18.03.2004 · Der Kaufhauskonzern Karstadt-Quelle will für das Geschäftsjahr 2003 trotz eines rückläufigen Ergebnisses eine unveränderte Dividende zahlen. Mit Rewe soll es ein Gemeinschaftsunternehmen für Lebensmittel geben.
Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher 2003 einen deutlich geringeren Gewinn als im Jahr zuvor erzielt. Die Dividende soll dennoch stabil bleiben. Außerdem wurde am Abend entschieden, die Lebensmittelabteilung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Rewe-Handelsgesellschaft einbringen.
Der Aufsichtsrat habe der Gründung eines Joint-Ventures mit Rewe zum Betrieb der Abteilungen in den Karstadt-Warenhäusern zugestimmt, teilte der Konzern mit. Früheren Angaben zufolge sollen die 72 Lebensmittelabteilungen in den Karstadt-Warenhäusern ihren Namen Karstadt behalten. Bislang lieferte die Genossenschaftsgruppe Edeka als Großhändler die Lebensmittel. Der Vertrag läuft Ende 2004 aus. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Pläne des Unternehmens als Ausgliederung bewertet, von der bundesweit 4000 Mitarbeiter betroffen seien.
Das Karstatdt-Quelle-Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen und ertragsabhängigen Steuern (Ebta) sei 2003 auf 225 Millionen Euro geschrumpft nach 294 Millionen Euro im Vorjahr, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Unterm Strich habe der Nettogewinn 108 (Vorjahr: 162) Millionen Euro betragen. Damit lag der Konzern deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Jahresüberschuß nach Minderheiten von 138 Millionen Euro gerechnet hatten. Die Dividende solle gleichwohl unverändert bei 0,71 Euro je Aktie bleiben.
Umsatz schwächer als erwartet
Vorläufige Umsatzzahlen für 2003 hatte Karstadt-Quelle bereits bekannt gegeben. Danach verbuchte der Essener Konzern beim Umsatz einen Rückgang von 3,5 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro - stärker als erwartet. Auch das schwache Weihnachtsgeschäft hatte zu diesem negativen Wert beigetragen.
Von der allgemeinen Konsumzurückhaltung und den ausgeprägten Rabattaktionen waren vor allem die zum Konzern gehörenden Warenhäuser und Fachgeschäfte betroffen. Die mit Lufthansa gehaltene Reisegesellschaft Thomas Cook weist einen Verlust von 251 Millionen Euro aus, der das Ergebnis entsprechend der Beteiligung von 50 Prozent belastet. Der Aufsichtsrat hat sich für eine Kooperation mit der Kölner Rewe-Gruppe ausgesprochen. Das in 72 Karstadt-Filialen betriebene Lebensmittelgeschäft mit 4000 Mitarbeitern soll in ein Gemeinschaftsunternehmen ausgegliedert, an dem beide Partner mit 50 Prozent beteiligt sind.
Angeblich verzichten die Vorstände des Kaufhausriesen freiwillig auf einen Teil ihrer Bezüge. Das hätten Mitglieder des Konzern-Aufsichtsrats mitgeteilt, berichtet das Düsseldorfer „Handelsblatt“ am Freitag. Auch das Kontrollgremium selbst kürze sich die Aufsichtsrats-Tantieme. Über die Höhe des Verzichts sei Stillschweigen vereinbart worden.
Auch den Mitarbeitern des Konzerns drohten erhebliche Einschnitte, heißt es weiter. Gegen den Widerstand von Warenhaus-Vorstandschef Helmut Merkel, der den Betriebsrat hinter sich wisse, sollten im stationären Geschäft auf Drängen des Konzernvorstands 3.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die nächste Verhandlungsrunde sei für die Woche vor Ostern geplant. Neben dem Personalabbau stünden auch Lohnkürzungen auf der Agenda..
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