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Hauptuntersuchung Ältere Autos müssen künftig jährlich zum TÜV

 ·  Die Europäische Kommission erhofft sich noch sicherere Straßen, weniger Verkehrstote und mehr Arbeitsplätze: Sie will ältere Autos künftig noch häufiger zum Tüv schicken. Die Automobilklubs sind davon gar nicht begeistert.

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In der Europäischen Union soll es künftig für ältere Autos eine jährliche TÜV-Kontrolle geben. Ein an diesem Freitag von der Europäischen Kommission offiziell vorgelegter und besonders in Deutschland argwöhnisch betrachteter Gesetzentwurf sieht vor, dass sämtliche Personen- und Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht von höchstens 3,5 Tonnen künftig spätestens erstmals nach vier Jahren zur technischen Überprüfung müssten.

Die darauffolgende Kontrolle ist zwei Jahre später vorgesehen; danach müssten die Autos jedoch jährlich den TÜV passieren. Da es sich um EU-Mindestvorgaben handelt, könnte Deutschland auch künftig bereits drei Jahre nach Erstzulassung eine erste Prüfung verlangen; spätestens nach sechs Jahren müssten die Autos jedoch jährlich statt – wie derzeit in Deutschland üblich – alle zwei Jahre kontrolliert werden.

Automobilclubs üben Kritik

Kritik an den Brüsseler Plänen gibt es vor allen von Automobilclubs in Deutschland. Da technische Mängel immer seltener für Unfälle und Verkehrstote verantwortlich seien, gehe der Vorstoß am Ziel sicherer Straßen vorbei, lautet ihr Argument. Der ADAC hat bereits vor Mehrkosten von mehr als einer Milliarde Euro jährlich für deutsche Fahrzeugbesitzer gewarnt. Der Automobilclub Europa (ACE) verdächtigt Verkehrskommissar Siim Kallas gar, er habe sich vor den Karren der TÜV-Lobbyisten spannen lassen.

In der Kommission wird gelassen auf die Kritik aus Deutschland reagiert. Es stimme zwar, dass durch zusätzliche TÜV-Kontrollen in den 27 EU-Staaten zusätzlich 12.000 Arbeitsplätze bei den Prüfstellen entstehen könnten. Der Behörde vorliegende Studien wiesen jedoch aus, dass sich nach der geplanten EU-Neuregelung jährlich 1200 Menschenleben – bei zuletzt rund 35.000 Verkehrstoten im Jahr – retten ließen. Zudem könne die Anzahl schwerer Autounfälle um 36.000 im Jahr sinken.

Schärfere Kontrollen bedeuteten auch für deutsche Autofahrer mehr Verkehrssicherheit – sowohl im EU-Ausland, als auch auf von ausländischen Fahrzeugen vielbefahrenen heimischen Straßen. Ein willkommener Nebeneffekt regelmäßiger Kontrollen seien um bis zu 2 Prozent geringere Emissionen von Kohlendioxid im Straßenverkehr. In der Kommission heißt es, der internationale Dachverband der Automobilclubs (FIA) habe sich – anders als ADAC und ACE – nicht ablehnend zu den EU-Plänen geäußert.

Die angestrebten häufigeren TÜV-Kontrollen sind Bestandteil eines umfassenderen EU-Gesetzespakets zur Straßenverkehrsicherheit, dem Europäisches Parlament und EU-Regierungen zustimmen müssen. Es könnte 2016 in Kraft treten. Demnach sollen die für Autos geplanten TÜV-Zeitintervalle auch für Motorräder und –roller gelten, für die derzeit in 11 der 27 Staaten keine Kontrollpflicht besteht. Zusätzliche EU-Mindestanforderungen soll es zum Beispiel für die ABS-Bremssysteme oder die elektronische Stabilitätskontrolle von Fahrzeugen geben. Vielgefahrene Autos mit einer Laufleistung von mindestens 160.000 Kilometer innerhalb von vier Jahren müssten, wie jetzt schon Krankenwagen oder Taxis – künftig fünf Jahre nach Erstzulassung ein zweites Mal und anschließend jährlich zum TÜV.

Schließlich strebt die Kommission auch verstärkte außerplanmäßige technische Kontrollen schwerer Nutzfahrzeuge entlang der europäischen Verkehrswege an. In der Kommission ist zu hören, dass derzeit in Deutschland Jahr für Jahr 1,8 Millionen, im Nachbarland Dänemark hingegen nicht mehr als 180 Lastwagen kontrolliert würden.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in Brüssel.

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