http://www.faz.net/-gqe-8p23a

Nach dem Fall Winterkorn : Grüne gegen „goldene Betriebsrenten“

  • Aktualisiert am

Kerstin Andreae Bild: dpa

Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn hat für Empörung gesorgt: Knapp 3100 Euro Ruhegehalt am Tag bekommt er. Die Grünen im Bundestag fordern nun eine Begrenzung solcher Ruhegehälter von Managern.

          Die Grünen im Bundestag wollen Ruhegehälter von Managern wie dem früheren VW-Chef Martin Winterkorn begrenzen. „Die Auswirkungen aus dem VW-Abgasskandal bekommen die Beschäftigten gerade voll zu spüren, da sorgen die exorbitanten Rentenansprüche von Ex-Chef Winterkorn zu Recht für große Empörung“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Kerstin Andreae.

          Das Ruhegehalt für Winterkorn hatte für Empörung gesorgt. Der frühere VW-Chef bekommt rund 1,2 Millionen Euro im Jahr oder umgerechnet knapp 3100 Euro am Tag. Für einen Teil davon müssten die Steuerzahler aufkommen, da das Unternehmen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nutze, auch für überhöhte Gehälter, Boni und Phantasieabfindungen, sagte Andreae. „Winterkorn ist kein Einzelfall und daher brauchen wir endlich wirksame Regeln, damit diese goldenen Betriebsrenten nicht auch noch von der Allgemeinheit mitfinanziert werden.“

          Die Grünen würden in einem Antrag im Bundestag unter anderem fordern, dass die steuerliche Abzugsfähigkeit von Vorstandsgehältern begrenzt wird und Bonuszahlungen, Tantiemen und Aktienoptionen maximal ein Viertel des Gesamtgehalts ausmachen.

          Kritik auch aus FDP und CDU

          Auch aus anderen Parteien kam Kritik: In der „Bild“-Zeitung monierte der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP Wolfgang Kubicki den fehlenden „Anstand“ von Winterkorn. Und CDU-Präsidiumsmitglied Karl-Josef Laumann sagte, Winterkorn „zerstöre das Vertrauen der normalen Bevölkerung in unser gesamtes Wirtschaftssystem“.

          Der Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Volker Wissing (FDP), schlug einen Gehaltskorridor für Manager vor. Großunternehmen sollten verpflichtet werden, im Aufsichtsrat für jede Führungsposition einen Gehaltskorridor festzulegen, sagte er dem „Handelsblatt“. Das Gehalt solle abstrakt mit einer Position verknüpft werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer

          Asylstreit : „Für die Union als Ganzes existenzgefährdend“

          Der saarländische Ministerpräsident sieht im Asylstreit den Fortbestand der Union in Gefahr. Kanzlerin Angela Merkel bereitet laut einem Bericht ein Sondertreffen mit EU-Staaten zur Flüchtlingspolitik vor.
          TV-Moderatorin Anne Will und Bundeskanzlerin Angela Merkel

          TV-Kritik: Talkshow-Pause : Wo ist Anne Will?

          Am Sonntag gab es im Ersten keine Talkshow. Dabei gibt es im Augenblick so viel zu besprechen. Die Union steht vor am Abgrund, die Regierungskoalition ebenfalls. Wir stellen uns einmal vor, das wäre bei Anne Will Thema gewesen. Wer wäre da wohl aufgetaucht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.