20.11.2003 · Eine der größten Investitionen in den neuen Bundesländern ist perfekt: Der amerikanische Halbleiterkonzern Advanced Micro Devices AMD baut für 2,4 Milliarden Euro seine zweite Chipfabrik in Dresden.
Der amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices wird in den nächsten Jahren 2,4 Milliarden Dollar (etwa zwei Milliarden Euro) in den Bau seiner zweiten Chipfabrik in Dresden investieren. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, das Werk werde 2006 die Produktion aufnehmen und 1000 Mitarbeiter beschäftigen.
Der Freistaat Sachsen und eine Gruppe europäischer Investoren um die Jenoptik-Tochter M + W Zander beteiligten sich mit 320 Millionen Dollar an dem Werk. Hinzu kämen 500 Millionen Dollar an Zulagen und Zuschüssen von Bund und Land, die von der EU-Kommission noch genehmigt werden müßten. Die thüringische Jenoptik erhielt einen Auftrag von rund 380 Millionen Euro von AMD zum Bau des Kernbereichs der Anlage. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) bezifferte die Zahl der Arbeitsplätze, die direkt und indirekt durch das neue Werk entstünden, auf 2300. Analysten zufolge steht die Halbleiterindustrie nach der schwersten Krise der Branche am Beginn eines neuen Aufschwungs.
Großauftrag für Jenoptik
AMD will die Gesamtsumme in Dresden innerhalb von vier Jahren investieren. Der Konzern betreibt in der sächsischen Landeshauptstadt bereits seit 1996 eine Chipfabrik mit 2000 Beschäftigten. Auch der Konkurrent Infineon hat in Dresden eine Chipfabrik mit 5000 Mitarbeitern gebaut. Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik teilte mit, jenseits der Beteiligung erhalte man einen Auftrag von AMD in Höhe von 380 Millionen Euro. Die im TecDax notierte Aktie des Unternehmens gewann daraufhin in einem schwachen Markt über viereinhalb Prozent.
Milbradt sagte dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Dresden habe es geschafft, Standorte in Singapur und den Vereinigten Staaten auszustechen. Zum Erfolgsrezept zählten „qualifizierte Fachkräfte, die bereits angesiedelten Elektronikunternehmen, eine schnell funktionierende Verwaltung und die gute Zusammenarbeit mit den Forschern an der TU Dresden". In Vergleich zu Frankfurt (Oder), wo der Bau einer Chipfabrik des Betreibers Communicant ungeklärt ist, stimme in Dresden die Kalkulation. Zudem seien bereits Investoren in der Stadt ansässig.
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sagte, die Investition von AMD sei ein wichtiges Signal für den Innovationsstandort Deutschland. Mittlerweile beschäftige die Halbleiterbranche in der Region Dresden etwa 11.000 Menschen.
Branche vor neuem Aufschwung
Nach zweijähriger Krise steht die Branche Analysten zufolge vor einem neuen Aufschwung. Daher hatten zuletzt viele Unternehmen angekündigt, ihre Investitionen zu erhöhen, um ausreichend Kapazitäten für Produkte bereitzustellen. So will etwa Infineon im Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) für Sach- und Finanzinvestitionen insgesamt 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro ausgeben und hat bereits erklärt, sich angesichts der positiven Aussichten eher am oberen Ende der Spanne zu bewegen. 2002/03 investierte Infineon eine knappe Milliarde Euro. Die Münchener rechnen für 2003 mit einem weltweiten Wachstum der Halbleiterbranche von elf und für 2004 mit 18 Prozent. Damit ist der Konzern im Vergleich zu den meisten Marktforschungsinstituten sogar eher noch auf der konservativen Seite.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,63 | +0,43% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 106,92 $ | −0,32% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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