und dann sprechen wir über Steuerbremsen.

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Thomas Eckert
Thomas Eckert (Urlib) - 19.04.2012 16:45 Uhr

Ein sehr guter Vorschlag

ich denke man sollte zudem nicht-ertragsbezogene (substanzbezogene) Steuern grundsätzlich ausschliessen, da es hier einen klaren Enteignungsaspekt gibt.

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Jens Fabry M.A.

Ist das wirklich sinnvoll?

Was der Staat an Einnahmen benötigt hängt von seinen Aufgaben ab. Ohne die Aufgaben zu definieren ist es nicht sehr einleuchtend, vorab eine Obergrenze zu definieren, denn der Spielraum für politische Entscheidungen hängt auch von deren Finanzierung ab. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Politiker sich hier selbst beschränken wollen (ganz unabhängig davon ob dies wünschbar wäre. Was aber zu befürchten steht, wenn eine solche Entscheidung mehrheitsfähig ist und der Staat mit seinem Geld nicht auskommt, dass dann die Begrenzung der Einkommsteuer kompensiert wird durch andere andere Maßnahmen, von Maut für die innerstädtische Straßennutzung bis zur Erhöhung der Mehrwertsteuer oder die Privatisierung und Ausgliederung von staatlichen Aufgaben -- um diese dann über Gebühren zu refinanzieren. Was hier zunächst plausiebel klang, ist weder im Hinblick auf die Aufgaben, noch hinsichtlich der Schlupflöcher durchdacht. Wenn Politiker diese Grenzen benötigen, sollte man sie abwählen.

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Edda Kuhlmann

Sind das jetzt die letzten Zuckungen der FDP?

Der Mann hat ja in alen Punkten Recht, aber diese Diskussion haette kurz nach der letzten Bundestagswahl stattfinden muessen, als die FDP noch fuer voll genommen und ein gewisses Gewicht hatte. Dass Politiker freiwillig ihren Zugriff auf fremde Taschen beschraenken wuerden ist einfach lachhaft, gerade in der heutigen Zeit, wo trotz sprudelnder Steuereinnahmen das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, grosse Teile der Bevoelkerung bereits erfolgreich dauerhaft an staatliche Transferleistungen gekettet sind und sich Berlin in der Erfindung immer neuer Wohltaten geradezu ueberschlaegt. Herr Solms, bringen Sie Ihre Partei hinter sich und zeigen Sie durch Taten, dass Sie es ernst meinen. Heisse Luft alleine bringt die FDP auch nicht mehr aus ihrem Tief heraus.

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Erich Heini

Unersättlicher Abzocker-Staat

Steuerbremse ? Wäre bestimmt seit längerer Zeit angebracht gewesen. Aber das Problem liegt tiefer. Der deutsche Staat und ihre Träger sind unersättlich. Sie sind ständig auf dem Weg, alle möglichen Gerechtigkeitslücken zu schliessen. Und meinen, dies lasse sich am besten mit noch mehr Abzockerei der Bürger und Werktätigen bewerkstelligen. Wenn schon Kleinverdiener bald einmal die Hälfte ihres Lohnes dem Staat abzuliefern haben, ist jedes erträgliche Mass längst überschritten. Ohne mehr Mitsprache der Bürger wird der Fiskalismus weiterhin obsiegen. Bald einmal wird es aus 'praktischen' Gründen vorteilhafter sein, alle Einkommen aus Arbeit und Kapital dem Staat zuzuführen, der danach gefälligst den Untertanen den ihnen noch gerade zustehenden und verbleibenden Rest zurückvergütet.

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Dr. Michael Menzel

Was soll man denn jetzt noch bremsen?

Eine Steuerbremse hätte vor Jahren greifen müssen. Der Karren ist doch schon längst über den Abgrund hinaus gerast und nimmt alle alle mit, auf Gedeih und Verderben.

Was für eine blödsinnige Idee, durch Besteuerung von irgendwelchen einstelligen Prozent-Vermögenden das Land und Europa und wer weiß wen noch sonst, zu retten? Dem Neid mag damit Genüge getan sein, aber das Volk wird erwürgt. Aber es ist schon so lethargisch, daß es sich nicht mehr aus dem Würgegriff des Staates herauswinden kann.

„Eine Regierung muß sparsam sein, weil das Geld, dass sie erhält, aus dem Blut und dem Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Aufgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staat teilen muß.“

Diese Sätze stammen nicht etwa aus einem aktuellen steuer- und abgabenpolitischen Programm sondern von Friedrich II, genannt der Große, König von Preußen.

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Ralf Kowollik

Die Steuersenkungsbremse

Die Schuldenbremse ist ein typisches Produkt der Großen Koalition. Sie hat Steuersenkungen in Deutschland faktisch erschwert wenn nicht auf lange Sicht unmöglich gemacht. Dies lag vermutlich auch ganz in der Absicht von CDU und SPD. Gleichzeitig hat die Schuldenbremse Steuererhöhungen erleichtert, denn seit es die Bremse gibt, dient sie als Ausrede für Politiker, die Steuern zu erhöhen.
Die FDP hat diesen Nebeneffekt der Schuldenbremse lange Zeit verschlafen. So ist es zu begrüßen, dass Hermann Otto Solms nun aufgewacht ist. Guten Morgen, Herr Solms.
Herr Solms hat recht, wenn er fordert, die Schuldenbremse um eine Steuerbremse zu ergänzen. Doch wie stehen die Chancen für ihre Durchsetzung? Sie stehen gleich null. Die Versuchung, den Staatshaushalt durch Steuererhöhungen statt durch unpopuläre Ausgabenkürzungen zu sanieren, ist bei den beiden Volksparteien wie auch bei den Grünen viel zu groß.

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Gustav Aschenbach

Erhöhungen der Einkommensteuer

"Schließlich treffen Erhöhungen der Einkommensteuer nur eine Minderheit der Wähler" - gut erkannt Herr Solms und deshalb verschwindet das FDP-Gespenst bald aus den Parlamenten. Wenn man jahrzehntelang eine Politik verteidigt, die hohe Einkommen zu einer absoluten Minderheit macht, darf man sich nicht wundern, wenn niemand mehr die Mövenpickpartei wählt. Die Mehrheit der Deutschen kann einer Erhöhung der (Spitzen-) Einkommenssteuer gelassen entgegen sehen, denn sie wird in diesem Leben nicht mehr in den Genuss eines entsprechend hohen Einkommens kommen. Nicht, wenn Bremser und Leitplankenbauer das Land regieren. Da sieht man doch schon an der Wortwahl, dass es nicht wirklich um Freiheit geht.

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Michael Judaschke

Leider eine utopische Forderung

Lieber Herr Solms, ihre Forderung würde dazu führen, dass die Politik von heute auf morgen auf ihr wichtigstes Machtinstrument verzichten würde: Dem Kauf von Wählerstimmen. Diese werden bekanntlich nicht am oberen Ende der Gesellschaft durch Steuererleichterungen, sondern am unteren Ende durch Sozialausgaben gewonnen. Daher wird sich jede sogenannte "Volkspartei" unter dem Deckmantel der "Sozialen Gerechtigkeit" gegen ihren Vorschlag sperren. Dazu ist das Heer der Netto-Transfer-Empfänger einfach zu groß. Eigentlich schade, aber wie sehr sich die Maßstäbe, was gerecht ist, kontinuierlich aus der Sicht der Machthabenden verschiebt, zeigt auch an ihrem Vorschlag: 50% Obergrenze heißt auf gut Deutsch jeder zweite Euro an den Staat.. Es gab einmal Zeiten, da gab es den berühmten 10ten... Damals herrschten aber noch Feudalherren,.... die haben wir ja glücklicherweise überwunden...Interessanterweise gibt es bei einer Staatsquote von aktuell 47% keine Revolution.. Trotzdem weiter viel Erfolg

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Rolf Huchthausen

Isch net dumm, de Blinker rächs un' links erüm!

"Wenn der Weg über die Schuldenfinanzierung versperrt ist, wächst die Versuchung, die Steuern zu erhöhen." und "Die Hälfte für den Staat ist mehr als reichlich. Eine generelle Belastungsobergrenze von 50 Prozent wäre eine klare Regelung, die die Chance hat, auch auf lange Sicht von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen zu werden." [Zitate Ende].

Das sind wohltuende Erkenntnisse und Schlußfolgerungen, deren Widerspruch sich in der Position der FDP zur €URO-Rettung ausdrückt. Namentlich auch Solms. Na, was denn nun?

Demgegenüber zitiere ich Kurt Beck, seinerzeit als SPD-Parteichef: "Die Politik müsse sich mittelfristig Gedanken über Steuererhöhungen machen, um sich ihren Gestaltungsanspruch zu erhalten." So oder so ähnlich ließ er sich vernehmen.

Beck ist ehrlicher als Solms, denn er sagt, die Bürger sind zum willkürlichen Ausplündern und zum Stimmenfang-Umverteilen nach Gutsherrenart da; Stichwort: Nürnburg Ring.

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Eberhard Stoeckel

Gerechtigkeitsempfinden der Bürger

sollte das oberste Gebot für unsere Bundesrepublik sein. Der Deckmantel der Verteilungsgerechtigkeit ist nur eine Folge des Deckmantels der Leistungsgerechtigkeit. Beide Mäntel werden von den Falschen getragen: Sie verdecken die Gier und den Neid aller insgesamt.

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