23.03.2004 · Der Handelskonzern Karstadt-Quelle hat nach einem Gewinneinbruch 2003 auch zum Auftakt des ersten Quartals Einbußen verzeichnet. Umsatzschwache Filialen sollen rentabler werden oder schließen.
Der Handelskonzern Karstadt-Quelle hat nach einem Gewinneinbruch 2003 auch zum Auftakt des ersten Quartals Umsatzeinbußen verzeichnet. Mit verändertem Sortiment in den Warenhäusern will Karstadt-Quelle der anhaltenden Krise im Einzelhandel begegnen.
Für das erste Quartal werde ein Rückgang der Umsatzerlöse um 4 bis 5 Prozent erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Auch für das Gesamtjahr 2004 hegt er nur „moderate Erwartungen“ an die Branche. „Die Schwäche im deutschen Einzelhandel und der intensive Wettbewerb halten an“, sagte Urban.
Vorerst keine Ergebnisprognose für 2004
Im stationären Einzelhandel der Warenhäuser und Fachgeschäfte vergrößerte sich der operative Verlust (Ebta) im vergangenen Jahr auf 147,9 (Vorjahr: minus 129,8) Millionen Euro. Im Versandhandel erzielte der Konzern zwar noch einen operativen Gewinn, der aber um 41 Prozent auf 91,1 (154,1) Millionen Euro schrumpfte. Die Netto-Finanzverschuldung will der Konzern im laufenden Jahr auf 3,3 bis 3,6 von 4,1 Milliarden Euro senken.
Eine konkrete Umsatz- und Ergebnisprognose für 2004 wollte Karstadt-Quelle vorerst nicht abgeben. Dazu seien die Rahmenbedingungen in Deutschland, von denen der Konzern stark abhänge, zu unsicher, sagte Urban.
Weniger Technik, mehr Einrichtung
Den defizitäre Warenhausbereich will Karstadt-Quelle gründlich umgebauen. Vorgesehen sind weitere Partnerschaften wie unlängst mit der Rewe, sowie Neuerungen im Sortiment und ein weiterer Abbau der Fixkosten, wie der Vorstandschef Urban ankündigte.
Zu den Verlustbereichen, die Urban abbauen will, gehört das Angebot an technischen Artikeln. Die Verluste in diesem Bereich überträfen noch die der Lebensmittelsparte. Im Bereich Technik solle die Fläche reduziert und insbesondere in kleinen Filialen das Sortiment auf Produkte mit kurzer Verweildauer, so genannte Schnelldreher, konzentriert werden.
Auf der anderen Seite will Urban das Sortiment um Lifestye-Angebote für Wohnung und Haushalt erweitern. Dazu soll die Eigenmarke “Yorn“ dienen. Ab Mitte des Jahres soll die neue Linie in rund 50 Warenhäusern präsent sein.
Umsatzschwachen Filialen droht Schließung
Bei den Warenhäusern an problematischen Standorten, die rund zehn Prozent vom Umsatz des gesamten Bereichs ausmachen, schließt Karstadt-Quelle die Schließung oder den Verkauf von Filialen nicht aus.
Allerdings werde dies erst in Betracht gezogen, wenn andere Möglichkeiten nicht erfolgreich seien, sagte Urban. Vorerst will er versuchen, diese Häuser mit veränderten Konzepten auf Rentabilität zu trimmen. Er sei zuversichtlich, daß hier erhebliche Verbesserungen zu erzielen seien.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,39 | +0,34% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2536 | −0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | −0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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