30.06.2008 · In Deutschland wurden Julia Jachmann nur befristete Stellen mit geringerem Gehalt als bisher angeboten. In England erwartet sie ein bekanntes Team, mehr Geld und eine international ausgerichtete Position.
Von Julia JachmannIm Herbst letzten Jahres habe ich erfolgreich mein Studium an der Berufsakademie in Mannheim abgeschlossen und ein entsprechendes neunmonatiges Übernahmeangebot meiner ausbildenden Firma (großer Mineralölkonzern mit Sitz in Bochum) angenommen. Im Laufe dieser Zeit hat sich herauskristallisiert, dass die Personalpolitik des Unternehmens aufgrund von weltweiten Einsparungen keine Vertragsverlängerung für meine Stelle zulassen wird. Aufgrund dieser Einsparungen und darauf folgenden Umorganisationen ist meine Stelle entfallen.
Seit Beginn dieses Jahres habe ich mich daher extern auf Stellen beworben. Dies ist bis Mai unerfolgreich verlaufen, da sich zum einen viele Firmen unerträglich lange Zeit mit der Beantwortung auf meine Bewerbungsunterlagen gelassen haben (bis zu 4 Monate nach Einsendung meiner Bewerbung erhalte ich immer noch Emails à la „nach eingehender Untersuchung Ihrer Unterlagen...“) und zum anderen waren die Perspektiven weitaus schlechter als auf meiner bisherigen Stelle: weniger Gehalt, weniger Verantwortung, befristete Arbeitsverhältnisse, weitergehende Bindung an meine Eltern um finanziell auf sicheren Beinen zu stehen, etc.
Überraschendes Angebot aus England
Im Mai erhielt ich nun ein Angebot meines derzeitigen Chefs für eine gerade vakant gewordenen Stelle in unserem Team in England. Hier die wichtigsten Gründe, warum ich dies angenommen habe:
1. Ich konnte weiterhin in meinem Team arbeiten
2. Es war schon immer ein Traum von mir im englisch-sprachigen Ausland zu arbeiten
3. Eine kleine Gehaltssteigerung war inbegriffen (im Gegensatz zu potentiellen Stellen in Deutschland für die ich hohe Gehaltsverluste hätte hinnehmen müssen)
4. Die Stelle in England ist unbefristet, während ich in Deutschland weiterhin nur befristete Arbeitsangebote erhalten hätte
5. Die neue Stelle wird noch internationaler ausgelegt sein als meine bisherige Stelle
6. Lieber ein Arbeitsangebot im Ausland als keines in Deutschland
7. Aufgrund von vorhergehenden Auslandsaufenthalten habe ich bereits Freundschaften in London geschlossen auf die ich nun aufbauen kann
8. Ryanair und Co erleichtern das Wiedersehen mit Freunden & Familien zu einem günstigeren Preis als die Deutsche Bahn
Besser in jungen Jahren
Am 30. Juni geht es nun endgültig nach England - der Umzug ist fast abgeschlossen und meine Möbel sind auch schon an meinem neuen Wohnsitz in England eingetroffen. Aber nicht nur Freude und Abenteuer sind mit diesem Umzug verbunden. So ziehe ich nun endgültig von daheim weg, ich muss meine erste Wohnung gegen ein viel zu teures und kleines Zimmer eintauschen, meinen heißgeliebten Polo lasse ich in Deutschland und meine Freunde werde ich nun noch seltener sehen als vorher.
Aber was lässt man nicht alles hinter sich um ein gutes Arbeitsangebot wahrzunehmen? Ich denke daher, solange man noch jung ist und die Freiheit hat, all dies zu tun, sollte man es auch machen. Denn in zehn, fünfzehn Jahren muss man eventuell auch an die Folgen für Ehemann/ Kinder bedenken und ist in seiner Entscheidung nicht mehr so frei, wie ich es momentan sein darf.
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| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,63 | +0,43% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 106,92 $ | −0,32% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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