12.05.2009 · Der Handelskonzern Arcandor will staatliche Hilfen für seine angeschlagene Warenhaussparte Karstadt. Weil die Bundestagswahl bevorsteht, müssen sich die Mitarbeiter nicht allzu viele Sorgen machen. Auch wenn die Eingriffe zu Lasten der gesund wirtschaftenden Konkurrenz gehen.
Von Carsten KnopEs ist bitter für 53.000 Mitarbeiter und gewiss auch hart für die Immobilienpreise in zahlreichen deutschen Innenstädten. Aber eine Insolvenz des Warenhausbetreibers Karstadt führte nicht zu Versorgungsengpässen bei Bekleidung, Parfümerieartikeln, Büchern, Spiel- oder Haushaltswaren. Das werden die Wettbewerber von Karstadt den Politikern gern bestätigen, wenn die darüber nachdenken, ob auch Karstadt durch eine Bürgschaft von mindestens mehreren hundert Millionen Euro „gerettet“ werden sollte.
Andererseits gilt auch hier, dass eine Bundestagswahl bevorsteht – und noch etwas eher Kommunalwahlen im Karstadt-Heimatland Nordrhein-Westfalen. Die Wahrscheinlichkeit ist daher hoch, dass sich die Mitarbeiter und die Oberbürgermeister mit Karstadt-Standorten nicht allzu viele Sorgen machen müssen.
Sie sollten aber auch wissen, dass derartige Eingriffe zu Lasten der gesund wirtschaftenden Konkurrenz gehen, die vielleicht attraktivere Arbeitsplätze schafft, und die Lösung der strukturellen Schwierigkeiten im Handel damit nur verschoben wird. Die Parallelen zwischen Opel und Karstadt sind erschreckend, die staatlichen Retter nicht mehr aufzuhalten.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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