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Handel „Ihr Platz“ verschreibt sich Radikalkur

23.06.2005 ·  Die angeschlagene Drogeriemarktkette „Ihr Platz“ streicht mehr als 900 Stellen und schließt 80 Filialen. Am Jahresende soll das Unternehmen wieder mit Gewinn wirtschaften.

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Die angeschlagene Drogeriemarktkette „Ihr Platz“ streicht im Rahmen ihres Sanierungsplans mehr als 900 Stellen.

Damit fallen mehr Arbeitsplätze weg, als das Unternehmen mit derzeit 8.800 Beschäftigten vor drei Wochen bei seinem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung angekündigt hatte. In den kommenden Wochen würden 80 Filialen sowie das Zentrallager im hessischen Niederaula geschlossen, teilte „Ihr Platz“ am Donnerstag in Osnabrück mit. Künftig werde es nur noch ein Zentrallager am Unternehmenssitz geben.

Insolvenzexperte: 90 Prozent der Stellen gesichert

Von den mehr als 900 angekündigten Stellenstreichungen entfallen rund 210 auf das Zentrallager in Niederaula und etwa 50 auf die Verwaltung in Osnabrück. Die restlichen rund 660 Arbeitsplätze sollen mit der Schließung der 80 Filialen wegfallen. Zwei Drittel dieser Arbeitsplätze seien Teilzeitstellen, erklärte das Unternehmen. Rund 100 Stellen sollen mit dem Ausbau des Zentrallagers in Osnabrück neu entstehen. Die Gruppe hat derzeit 681 Filialen.

„Wir sind zuversichtlich, daß etwa neun von zehn Filialen dauerhaft erhalten bleiben“, sagte Insolvenzexperte Horst Piepenburg, Mitglied der Geschäftsleitung. Etwa 90 Prozent der Arbeitsplätze seien gesichert. Bis zum Jahresende will die Drogeriemarktkette die Gewinnzone erreichen.

„Ermutigend positive Umsatzentwicklung“

„Ihr Platz“ verzeichnet nach eigenen Angaben seit Ende Mai eine „ermutigend positive Umsatzentwicklung“. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte 7,5 Millionen Euro in das Unternehmen gepumpt, damit Finanzierungslücken bei der Sanierung gestopft werden können.

Inzwischen hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben mit den meisten Lieferanten auf eine langfristige Belieferung geeinigt. Der Filial- und Franchiseumsatz betrug 2004 etwa 700 Millionen Euro. Zugleich schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben rote Zahlen.

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