Der Handelskonzern KarstadtQuelle hat im Frühjahr Boden gut gemacht und blickt mit verhaltener Zuversicht ins Jahr. Im zweiten Quartal lag der Umsatz gut ein Prozent im Plus nach einem ebensolchen Rückgang in den ersten drei Monaten.
Insgesamt präsentierte der Essener Waren- und Versandhauskonzern am Donnerstag einen Halbjahreserlös auf Vorjahresniveau und lag damit etwas über der leicht rückläufigen Branche.
Warenhäuser holen nach Gewinneinbruch wieder auf
Entsprechend bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, auch im Gesamtjahr den Markt sowie sein operatives Ergebnis aus 2002 zu übertreffen. Zuletzt gewann Karstadt-Quelle deutlich an Effizienz und verbesserte seine Marge. Die Aktie legte zu. Das zweite Quartal bekam dank des Ostergeschäfts und eines intensiveren Marketings vor allem dem Stationären Einzelhandel gut: Die zweitgrößte Konzernsparte, die Warenhäuser und Fachgeschäfte umfaßt, legte rund ein Prozent zu nach einem Einbruch von sieben Prozent zu Jahresbeginn. Auf Halbjahresbasis ergab sich damit allerdings noch ein dreiprozentiger Rückgang.
Versandhandel stagniert
Der anfangs wachsende Versandhandel stagnierte im zweiten Quartal, wobei wegen Jubiläumsangeboten ein hoher Basiseffekt aus dem Vorjahr zu berücksichtigen ist. Aufgelaufen lag dieser größte Unternehmensbereich in den ersten sechs Monaten damit 1,5 Prozent im Plus. Nimmt man die zweistellig gewachsenen neuen und deutlich kleineren Segmente Dienstleistungen und Immobilien hinzu, so kommt Karstadt-Quelle im ersten Halbjahr auf einen Gesamtumsatz von 7,3 Milliarden Euro - 0,02 Prozent mehr als zur Zwischenbilanz 2002. Der gesamte Einzelhandel im engeren Sinn verzeichnete dagegen ein Minus von 0,1 Prozent.
Daher ist der MDAX-Konzern weiter zuversichtlich, sich auch im ganzen laufenden Jahr besser zu entwickeln als der vergleichbare Markt. Bereits jetzt habe die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten an Samstagen zu einer leichten Belebung des Konsums geführt.
Für das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen auf Firmenwerte (EBTA) bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Wolfang Urban die Erwartung, ohne Sondereffekte mindestens 250 Millionen Euro einzufahren nach 238 Millionen Euro im vergangenen Jahr. In den ersten sechs Monaten war das EBTA noch branchenüblich negativ. Das Ergebnis verbesserte sich allerdings um 219 Millionen Euro auf minus 97 Millionen. Rechnet man Einmaleffekte heraus wie die neuerliche Aufdeckung stiller Reserven zur Deckung eines Pensionsfonds, so ergibt sich ein Plus von 20 Millionen Euro beim Halbjahres-EBTA.