27.05.2008 · Das Aktionärstreffen bei der Hypo Real Estate hat dem Vorstandschef Funke die große Chance zu einem überfälligen Eingeständnis eigener Fehler geboten. Genutzt hat er sie nicht. Er nährt damit die Zweifel, ob er noch der richtige Mann für die Position ist.
Von Marcus TheurerDie Aktie der Hypo Real Estate (HRE) hat im Januar einen im Dax beispiellosen Kursverlust erlitten, nachdem die Bank überraschend Wertberichtigungen wegen der Finanzkrise mitgeteilt hatte. Doch HRE-Vorstandschef Georg Funke und sein Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Viermetz beharren auch fünf Monate später noch darauf, die Bank habe die Anleger zuvor ausreichend über mögliche Risiken informiert.
Die Aktionäre der HRE legen den Finger in die Wunde, wenn sie schlicht darauf hinweisen, dass bei einer rechtzeitigen Sensibilisierung für die Risiken der Aktienkurs der HRE nach Bekanntgabe der Wertberichtigungen wohl kaum um ein Drittel eingebrochen wäre.
Chance nicht genutzt
Das Aktionärstreffen hat Funke die große Chance zu einem überfälligen Eingeständnis eigener Fehler geboten. Genutzt hat er sie nicht. Stattdessen erging sich der HRE-Chef in Widersprüchlichkeiten: Nein, die Öffentlichkeit sei nicht zu spät informiert worden; ja, er nehme die Kritik an der Kommunikationspolitik seiner Bank an. Ein solcher Umgang mit den berechtigten Vorwürfen der Aktionäre ist respektlos.
Funke hat nichts hinzugelernt und nährt damit die Zweifel, ob er der richtige Mann ist, um ein Dax-Unternehmen zu führen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,52 | +0,49% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2534 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,83 $ | −0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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