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Handel Einzelhandel zieht nach WM gemischte Bilanz

13.07.2006 ·  Die einzelnen Einzelhandelsbereiche haben von der Fußball-Weltmeisterschaft in unterschiedlichem Maße profitiert. Für das kommende Jahr rechnet der Einzelhandelsverband allerdings mit weiterem Stellenabbau.

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Der deutsche Einzelhandel zieht eine gemischte Bilanz nach dem Abschluß der Fußball-Weltmeisterschaft. Zwar habe sich die Erwartung von rund 2 Milliarden Euro zusätzlichem Umsatz durch die WM erfüllt, allerdings hätten die einzelnen Einzelhandelsbereiche sehr unterschiedlich davon profitiert, sagte Hermann Franzen, Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Donnerstag in Berlin.

Kräftigen Aufwind durch die Fußballweltmeisterschaft hätten die Handelssparten erlebt, die nah am Fußball waren, wie etwa die Unterhaltungselektronik und Fanartikel, sowie auch Teile des Lebensmitteleinzelhandels. Dagegen konnte der Bereich klassische Bekleidung nicht mithalten.

Jahresumsatz „alles andere als optimal“

Der bisherige Jahresumsatz für dieses Jahr sei für die Branche insgesamt „alles andere als optimal“, sagte Franzen. Der Einzelhandelsumsatz bewegte sich in der ersten Jahreshälfte nur wenig über dem Niveau des Vorjahres. “Die bisherige Entwicklung bekräftigt unsere recht vorsichtige Jahresprognose für ein nominales Umsatzplus zwischen einem halben und einem Prozent“, sagte Franzen.

Mit Befürchtungen blickt der Einzelhandel allerdings in das kommende Jahr und erwartet „allerhöchstens“ eine Stagnation der Umsätze sowie einen weiteren Beschäftigungsrückgang. “Wenn 2007 so schlecht wird, und wenn das, was wir befürchten, eintritt, also wieder allerhöchstens Stagnation, dann wird der Beschäftigungsabbau im nächsten Jahr mehr werden als 2006“, sagte Holger Wenzel, Hauptgeschäftsführer des HDE. Im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einem Abbau von rund 20.000 Arbeitsplätzen, was einem Rückgang um etwa 1 Prozent entspricht.

Stimmung steigt nicht an den Kassen

Nach HDE-Einschätzung wird das „Erwachen“ 2007 kommen. „Geht man davon aus, daß der klassische Einzelhandel im kommenden Jahr angesichts der Mehrwertsteuererhöhung 2 Prozent mehr umsetzen müßte, um das Vorjahresergebnis in realer Rechnung zu erhalten, sieht man, wie hoch die Vorgabe ist“, sagte der HDE-Präsident Franzen.

Hierzu brauche es „in der Tat eines kleines Wirtschaftswunder“. Zwar sagten die Wirtschaftsforschungsinstitute seit Monaten aus, daß die Stimmung steige. „Aber wir merken es nicht in der Kasse“, sagte Wenzel. Der HDE rechne für die deutsche Wirtschaft insgesamt 2006 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent bis 1,8 Prozent.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Dow Jones
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