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Hedge-Fonds Denn die im Dunkeln sieht man nicht

23.02.2009 ·  Sie gelten als die Oberschurken, sind es aber nicht. Die meisten Wissenschaftler halten nichts davon, Leerverkäufe zu verbieten. Sie wollen aber auch die Hedge-Fonds zu Transparenz zwingen.

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Sie gelten als die Oberschurken, sind es aber nicht: "Es gibt keine Anzeichen, dass Hedge-Fonds zum Entstehen der Krise beigetragen hätten", heißt es im jüngsten Bericht der Issing-Kommission. Aber keine Frage: Gerade Hedge-Fonds scheuen das Licht des hellen Tages. In der Dunkelheit gehen sie hohe Risiken ein und nutzen für ihre Geschäfte einen großen Hebel fremden Kapitals. Insofern spielen sie eine wichtige Rolle bei der Übertragung der Viren, welche die Finanzkrise so ansteckend werden ließ. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um Anlagefirmen im Volumen von etwa zwei Billionen Dollar, die eine Strategie fahren, mit der sie in guten und schlechten Börsenzeiten Gewinne machen können. Short-Selling (Leerverkäufe) heißt das Zauberwort ihrer Spekulation auf fallende Kurse, mit der sie für ihre Anleger vor Ausbruch der Krise viel Geld verdient haben. Auf die Märkte wirkte das freilich "prozyklisch", mit Übertreibungen nach oben und nach unten.

Die meisten Wissenschaftler halten nichts davon, Leerverkäufe zu verbieten. Sie wollen aber auch die Hedge-Fonds zu Transparenz zwingen: Sie sollen verraten, wem sie gehören und wo sie wohnen. Häufig sind das sogenannte Offshore-Zentren in Steuerparadiesen. Außerdem sollen sie gezwungen sein, eine ausreichende Eigenkapitalbasis vorzuhalten und es mit dem Hebel der Fremdfinanzierung nicht zu übertreiben. In der derzeitigen Situation, in der ohnehin Kredite knapp sind, muss man sich davor freilich nicht ängstigen.

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Von Holger Steltzner

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