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Veröffentlicht: 22.09.2014, 17:06 Uhr

Hausgeräte Von Siemens bleibt nur das Logo

Siemens-Hausgeräte werden künftig nicht mehr von Siemens gebaut. Das Münchner Unternehmen überlässt das Geschäft Bosch.

von
© ddp Seit 50 Jahren haben Bosch und Siemens gemeinsam Waschmaschinen hergestellt. Jetzt zieht sich Siemsn aus dem Gemeinschaftsunternehmen BSH zurück.

Hausgeräte sind todlangweilig. Die Bezeichnung „Weiße Ware“ haftet ihnen nicht umsonst an: Das Design kommt meist dröge daher und den Herstellern fällt kaum eine andere Gehäusefarbe ein als eben weiß. Geld lässt sich mit ihnen schon gar nicht verdienen, weil doch wirklich jeder eine Waschmaschine, einen Herd oder einen Staubsauger besitzt.

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Soweit die Klischees. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Richtig ist, dass die Unternehmen nicht mit den Wachstumsraten von Smartphone-Herstellern mithalten können. Aber in den vergangenen Jahren hat sich die Hausgeräteindustrie sehr stabil entwickelt. Die Branche verbuchte 2013 zum sechsten Mal in Folge steigende Umsätze und erlöste in Deutschland rund acht Milliarden Euro.

Jetzt verzichten ausgerechnet zwei Elektromultis in kurzem zeitlichen Abstand auf ihr Hausgerätegeschäft. Der amerikanische Konzern General Electric trennt sich von seiner entsprechenden Sparte; sie geht für 3,3 Milliarden Dollar an den schwedischen Anbieter Electrolux. Rund zwei Wochen später zieht Siemens nach: Der Dax-Konzern verabschiedet sich von seinem 1967 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen mit Bosch und lässt die Stuttgarter mit den Hausgeräten alleine – gegen eine Abstandszahlung von drei Milliarden Euro.

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Daraus nun den Schluss zu ziehen, dass sich Hausgeräte für die Hersteller tatsächlich nicht lohnen, wäre voreilig. Die Begründungen von Siemens und GE, sich auf das Industriegeschäft konzentrieren zu wollen, klingen glaubwürdig. Das Geschäft mit Privatkunden bleibt bei denen, die sich damit auskennen: Electrolux ist nach Whirlpool die globale Nummer zwei in der Branche – und liefert sich dabei mit der Nummer drei, Bosch, einen scharfen Konkurrenzkampf. Dazu gesellen sich Asiaten, die ebenfalls ihre Chancen in dem Markt sehen. Seit 2010 produziert der koreanische Elektronikkonzern Samsung Waschmaschinen und Kühlschränke in Polen. Bis dahin wurden die meisten in Europa verkauften Geräte in Containern aus Asien geliefert. Der koreanische Wettbewerber LG produziert bereits seit 2006 Hausgeräte für den europäischen Markt in Polen.

Von den Umbrüchen in der Industrie dürften die Verbraucher kaum etwas spüren. Die großen Anbieter führen meist mehrere Marken im Portfolio – auch solche, die ihre besten Zeiten hinter sich haben. Zum Marktführer Whirlpool etwa gehört die deutsche Bauknecht, die seit 2012 in Deutschland über keinerlei Produktionswerk mehr verfügt. Auch Siemens-Geräte werden die Konsumenten weiterhin kaufen können, selbst wenn sich Siemens längst verabschiedet hat. Mit Bosch wurde vereinbart, dass das bisher gemeinsame Unternehmen BSH Hausgeräte unter der Marke Siemens langfristig weiter produzieren und vertreiben darf.

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