Die Grünen haben eigene Vorschläge für eine Kostenbremse bei der Ökostromförderung vorgelegt und dabei Ideen der schwarz-gelben Regierung aufgegriffen. Die von der SPD vorgeschlagene Senkung der Steuern auf den Energieverbrauch verwarf der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Jürgen Trittin, dagegen am Mittwoch. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie von Steuersenkungen nichts halte. Die Chancen für eine Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) noch vor der Wahl könnten durch die Vorschläge der Grünen gestiegen sein. Am Donnerstag wollen sie Umweltminister Peter Altmaier (CDU) das Konzept vorstellen, der die Länder zu einem Gespräch geladen hat.
Im einzelnen schlug Trittin vor, auch die Haushalte und Gewerbebetriebe in die EEG-Umlage einzubeziehen, die selbst Strom erzeugen und deshalb für diesen geförderten Strom keine EEG-Umlage zahlen müssen. Ähnlich hatte sich Altmaier ausgedrückt. Trittin hält auch eine Kürzung der Förderung neuer Windkraftanlagen an windreichen Standorten an Land von 9 auf 6 bis 7 Cent für möglich, ohne den Ausbau abzubremsen. Doch dürften „gute“ Windstandorte längst ausgebaut sein, eine Kürzung ins Leere laufen.
Es soll weniger Ausnahmen geben
Trittin bekräftigte, die Ausnahmen vom EEG für die Industrie müssten wieder gesenkt werden. Dann würden nur Betriebe entlastet, die mehr als 10 Gigawattstunden (GWh) Strom im Jahr abnehmen, aktuell liegt die Grenze bei 1 GWh. Auch Altmaier und Merkel hatten sich für weniger Ausnahmen offen gezeigt. Nach Interpretation der Grünen waren vor allem Ausnahmen von der EEG-Umlage und die Befreiung von Netzgebühren der Industrie der Grund für den fast 50-prozentigen Anstieg der EEG-Umlage dieses Jahr. Entsprechend müssten sie reduziert und gekappt werden. Auch solle die Industrie einen Zusatzbetrag bezahlen, weil der Strompreis an der Börse gesunken sei - diese Forderung ist ein grünes Alleinstellungsmerkmal.
Verzichten wollen sie auch auf die von den Verbrauchern zu zahlende mehrere Hundert Millionen Euro schwere „Marktprämie“, die vor allem Windkraftanlagenbetreiber und Händler bekommen, damit sie ihren Strom dann verkaufen, wenn er an der Börse mehr wert ist als die Einspeisevergütung beträgt. Nicht zuletzt bekräftigen die Grünen ihr Verlangen nach staatlichen Eingriffen in den CO2-Emissionshandel und einer Verknappung der Zertifikate, damit der Preis steigt. Wie in Großbritannien solle ein Mindestpreis für Kohlendioxidzertifikate eingeführt werden.
Nicht alle Vorschläge der Grünen für kurzfristige Einsparungen sind mit den Positionen der Union kompatibel. Aber die Grünen setzten, wie Merkel und Altmaier, darauf, das EEG im Kern beizubehalten und nach der Wahl fortzuentwickeln - womit sie sich im Widerspruch zur FDP befinden. Allerdings sind die genauen Finanzwirkungen nicht abzuschätzen. Klar ist, dass die Industrie den Löwenanteil der in die Milliarden Euro gehenden Umschichtungen tragen müsste. Die Industrie hatte sich schon nach Altmaiers Vorstoß zur Eigenerzeugung irritiert gezeigt.
Für alle gilt das EEG ist so nicht länger haltbar.
Marie Gruber (mariluI)
- 13.02.2013, 19:57 Uhr
Mag ja sein, dass Sie der einzigste sind der das Wort Strompreisbremse
wörtlich nimmt.
Marie Gruber (mariluI)
- 13.02.2013, 16:37 Uhr
CDU & Grüne = SED ?
Klaus Letis (odysseus_8)
- 13.02.2013, 16:36 Uhr
Strompreisbremse? Wozu? Damit die Monopolisten ihre Gewinne weiter
erhöhen können?
Otto Meier (DerQuerulant)
- 13.02.2013, 16:10 Uhr
Die Vorschläge setzen auf jeden Fall mehr an den Ursachen der
eigentlichen Problematik an!
Christian Wrobel (luke123)
- 13.02.2013, 13:21 Uhr