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Haim Saban Milliardär mit einem Anliegen

05.08.2005 ·  Daß Haim Saban weiß, was er den Medien bieten muß, hat er heute wieder einmal bewiesen. Publikumswirksam küßte er dem Springer-Vorstandschef die Hand. Aber wird er auch in Zukunft ein verläßlicher Partner bleiben?

Von Carsten Knop
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Haim Saban weiß, was man Medien bieten muß. Er hat sein Geld in der Welt der Medien gemacht; er lebt in Los Angeles, der Stadt, die das oberflächliche Schauspiel höher bewertet als das tiefgründige. Saban hat keine Schwierigkeiten damit, dem Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner auf der Pressekonferenz zur Übernahme von Pro Sieben Sat.1 die Hand zu küssen.

Er ist sich nicht zu schade, die Anwesenden um Applaus für das Erreichte zu bitten. Und natürlich hätte ohne seine Frau Cheryl alles sowieso nicht so gut funktioniert. Auch diese Bemerkung darf im Repertoire eines erfolgreichen amerikanischen Politikers oder Geschäftsmanns nicht fehlen: Was wäre der Saban-Freund Bill Clinton ohne Hillary, Haim ohne Cheryl? Nichts.

Fast eine Familienfeier

Die Übernahme-Pressekonferenz wurde so zur Familienangelegenheit, zur Mathias-und-Haim-Show, und Cheryl schoß die Bilder mit dem Kamerahandy. Natürlich, eigentlich wollte Saban erst Springer übernehmen und dann ist es halt andersherum gekommen. Man versteht sich.

Selbstverständlich bleibt Saban an Bord, als Vorsitzender des Springer-Fernsehbeirats. Es wäre ja schließlich irrational für Döpfner und Springer, nicht von Sabans Kompetenzen zu profitieren. Saban ging es ja auch nicht wirklich um Geld, auch wenn sich sein Einsatz bei Pro Sieben Sat.1 nun in zwei Jahren beinahe verdreifacht hat.

Saban hat politische Mission

Zu diesem Glück wurde Saban förmlich gezwungen, denn Pro Sieben Sat.1 wollte damals in Deutschland kein anderer haben. Nein, wirklich wichtig ist Saban sein politisches Anliegen. Er habe nur ein politisches Thema und kenne nur eine politische Mission: Ich bin ein Mensch mit einem Anliegen, und dieses ist: Israel.

Saban also muß bleiben, will er nicht das gesellschaftspolitische Ansehen verlieren, um das es ihm angeblich auch geht. Das Geschäft mit Springer steht dazu nicht im Widerspruch, weil der Konzern eine innere Betriebsverfassung hat, die ein Vermächtnis des Verlagsgründers Axel Cäsar Springer ist und das besondere Bekenntnis zu Israel herausstellt.

In dieser Hinsicht ist die Verbindung der beiden Medienhäuser nur konsequent. Aber: Wie lange wird Saban tatsächlich bleiben? Schließlich gilt er als schwer kalkulierbar und sehr erfolgsorientiert.

Quelle: F.A.Z. vom 6. August 2005
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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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