Home
http://www.faz.net/-gqe-pjvc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Halbleiter Infineon einigt sich mit Schumacher auf Abfindung

23.12.2004 ·  Vor neun Monaten nahm Ulrich Schumacher seinen Hut, jetzt haben er und der Chipkonzern Infineon endlich den Arbeitsvertrag gelöst. Seine Abfindung beträgt Spekulationen zufolge zwischen acht und zwölf Millionen Euro.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Knapp neun Monate nach der Ablösung von Ulrich Schumacher hat sich der Chipkonzern Infineon mit seinem ehemalligen Vorstandschef auf eine Auflösung des Vertrags geeinigt. Das Anstellungsverhältnis werde zum Jahresende beendet.

„Die Infineon Technologies AG und Dr. Ulrich Schumacher haben sich über die Beendigung des Anstellungsverhältnisses von Dr. Schumacher zum Jahresende 2004 verständigt", teilte der viertgrößte Chipkonzern der Welt am Donnerstag in München mit.

Autoritärer, unkooperativer Führungsstil

Ein Konzernsprecher wollt auf Anfrage keine weitergehenden Details des Aufhebungsvertrages nennen. Insbesondere die Höhe der Abfindungssumme wurde nicht genannt. In Medienspekulationen war von acht bis zwölf Millionen Euro die Rede.

Schumacher hatte am 25. März ohne Angabe von Gründen seinen Posten niedergelegt. Bis heute steht eine offizielle Begründung seitens des Managers oder des Unternehmens aus. Im Aufsichtsrat war die Trennung mit dem autoritären, unkooperativen Führungsstil des Managers sowie strategischen Differenzen begründet worden. Schumacher hatte unter anderem mit der Verlagerung von Unternehmensteilen ins Ausland, Plänen für die Trennung von leistungsschwachen Mitarbeitern und der Firmensitz-Debatte für negative Schlagzeilen gesorgt.

„Aus dem Ruder gelaufen“

„Es gab erhebliche Differenzen im Vorstand über die Fortführung einer Strategie, die zum Inhalt hatte, weiter Arbeitsplätze aus Deutschland zu verlagern", hatte es damals in Branchenkreisen geheißen. Die anderen Mitglieder des Gremiums hätten sich daraufhin an den Aufsichtsrat gewandt. „Da ist dann emotional etwas passiert, was aus dem Ruder gelaufen ist.“

Infineon war von Aktionären und Wertpapierschutzvereinigungen mehrfach heftig dafür kritisiert worden, daß Schumacher noch lange Zeit nach seinem Ausscheiden auf der Gehaltsliste stand. Die Auflösung des Vertrags mit Schumacher habe sich zwar ungewöhnlich lange hingezogen, zumindest zur Hauptversammlung Ende Januar sei das Thema nun aber erledigt.

Posten als Verwaltungsrat

Zum 1. September hat bei Infineon der ehemalige Continental-Vizechef Wolfgang Ziebart das Ruder übernommen. Er will den Konzern, der auch im Boomjahr 2004 kaum Gewinne erwirtschaftete, auf Rendite trimmen und unprofitable Randbereiche abstoßen. Konkrete Maßnahmen oder Ziele hat er allerdings auch nach hundert Tagen im Amt bislang nicht genannt.

Schumacher selbst hat Mitte September einen Posten als Verwaltungsrat beim Schweizer Software-Anbieter Esmertec übernommen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler. Mehr 38 144

29.05.2012 11:52 Uhr
  Vortag
Dax 6.343,79 +0,33%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.382,63 +0,43%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2535 −0,05%
Rohöl Brent Crude 106,92 $ −0,32%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.