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Haushaltsgeräte Miele streicht jede zehnte Stelle

18.02.2005 ·  Miele steigert den Umsatz, investiert Millionen - und baut über 1000 Stellen ab. Der Betriebsrat hat schon zugestimmt. Die Unternehmensleitung will durch den Abbau „eine Wachstumsphase einleiten“.

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Der traditionsreiche Elektro-Hausgerätehersteller Miele baut in Deutschland in den nächsten zwei Jahren fast jede zehnte Stelle ab. Die Zahl der Mitarbeiter solle um insgesamt 1077 von derzeit 11.000 sinken, teilte Miele am Freitag in Gütersloh mit. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Miele ist ein kerngesundes Familienunternehmen“, betonte Geschäftsführer Horst Schübel.

Mit den eingeleiteten Maßnahmen will Miele nach eigenen Angaben „eine Wachstumsphase für die Firma einleiten“. Die Trendwende beim Umsatz sei bereits geschafft. Trotz eines guten Auslandsgeschäfts hatten die Gütersloher in den vergangenen Jahren in Deutschland lange mit der Konsumflaute zu kämpfen. In der zweiten Jahreshälfte 2004 wuchsen auch im Inland die Erlöse wieder um zwei Prozent. Insgesamt kletterte der Umsatz weltweit im Kalenderjahr 2004 (das Geschäftsjahr endet am 30. Juni) um 2,5 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Investitionen in neue Anlagen

Betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden, sagte Unternehmenssprecher Theodor Siepert. „Wir bemühen uns außerdem sehr, daß dieser Abbau nur rechnerisch vollzogen wird und tatsächlich viel mehr Stellen erhalten bleiben“. In enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei in fünf Monaten ein Konzept entstanden, das Elemente wie etwa verstärkte Altersteilzeit oder Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs vorsehe. Freiwillige Leistungen wie das Weihnachtsgeld blieben bestehen.

Bei der Gruppe waren Ende 2004 insgesamt gut 15.000 Menschen beschäftigt, davon mehr als 11.000 in der Bundesrepublik. 2005 investiert Miele zugleich 135 Millionen Euro in Produktionsanlagen und neue Arbeitsmethoden, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Miele spürt den Preisdruck

Getreu der Tradition des Herstellers für hochwertige Elektrogeräte erteilte der zweite Geschäftsführer Theodor Sailer einem Einstieg in günstigere Preislagen am Freitag erneut eine Absage: „Wir haben uns als Hersteller von Premiumprodukten weltweit etabliert.“ Nach Angaben des Unternehmens wirkte sich der Preisdruck aber insofern aus, daß der Abstand zum Hauptfeld der billigeren Konkurrenz zu groß geworden war.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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