Europas größter Autobauer Volkswagen geht davon aus, dass das Jahr 2012 dem Konzern „viel abverlangen” wird. Das erklärte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Konzerns in Hamburg. Insbesondere die Schuldenkrise in Europa werde die Märkte weiter belasten, führte Winterkorn aus.
„Die Risiken wachsen”, sagte er. Dennoch sei er überzeugt, dass der Volkswagen-Konzern mit Selbstvertrauen in die kommenden Monate gehen könne. VW bekräftigte das Ziel, den Rekord-Betriebsgewinn aus dem vorigen Jahr von 11,3 Milliarden Euro abermals zu erreichen.
Winterkorn bestätigte, dass Volkswagen in China eine Autofabrik bauen will. Sie soll im Westen des Landes, in der Provinz Xinjiang entstehen. Die VW-Tochter Audi gab erst gestern den Bau eines Werks in Mexiko bekannt, in dem ab 2016 das Erfolgs-SUV Q5 150.000 Mal jährlich vom Band rollen soll.
Der VW-Chef sagte, das Nutzfahrzeuggeschäft werde sich zur „zweiten, starken Säule“ des Konzerns entwickeln. Volkswagen hatte die Mehrheit am Lastwagenbauer MAN Ende vergangenen Jahres übernommen und, wie Ende vergangener Woche bekannt wurde, den Anteil zuletzt deutlich aufgestockt. Den schwedischen Lkw-Bauer Scania beherrschen die Wolfsburger schon seit längerem.
Volkswagens Stimmrechtsanteil bei MAN liegt laut Winterkorn aktuell bei „rund 74““ Prozent. Das Überschreiten der 75-Prozent-Marke würde VW erlauben, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zur Abstimmung zu stellen und die volle Kontrolle über MAN zu erlangen.
2013 soll Gewinn wieder steigen
Volkswagen werde in diesem Jahr 40 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt bringen, darunter auch die neue Generation der Bestseller VW-Golf und Audi A3, sagte Winterkorn weiter. Er bestätigte seine Prognose, wonach Verkaufszahlen und Einnahmen 2012 steigen werden. Der operative Gewinn wird dagegen stagnieren. Denn die Kosten für die Einführung des modularen Baukastensystems in der Produktion und Ausgaben für die weltweite Ausweitung der Kapazitäten werden die steigenden Umsätze durch den höheren Absatz aufzehren. 2013 will Europas größter Autobauer dann die Früchte der Investitionen ernten: der Gewinn soll dann wieder zulegen.
Auf dem Weg zur vollständigen Integration der Autosparte von Porsche gebe es noch „einige Hürden”, berichtete Winterkorn. Trotz der Hindernisse werde ein integrierter Konzern von Volkswagen und Porsche kommen, betonte er.
Grund zur Sorge? Ja! Aber, der Wettbewerb sollte dann Panik haben.
Hermann Eichhorn (allace64)
- 19.04.2012, 16:03 Uhr