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Heike Dengler, 44 Jahre Ehrenamt und Karriere

06.03.2010 ·  Mit 16 ist Heike Dengler bei den Grünen eingetreten, heute ist sie 44 und Mitglied der CDU. „Die alten Feindbilder existieren nicht mehr“, sagt die Bankerin. Wertkonservativ war die promovierte Mathematikerin schon immer, auch damals in den Reihen der Grünen.

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Mit 16 ist Heike Dengler bei den Grünen eingetreten, heute ist sie 44 und Mitglied der CDU. „Ich habe mich ein bisschen geändert, die CDU stark. Die Partei hat sich enorm geöffnet, die alten Feindbilder existieren nicht mehr“, sagt die Bankerin, die für die CDU im Stadtrat von Bad Soden vor den Toren Frankfurts mitregiert.

Wertkonservativ war die promovierte Mathematikerin schon immer, auch damals in den Reihen der Grünen. Mit den Linken konnte sie nie etwas anfangen. „Die Umverteiler sind mir bis heute suspekt, Ausbeuter aber auch: Ich kaufe nie bei Schlecker.“

Wenn die Strategen im Konrad-Adenauer-Haus am Bild zu erobernder moderner Wählerschichten malen, dann haben sie Frauen wie Heike Dengler vor Augen: Akademikerin, verheiratet, zwei Kinder, trotzdem voll berufstätig (wie auch ihr Mann), gutes Gehalt, bürgerlicher Lebensentwurf – Geigenunterricht für den Nachwuchs inklusive. „Ich bin die personifizierte Zielgruppe von Frau von der Leyen“, sagt Heike Dengler, 1965 in Sindelfingen geboren und in der Nachrüstungsdebatte Anfang der achtziger Jahre politisiert: „Der Protest gegen die Pershing-Raketen brachte mich zu den Grünen.“

Als Schülerin wurde sie Mitglied der damals noch jungen Partei, mit 18 zog sie für die Grünen in den Gemeinderat ein. Mit dem Studium in Göttingen sowie an der Cornell University im Staat New York verlor sich der Faden, „irgendwann bin ich ausgetreten, ohne konkreten Anlass“. Nach Studium und Promotion zog sie nach Frankfurt, der Banken wegen: Deutsche Bank, Dresdner Bank, Fortis (die inzwischen zur französischen BNP gehört) sind ihre Stationen. „Senior Portfolio Manager“ steht heute auf ihrer Visitenkarte. Knapp eine Milliarde Euro verwaltet Heike Dengler; Geld von privaten wie von institutionellen Investoren: „Wir vermehren auch das Vermögen italienischer Pensionsgesellschaften.“

Ihr Job ist es, einen halben Prozentpunkt mehr herauszuholen als der Vergleichsindex. Dazu investiert sie in „nachhaltige“ Anleihen, wobei das Modewort in dem Fall weit gefasst ist: Das Unternehmen soll zuverlässig seine Renditeziele erreichen, die Macht im Management muss sauber verteilt und der Laden insgesamt transparent sein. Auch die CO2-Bilanz spielt eine Rolle.

Als übermäßig ökologisch stuft sich Heike Dengler nicht ein. Gewiss, die Familie ernährt sich bewusst, schon der Gesundheit wegen. Auch den Widerwillen gegen Atomkraftwerke („Da bin ich strikt dagegen“) hat sich die Fondsmanagerin aus grünen Tagen erhalten. Die Familie wohnt nicht in der Innenstadt, sondern draußen im grünen Vordertaunus und pendelt mit dem Volvo. Mehr als die Sorge um die Umwelt bewegen sie Fragen der Moral – deswegen engagiert sie sich in der Politik, deswegen kann sie mit der FDP, „wie sie sich im Moment anstellt“, nichts anfangen. „Die Westerwelle-FDP steht für den reinen Egoismus“, urteilt die Bankerin. „Ich mag es nicht, wenn Menschen ihren Erfolg nur auf die eigene Leistung zurückführen und darüber das Gemeinwesen vergessen, das ihnen das alles erst ermöglicht.“

Heike Dengler setzt sich ein für die Gesellschaft; in Kindergarten, Schule, Fußballverein, Sozialausschuss, Kirchenvorstand. Als sie im Jahr 2002 Unterschriften für eine Krabbelgruppe sammelte, stieß sie zur CDU, auch wegen der Aussicht „Dinge vor Ort durchzusetzen“. Für Berlin rechnet sie, zumindest auf mittlere Sicht, fest mit einer schwarz-grünen Regierung: „Ich bin sicher, das wird unsere Generation erleben. Schwarz-Grün ist eine sinnvolle Option.“mec.

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29.05.2012 12:02 Uhr
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