03.07.2009 · Deutschlands größte Container-Reederei steht unter hohem Handlungsdruck: Weil dramatisch weniger exportiert wird, fallen die Transportmengen und mithin die Transportpreise. Sollte das Unternehmen frisches Geld brauchen, dürfte jedoch bei den Banken wenig zu holen sein.
Von Johannes RitterDie Container-Schifffahrt ist ein zyklisches Geschäft. Auf Jahre, in denen sich die Reeder eine goldene Nase verdienen, folgen regelmäßig Perioden, in denen sie kräftig bluten müssen. Umso wichtiger ist es, in guten Zeiten Speck anzulegen für die schlechten Zeiten.
Jetzt sind wir in einer schlechten Zeit. Weil dramatisch weniger exportiert wird, fallen die Transportmengen und mithin die Transportpreise. Das beschert auch Hapag-Lloyd hohe Verluste.
An den Mitarbeitern wird das nicht spurlos vorübergehen
Deutschlands größte Container-Reederei muss darauf wohl mit einem verschärften Sparprogramm reagieren, das auch an den 7200 Mitarbeitern nicht spurlos vorübergehen dürfte. Der Handlungsdruck ist besonders groß, weil die Hamburger eben nicht über große Reserven verfügen. Der ehemalige Alleineigentümer TUI hat die Reederei weitgehend ausgesaugt. Hapag-Lloyd sitzt jetzt auf einem Schuldenberg von 2,3 Milliarden Euro.
Bei den Banken dürfte daher nicht mehr viel zu holen zu sein. Wenn die Hamburger also tatsächlich frisches Geld benötigen sollten, müssen sie sich dieses woanders besorgen. Mitaktionär Klaus-Michael Kühne ruft vorsorglich schon mal den Staat zu Hilfe. Das indes wäre der falsche Weg. Gefordert sind hier nur die Eigentümer.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,52 | +0,49% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2534 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,83 $ | −0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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