19.05.2010 · Qualität, Zuverlässigkeit, Präzision - das sind heute verkaufsfördernde Attribute, die Menschen rund um den Globus mit „Made in Germany“ verbinden. Also Brüssel: Finger weg!
Von Holger AppelVor 125 Jahren haben es die Briten versucht: mit der Bezeichnung „Made in Germany“ wurden Waren aus Deutschland gekennzeichnet, um sich gegen vermeintlich minderwertige, tatsächlich aber aufstrebende Importware zu schützen. Aus dem Makelzeichen ist längst ein Markenzeichen geworden. Qualität, Zuverlässigkeit, Präzision, Fertigungskunst und Innovation – das sind heute verkaufsfördernde Attribute, die Menschen rund um den Globus mit „Made in Germany“ verbinden. Das EU-Parlament sieht jetzt Handlungsbedarf.
Nach Ansicht der Politiker soll künftig „Made in . . .“ auf Produkten verpflichtend werden. Zunächst soll das nur für Textilien gelten und als „Made in EU“ zur Unterscheidung von Waren etwa aus China oder Pakistan dienen. Das klingt nach Transparenz und Verbraucherschutz, doch in der Industrie keimt der Verdacht, der Brüsseler Regelungswille werde demnächst Stühle, Uhren oder Maschinen erfassen und den Abschied von „Made in Germany“ einläuten.
Falls dem so ist: Finger weg! Gerade erst sind einige mutige Hochschulrektoren dabei, in ihrem Bereich die Scherben aufzukehren und den Titel „Dipl.-Ing.“ wiederzubeleben. Das sollte Mahnung genug sein.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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