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Handelskonzern Finanzinvestoren wollen Douglas aufspalten

15.02.2012 ·  Zu Douglas gehört nicht nur die Parfümeriekette, sondern ein ganze Reihe bekannter Ketten. Bald könnte sich der Handelskonzern von seiner Buchhandelskette Thalia trennen.

Von Holger Paul und Brigitte Koch
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© dapd Douglas-Filiale in Dortmund

Den Mitarbeitern des Hagener Handelskonzerns droht der völlige Umbau ihres Konzerns. Das betrifft vor allem bekannte Tochterunternehmen wie Thalia, Appelrath Cüpper sowie Hussel, die eventuell abgespalten werden könnten.

Das Szenario könnte Wirklichkeit werden, wenn sich die Familieneigner - wie geplant - tatsächlich mit Finanzinvestoren verbünden und das Unternehmen von der Börse nehmen. Dem Vernehmen nach führt die Eignerfamilie Kreke mit den Beteiligungsgesellschaften Apax und BC Partners sehr ernsthafte Gespräche. Und auch der Finanzinvestor Permira soll sein Interesse signalisiert haben.

Die Finanzinvestoren interessieren sich nach Informationen der F.A.Z. für die gut laufenden Sparten von Douglas - die Parfümeriekette und den Schmuckhändler Christ. Die ebenfalls zu Douglas gehörende Modekette Appelrath Cüpper sowie die Süßwarenkette Hussel könnten nach ihren Vorstellungen auf der Verkaufsliste landen. Noch weniger Interesse haben die Finanzinvestoren an der Buchhandelskette Thalia und plädieren für einen Verkauf, noch bevor sie bei Douglas einsteigen. Die mit einem Umsatz von rund 935 Millionen Euro zweitgrößte Sparte ist derzeit das Sorgenkind des Konzerns. Wegen der starken Konkurrenz von Internetversendern wie Amazon kämpft Thalia mit rückläufigen Umsätzen und Erträgen. Die Finanzinvestoren stören sich auch an sehr lang laufenden Mietverträgen für die Filialen.

Gründerfamilie will Thalia in der Gruppe erhalten

Ob es so kommt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Denn die maßgeblich am Unternehmen beteiligte Gründerfamilie Kreke will Thalia und auch die anderen Sparten in der Gruppe erhalten. „Wir betreiben seit jeher eine renditeorientierte Portfoliopolitik mit der Maßgabe, dass alle Tochtergesellschaften ihre Kapitalkosten verdienen müssen oder zumindest die Aussicht haben, sie in absehbarer Zeit verdienen zu können. Von einer Zerschlagung kann daher keine Rede sein“, sagte Douglas-Chef Henning Kreke der F.A.Z.. Der Thalia-Chef Michael Busch genieße das Vertrauen des Douglas-Vorstands und des Aufsichtsrats, heißt es. Er arbeitete derzeit an einem Restrukturierungsprogramm.

Die Aufspaltungstheorien rund um Douglas kursieren, seit bekannt geworden ist, dass Jörn und Henning Kreke das Unternehmen mit Unterstützung von Finanzinvestoren vollständig erwerben und anschließend von der Börse nehmen wollen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Aufsichtsratsmitglied und Investmentbanker Michael Hinderer, der mit der Schwester von Henning Kreke verheiratet ist und die Familie strategisch berät.

Hinderer war einst Mitgründer der deutschen Einheit von Apax. Allerdings gebe es in Sachen Douglas zwischen ihm und Apax keine Verbindungen, heißt es. Den beiden Krekes gehören derzeit knapp 13 Prozent der Aktien. Sie wollen Douglas von der Börse nehmen, weil sie eine Fortentwicklung des Konzerns ohne die ständigen Berichtspflichten bevorzugen. „Unsere Überlegungen sind nicht ad acta gelegt, aber durch die Entwicklungen der letzten Wochen sicherlich nicht einfacher geworden“, sagte Kreke.

Mit dem Großaktionär Oetker, dem 26 Prozent der Douglas-Anteile gehören, verbindet die Gründerfamilie nach eigenem Bekunden ein gutes Verhältnis. Sollte sich Oetker von seinem als Finanzanlage geführten Douglas-Paket trennen, müssten die Finanzinvestoren dafür wohl einen hohen Aufschlag bezahlen. Nach derzeitigen Börsenkursen wird das Paket mit rund 330 Millionen Euro bewertet.

Ob die interessierten Private-Equity-Häuser eine Finanzierung für eine solche Transaktion mit ungewissem Ausgang zusammenbekommen, ist unsicher, da die Banken nur wenig Interesse haben, Kredite für große Übernahmen bereitzustellen. Offen ist auch, wie sich der Douglas-Großaktionär und Drogeriemarktbesitzer Erwin Müller verhalten wird. Er besitzt schon knapp 11 Prozent der Aktien und hat eine Option auf weitere mehr als 15 Prozent, mit denen er eine Sperrminorität aufbauen könnte. Dies könnte ihn allerdings teuer zu stehen kommen, denn es handelt sich um Put-Optionen. Das heißt, Müller könnte gezwungen sein, Douglas-Aktien zu einem Preis zu übernehmen, der deutlich über dem jetzigen Aktienkurs liegt. Dann wiederum hätte er wohl nur ein Verkaufsinteresse, wenn der angebotene Preis sehr hoch wäre - was die Transaktion für Finanzinvestoren unattraktiver macht.

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