Home
http://www.faz.net/-gqe-6xf1t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Günstlingswirtschaft in Ministerien Die Karriere der Partei-Beamten

 ·  In diversen Ministerien wird selbst in unteren Rängen nach Parteibuch befördert. Dem Land ist aber nicht gedient, wenn in den Ministerien Loyalität statt Fachkunde zählt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (52)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Werner Bült

Allerorts

In jedem Bereich menschlichen Zusammenlebens wird gekungelt und derjeneige auf das Schild gehoben, den man kennt, der auf ähnlicher Welle funkt oder von dem man sich einen Vorteil verspricht.
Selbst im rational scheinenden Wirtschaftleben werden Perso-Entscheidungen häufiger wider besseren Wissens getroffen.
Der Unterschied zur Politik ist der, dass die Entscheider früher oder später davon eingeholt werden und mit Konsequenzen rechnen müssen, während Homo Politicus in dieser Hinsicht bislang nichts zu befürchten hatte.
In keiner anderen Partei wie der FDP wurde diese Praxis so unverfroren durchgezogen. Dank der (späten) medialen Berichterstattung bekommen sie hoffentlich eine Quittung von unter 5% und stürzen über die Tischkante, um im freien Fall, die Krume noch fest umklammert, des harten Aufschlages zu harren.

Empfehlen
Juergen Inhof
Juergen Inhof (jinhof) - 05.02.2012 13:10 Uhr

Eines Tages

wird es Menschen geben, die konzeptionelle Ueberzeugungstaeter sind. Wie selbstverstaendlich werden strukturellen Probleme (dieses hier) entflechtet. Diese jetzige strategische Inzucht resultiert aus der Belohnung (wir belohnen sie) fuer kurzfristige Ziele. Alles was laenger braucht, und sich nicht individuell "rechnet" faellt hinten runter. Klein im Denken, unabhaengig von der Groesse des Dramas:
Scham? Nein: Wir brauchen brauchen Geld fuer Waffen, um virtuelle Kriege in der Ferne zu fechten (vorsorgende Wirtschaftslogik).
Gleichzeitig wissen wir, dass irgendwo auf der Welt staendig Menschen verhungern (ist echt, nicht virtuell). Logik hier: Haben keinen deutschen Pass, geht uns nichts an.
Politiker spiegeln lediglich unseren "Zustand": Primus Mensch ist die einzige Gattung, die aus Gier ihresgleichen ins Messer laufen laesst.
Abgrenzung und Vorteilnahme ist unsere Wohlstandsgrundlage. Nein - Um Gottes Willen nicht miteinander, immer schoen gegeneinander.

Empfehlen
Helga Zießler

Das ist immer schon so gewesen

Wer die Macht hat, nutzt sie - auch zur Günstlingswirtschaft. Natürlich ist es für die Arbeit besser, Leute um sich zu haben, die man kennt und auf die man sich verlassen kann. Aber wenn man hochdotierte Posten mit Freunden und Spezies aller Art besetzt, ohne Rücksicht auf deren Fähigkeiten, dann hat das mit Demokratie nichts mehr zu tun. Ein krasses Beispiel ist die Entlassung verdienter hoher Beamter in Hamburg (natürlich mit entsprechenden Geldzuwendungen) und die Neubesetzung der Positionen durch den Bürgermeister mit dessen Parteigenossen. Die Belastung des Steuerzahlers durch derartige sinnlose "Vetternwirtschaft" geht in die Millionen. Und ob dann immer "die Besten" zum Zuge kommen, darf sehr bezweifelt werden - siehe den Hamburger Skandal um die toten Kinder, die in der Obhut des Jugendamtes standen. Der zuständige Senator aber mag nicht zurücktreten.

Empfehlen
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 04.02.2012 21:22 Uhr

Verhältnismässigkeit in der Diskussion bewahren

Deutschland ist im TI Index auf Platz 14 nicht der beste Platz aber auch nicht wirklich schlecht. Dass das deutsche Naturell alles deutlich schlechter zeichnet als es ist kann man zwar als Tugend werten einen hohen Anspruch zu haben aber bei einigen Beiträgen scheint dieses Ziel nicht mehr im Fokus zu stehen.
.
Der Anspruch und der Sinn von Regelungen sollte im Vordergrund stehen. Weiterhin und das ist auch im Artikel deutlich geworden, wie können wir als Vorbild fungieren damit sich andere EU Staaten die sich leider nicht so gut entwickeln von uns lernen können?
.
Dazu währe es sinnvoller wenn man die Regeln herauskristallisiert die uns relativ erfolgreich machen und natürlich aber erst im nächsten Schritt an den Regeln feilen damit wir noch erfolgreicher werden. Wenn einzelne Politiker dann diese Regeln übertreten sollten sie auch schnellst möglich entfernt werden. Aber in der aktuellen Diskussion sind die Kriterien sehr schwammig.

Empfehlen
Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 04.02.2012 20:06 Uhr

Das sind einfach nur

völlig verlotterte Sitten - auf Kosten der Steuerzahler. Zeit mal durchzugreifen und dem Personal zu sagen, was Sache ist! Nichts darf mehr sicher sein für das politische Personal und seine erlauchten Mitarbeiter.

Empfehlen
Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 04.02.2012 19:54 Uhr

nicht nur Beamten und nicht nur Parteien

Vor Jahren erlebte ich einen Wechsel in einem Ordinariat einer grossen Universitaet. Der neue Chef brachte eine eigener Mitarbeiter mit. Diese hatten zum Teil wei weitem nicht die Qualifikation der alteingessessenen, die nichts mehr zu sagen hatten. Ich habe erwachsene, habilitierte Familienvaeter weinen
sehen. Fuer die war es teilweise ein Ritt durch die Hoelle, so wurden sie behandelt. Ohne Wuerde und ohne Anstand.

Empfehlen
Gerhard Hellmund
Gerhard Hellmund (gehel) - 04.02.2012 19:35 Uhr

Führungsqualifikation bei Ministern ist gefragt

Diese Form der Günstlingswirtschaft ist m.E. schlimmer, als das, was man dem BP vorwirft. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass sich der/die Minister(in) einen Stab von Vertrauten schafft. Die sollten aber in seinem Ministerbüro angesiedelt sein. Das Ministerium selbst sollte nicht nach Parteibuch besetzt werden dürfen, weil dadurch das Leistungsprinzip vollkommen ad absurdum geführt wird. Unabhängig von seinem Parteibuch haben doch Beamte auch eine Treudienstpflicht, die mal wieder in den Fokus gerückt werden sollte. Wer dagegen verstößt oder meint sein politisches Süppchen kochen zu müssen, gar illoyal ist, verliert eben seinen Status und fliegt. Letztlich sollte der Minister/die Ministerin auch Führungsqualifikationen haben und damit die eigene politische Zielsetzzung im Hause auch durchsetzen können, andernfalls fehlt auch hier die notwendige Qualifikation fürs Amt. Offensichtlich wird in den Parteien aber zu wenig nach Führungsqualifikation bei der Ministerauswahl gefragt.

Empfehlen
Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 04.02.2012 18:10 Uhr

Liebe Leute, Ihr erwartet zu viel von den Politikern, die ihr (aus)gewählt habt.

Schauen Sie sich die Lebensläufe verschiedener Politiker auf der Seite des Bundestages an. Die Meisten haben ein Studium absolviert, bezahlt durch Transferzahlungen unabhängig vom Einkommen der Eltern. Daneben in den Jugendorganisationen der Parteien viel Staub aufgewirbelt. Dann haben sie in den Parteien aktiv gearbeitet, z.B. Geschäftsstellen oder als Assistenten von Abgeordneten – bezahlt durch Transferleistungen. Danach, bei ausreichender Anpassung, kam dann der sichere Platz auf der Landesliste für den Landtag oder den Bundestag. Alternativ wurden sie Beamte, z.B. Lehrer, bezahlt durch Transferleistungen. Diese Politiker wissen nicht wie Werte erarbeitet werden, was arbeiten wirklich bedeutet. Sie können bei Besetzung wichtiger Stellen keine anderen Kriterien anwenden, als die ihnen bekannten. Und da gibt es eben nur das Wohlverhalten in der Parteiorganisation.

Empfehlen
Horst Ziegler

Experten wieder an die Front.

Die Beamten sind dem Staat als Ganzem verpflichtet. Auswahl nach Parteibuch sollte auf die B-Gehälter beschränkt bleiben. Aufgabe der Ministerien und Ämter ist es, sachlogische Entscheidungen vorzubereiten. Werden diese Vorlagen dann verfälscht, dann sollte hier ein klarer Trennungsstrich zwischen Sachverstand und Ideologie möglich bleiben. Darauf sollten die Prüfungsämter an sich drängen. Leider sind aber auch die Prüfungsamter mit Parteibuchbeamten in den Spitzen besetzt. Thomas Mann hat mal gesagt, der Staat in seiner betriebswirtschaftlichen Dimension sollte von Fachleuten besetzt sein. In den Sektoren des Staates, wo es um das Wohl und Wehe und die Sicherheit der Bürgerschaft geht, können auch politische Führer zeitweilig das Sagen haben. Im übrigen sollte die Macht immer vom Bürgertum ausgehen und nicht von Parteieliten. Klar. Ein Standpunkt der nicht mehr ganz in die heutige Zeit passt, aber unser System muss von politischen Beamten bereinigt werden zu Gunsten der Fachleute.

Empfehlen
gerhard Stolte

zu spät

Der Artikel ist interessant, aber warum ist der wohl größte Parteibuchklüngel, der grüne in Baden-Württemberg, nicht mitgenannt worden? Parteiliche Berichterstattung?

Empfehlen
Johannes Pfister

Empirische Evidenz?

Es ist ja durchaus begrüßenswert, daß und wenn sich auch Vertreter des Qualitätsjournalismus endlich der Verfilzung der Ministerialbürokratie zuwenden. Allerdings ist der Ansatz, den der Autor wählt, falsch. Denn er nimmt eine nur idealtypische Gegenüberstellung von Parteizugehörigkeit einerseits und Sachverstand andererseits vor. Was fehlt, ist der tatsächliche Nachweis, daß sich Beförderungen nach Parteibuch negativ auf etwa die 'handwerkliche' Qualität von Gesetzesentwürfen auswirken. Ein solcher Nachweis geht über Korrelationen hinaus, und sicher kann das nicht der Anspruch an Artikel einer Tageszeitung sein - nicht einmal der FAZ.
Zur Problematik gehört m.E. außerdem das Phänomen der sog. Leihbeamten und der Umstand, daß die Erstellung von Rechtsgutachten, aber auch von Gesetzesentwürfen vielfach an Kanzleien ausgelagert werden. Hat unser freiheitlicher Rechtsstaat nicht mehr ausreichend gut ausgebildete Juristen?

Empfehlen
Closed via SSO

Und die Folgen solcher Günstlingswirtschaft zahlen die Bürger.

Ob sie wollen oder nicht. Die noch anstehenden teuren Folgen z. B. für die Energiewirtschaft und damit den gesamten Wohlstand unseres Landes begann u. a. auch schon, als Trittin einen "Landschaftgärtner" ins Amt für Strahlenschutz hievte. Ein Schneller Brüter durch Verwaltungstricks (im Auftrag des damaligen NRW-Wanderpredigers und Flugreisenden Rau) solange torpediert wurde, bis das Projekt aus Kostengründen aufgegeben wurde. Kosten, die der Staat willkürlich verursachte. Diese u. a. Zusammenhänge werden von den deutschen Qualitätsmedien zu oberflächlich von den GEZ-"Reichs"sendern gar nicht behandelt. All diese Lobbyisten aus NGO, Industrie und "Gutmenschenprojekten" sind nicht nur teure und oft nutzlose Spielereien die der Bürger bezahlen muss, sondern sie reduzieren damit auch noch seine (wirtschaftl.) Freiheit zum Nutzen einiger weniger.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.02.2012 20:14 Uhr
Ralf Vormbaum

Und was ist mit Helmut Kohl?

Sie vergaßen den Mann zu erwähnen, der uns unbedingt mit dem Euro beglücken wollte und gegen jeden gesunden Menschenverstand half, dieses Projekt gegen den erklärten Willen der Mehrheit der deutschen Bevölkerung durchzusetzen. Was uns dieses Abenteuer noch kosten wird, mag man sich gar nicht ausdenken. Nein, Herr Theordor, die Parteibrille müssen Sie schon absetzen und den Blick etwas schärfen, dann werden Sie sehen, das alle Parteien hier ein Süppchen kochen. Und solcher Slang , wie "Gutmenschenprojekte" führt auch nicht unbedingt zu tieferen Einsichten.

Empfehlen
Alex Zunker
Alex Zunker (zunker) - 04.02.2012 15:22 Uhr

Kritik an Niebel überzogen.

Man sollte sich vergewissern, wer denn da kritisiert. Im Falle von Niebel ein schmollender SPD-Abgeordneter auf den Kreisen der "roten Heidi", wie man vergangene Woche in der FAZ lesen konnte. Die Wahrheit ist doch: SPD und Grüne treiben es noch bunter.

Empfehlen
Hans-Jürgen Junge

@ Renate Simon

Sie verwechseln Beamte und Politiker. Das zeugt von Unkenntnis. Oder von Unsachlichkeit. Vielleicht auch von beidem.

Empfehlen
Gerhard Grell

Toller Artikel. Die Realität bis auf Sachbearbeiterebene ist leider viel schlimmer (ein Insider).

Schöner Artikel. Wie so oft bringt es die FAZ exakt auf den Punkt. Der fromme Wunsch der letzten Sätze des Artikels hat mit der Realität leider wenig zu tun.
Weite Teile des Höheren Dienstes und beachtliche Teile des Gehobenen Dienstes (man verzeihe die "alten" Ausdrücke) wird jeweils weit fern der Sachkenntnisse vergeben. Auch die Beförderungen sind im Höheren Dienst meistens und im Gehobenen Dienst oft von Parteigeplänkel abhängig. Parteizugehörigkeit, Parteinähe im Gedankengut oder verschiedene Formen von blinder Folgsamkeit bis hin zum reinen Speichellecken sind Voraussetzungen für guten beruflichen Erfolg.
Es geht dabei nicht immer um Einstellungen oder Entlassungen. Es geht um zügiges Vorankommen. Fachkenntnisse bzw. beste Beurteilungen spielen dabei selten eine Rolle. Im Laufe eines Beamtenlebens wechseln die politischen Richtungen manchmal. Wer mit dem richtigen "Polit-Layout" zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sitzt, braucht kaum Fachkenntnisse.

Empfehlen
Hans-Jörg Rechtsteiner

Schnee von gestern!

Und weil ständig Neuschnee draufkommt, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bundesrepublikanischer Geschichte ein mächtiger, von Jahr zu Jahr noch größer werdender Korruptions-Gletscher gebildet. Jeder kennt ihn, doch niemand erwartet, daß er irgendwann abschmilzt. Dazu müßten die Medien entsprechend einheizen. Das aber tun sie bei weitem nicht in ausreichendem Maß. Im Gegenteil sorgen sie in ihrer Gesamtheit für ein das Gletscherwachstum förderliches Klima. Journalisten wie Herr Schäfers sind Außenseiter und können daran nichts ändern.

Empfehlen
Emil  Pohl
Emil Pohl (Pohlemil) - 04.02.2012 13:40 Uhr

Die Sache hat Gott sei Dank z w e i Seiten

Über Niebel kann man sich ärgern. Über das, was er tut. Über die Art, wie er es tut. Otto-Normal-Verbraucher hat dafür Bezeichnungen, die objektiv den Tatbestand der Beleidigung erfüllen. Verzichten wir also darauf.

Die zweite Seite allerdings ist durchaus erfreulich. Solange er eines der Gesichter seiner Partei ist, bleibt für die FDP die Fünfprozenthürde unüberwindbar.

Empfehlen
Rolf-Dirk Maehler

Und das nennt sich eine Parteiendemokratie - Endlich erkennt man um was es da geht

Politische Parteien sind die Vorstufe zu Korruption und Vetternwirtschaft. Wann endlich begreift auch Deutschland, daß von Parteien überhaupt nichts positives ausgeht. Das Grundgesetz tönt von dem Gewissen der Abgeordneten und schafft doch gleichzeitig die Voraussetzungen für ein im höchsten Maße undemokratisches System. Parteien brauchen wir nicht und daß der Wähler so etwas auch noch mitfinanzieren muß, wäre eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre. Die Herren Wulff und Konsorten lassen grüßen.

Empfehlen
Norbert Regin

Armes Deutschland, das sich von diesem Staatsschmarotzertum wehrlos

in den Ruin führen lässt! Das ist charakteristisch für das deutsche Volk!

Empfehlen
Otto Fragender

Das Schlimmste ist...

... das Aushebeln des Leistungsprinzips (d.h. der drei klassischen Kriterien "Eigung, Leistung und Befähigung") durch die Beförderung nach Parteibuch. Dadurch bleiben die Ministerien und die nachgeordneten Behörden deutlich unter ihren Möglichkeiten, da sie das eigentliche Potenzial ihrer Beschäftigten nicht ausschöpfen können. Das Verhätscheln eines Parteibuchbeamten vergrätzt Dutzende oder Hunderte andere, die dann beginnen, Dienst nach Vorschrift zu machen, da sie sehen, dass Leistung sich nicht lohnt. Den Schaden hat die Allgemeinheit.
Wie begann der Untergang Roms? Richtig, durch Nepotismus. Zum Schluss fand sich kaum noch ein Römer, der motiviert war, Hand zur Verteidigung des Staates anzulegen. Die gemieteten Hilfstruppen reichten auf Dauer nicht - nach wenigen Generationen wurde Rom von den Barbaren überrannt. Vae victis!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.02.2012 14:51 Uhr
Paul Banaschak

das ist völlig richtig - aber warum

wird jetzt plötzlich darüber gejammert. Haben sich die Beamten des Entwicklungsministeriums denn vor Niebel mit besonders guter Arbeit hervorgetan? Haben diese angeblich benachteiligten denn eine vorzeigbare Leistung erbracht? Wurde in Afrika oder sonstwo auf der Welt eine Verbesserung der armen Staaten bewirkt?
Mir ist nichts bekannt. hab ich was verpasst?

Empfehlen
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

Jüngste Beiträge

Hoffnungswert Konsum

Von Philip Plickert

Den meisten deutschen Kosumenten scheint die Euro-Krise weit weg. Sie geben ihr Geld mit vollen Händen aus. Doch kann der private Konsum die entscheidende Stütze der Konjunktur werden? Mehr

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --