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Handel Karstadt-Quelle stellt sich auf weiteren Umsatzrückgang ein

12.05.2004 ·  Die Konsumflaute hat sich im ersten Quartal fortgesetzt. Bei Europas größtem Warenhauskonzern hat sich der Nettoverlust in diesem Zeitraum vervierfacht. Auch der Hauptverband des Einzelhandels bleibt skeptisch.

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Der größte europäische Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle leidet weiter unter der Flaute im Einzelhandel und hat bekräftigt, für 2004 mit einem Umsatzrückgang zu rechnen.

„Unsere Kostenstrukturen haben wir auf ein Umsatzminus von rund drei Prozent eingestellt", sagte der Chef des im MDax notierten Essener Unternehmens, Wolfgang Urban, am Mittwoch anläßlich der Veröffentlichung des Berichts zum ersten Quartal. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr sei wegen der vielen konjunkturellen Unwägbarkeiten allerdings schwierig.

Karstadt-Quelle spürt Zurückhaltung der Verbraucher deutlich

Auf das Geschäft wirkten sich unter anderem Preissteigerungen im Gesundheitswesen sowie höhere Aufwendungen für die Altersvorsorge und eine gestiegene Sparquote aus, hieß es weiter.“ Die Verbraucher seien unverändert zurückhaltend und kauften sehr preisbewußt.

Der Handelskonzern gab am Mittwoch einen Nettoverlust von 110,3 Millionen Euro bekannt nach minus 25,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Erlöse gingen, wie bereits bekannt, um 4,4 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro zurück.

Der Bereich Stationärer Einzelhandel aus Warenhäusern und Fachgeschäften war 3,9 Prozent rückläufig. Im Versandhandel als zweitem Hauptbereich des Essener Unternehmens, gingen die Erlöse um 5,1 Prozent zurück.

Karstadt-Chef wehrt sich gegen Rabattschlachten

Viel hänge davon ab, ob die Konsumfreude wieder zunehme und der Einzelhandelsumsatz in Deutschland, wie von den Experten erwartet, tatsächlich um rund ein Prozent wachsen werde, erklärte Urban. Darüber hinaus müsse es dem Einzelhandel gelingen, den „anhaltend destruktiven Preiswettbewerb wieder in geregelte Bahnen zu lenken und die Dominanz von Rabattschlachten im Weihnachtsgeschäft zurückzudrängen“.

Bei einem Konzernumsatz am oberen Ende der Erwartungen und einer weiterhin positiven Margenentwicklung werde das Konzernergebnis (Ebita) signifikant steigen, stellte das Unternehmen in Aussicht. „Erreicht der Konzernumsatz nur das untere Ende der Erwartungen, hätte dies voraussichtlich ein negatives operatives Ergebnis im mittleren zweistellligen Millionenbereich zur Folge.“ 2003 hatte KarstadtQuelle noch einen geringen Gewinn von neun Millionen Euro erwirtschaftet.

Einzelhandelsverband bleibt skeptisch

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat am Mittwoch seine Hoffnung auf eine positivere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte bekräftigt. "Im Einzelhandel haben wir bisher noch nichts von einem Aufschwung verspürt", sagte HDE-Präsident Hermann Franzen.

Im ersten Vierteljahr seien die Umsätze nominal und real gesunken, und auch im April ließen Meldungen von Unternehmen kaum eine Besserung erwarten. „Nach diesen ersten vier Monaten wird es für den gesamten Einzelhandel nicht leicht werden, in diesem Jahr zumindest mit einem kleinen positiven Ergebnis abzuschneiden.“

Quelle: Reuters, Dow Jones-vwd, AP
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