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Hartz-IV-Empfänger Sanktioniert

 ·  Im vergangenen Jahr sind so viele Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt worden wie noch nie. Das klingt dramatisch, doch die große Mehrheit der Langzeitarbeitslosen ist nicht betroffen.

Artikel Lesermeinungen (5)

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Martha Strinz

Es ist ein wohlgepflegter Mythos,

das Arbeitslose nicht arbeiten wollen. Realität ist, dass in einer Wirtschaftskrise ein großer Teil der Arbeitnehmer nicht arbeiten kann - und damit auf eine deutlich geringere Lebenserwerbssumme kommt. Die Hartz4-Politik versucht richtigerweise den sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit mit Motivation entgegen zu wirken - tut das allerdings derart miserabel, dass man annehmen kann, dass die wahren Gründe die Verschiebung von Steuergeldern zu Schulungs- und Trainingsfirmen ist. Darüber hinaus hat die Hartz4-Politik das Vertrauen in die Justiz und den Grundrechtsschutz bei tausenden deutlich gestört - Kosten, die sich keine Elite leisten sollte, wenn sie noch ein bisschen länger agieren möchte. Die SPD hat das ja bitter erfahren. "Arbeitsunwilligkeit" und "Investitionsunwilligkeit" ist immer auch eine Reaktion auf die Rahmenbedingungen, leider, leider, leider findet dieser Zusammenhang derzeit keine Lobby.

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Isabel Arent
Isabel Arent (Cedro) - 12.04.2012 12:53 Uhr

vorsätzlicher Betrug wird nicht geahndet?

Ist das tatsächlich so? Denn vorsätzlicher Betrug ist m.E. deutlich dramatischer als angebotene Areit abzulehnen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2012 18:55 Uhr
Closed via SSO

Hä?

Es gibt eben nicht so viel Betrug, wie behauptet wird und Betrug ist eine Straftat, d.h. da wird nicht gekürzt, sondern angezeigt.

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Closed via SSO

Vor allem, Herr Meisenkayser, wenn man sich vor Augen führt,

dass, wie die NachDenkSeiten schreiben, im Jahr 2010 36 Milliarden für ALG2 bereit gestellt wurden, aber laut Steinbrück 100 Milliarden Steuern hinterzogen werden.
Da fragt sich schon, enin es ist klar, wo die größten Betrüger sitzen! Aber dann höre man mal im Deutschlandfunk das Feature ZURÜCKGEPFIFFEN vom 10. April an über die sehr erfolgreichen Steuerfahnder, die dann psychiatrisiert wurden, weil sie den großen Banken, Firmen und denen mit ihnen verbandelten Politikern auf die Füße traten. Da erfährt man ganz unmittelbar, in welcher Klassengesellschaft wir leben und wer den Klassenkampf führt.

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Klaus Meisenkayser

Feuer unter dem Hintern

Als die Hartz IV Gesetzte in Kraft traten, waren sich die meisten Bürger offensichtlich nicht darüber im Klaren, dass die eigentliche Zielgruppe der Maßnahme nicht etwa die unmittelbar von Sozialleistungen Betroffenen sind. Viel entscheidender ist, dass in der Mitte der Bevölkerung eine Kultur der Angst und des Schreckens kultiviert wurde, mit dem Ergebnis, dass die realen Löhne seit nunmehr über 15 Jahren trotz Produktivitätszuwächse in der Industrie gesunken sind. Die Angst vor dem totalen Absturz bleibt permanent präsent.
Die Diskussion über Sanktionen gegen faule und unmotivierte Sozialschmarotzer halte ich daher für ein Ablenkungsmanöver.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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