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Großbank Britische Steuerbehörde prüft Tausende HSBC-Konten

Die britischen Steuerbehörden überprüfen die Konten von Tausenden Kunden der größten europäischen Bank HSBC. Die Behörden wurden offenbar aktiv, nachdem ihnen eine Liste mit den Namen von 4388 Personen zugespielt wurde.

© AFP Vergrößern HSBC-Filiale in London

Die Behörden nehmen abermals die größte europäische Bank HSBC ins Visier: Nach einem Datenverlust überprüft die britischen Steueraufsicht die Konten von Tausenden Kunden des Geldhauses. „Wir erhalten aus vielen Kanälen Informationen, mit denen wir sicherstellen, dass die Steuervorschriften eingehalten werden“, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Behörde HMRC vom Freitag. Der „Daily Telegraph“ hatte zuvor berichtet, die Aufseher wollten herausfinden, ob einige HSBC-Kunden über ihren Konten Steuern hinterzogen haben. Die Bank erklärte, sie gehe dem angeblichen Verlust von Kundendaten nach.

Die Behörden wurden dem Zeitungsbericht zufolge aktiv, nachdem ihnen eine Liste mit den Namen von 4388 Personen mit Wohnsitz in Großbritannien zugespielt wurde, die auf den Konten auf der Kanalinsel Jersey 699 Millionen Pfund geparkt hätten. Darunter befänden sich Prominente, Banker, Ärzte sowie Bergbau- und Ölmanager. Außerdem führe die Liste etwa 4000 Kontoinhaber mit Adressen außerhalb Großbritanniens auf.

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Wegen eines Geldwäsche-Skandals steht die Bank bereits in den Vereinigten Staaten unter Druck. HSBC hält Strafzahlungen von deutlich mehr als 1,5 Milliarden Dollar für möglich. Bankchef Stuart Gulliver rechnet nicht nur mit Schadenersatzklagen, sondern auch mit strafrechtlichen Konsequenzen. Ein Ausschuss des amerikanischen Senats hatte im Juli nach einjähriger Untersuchung festgestellt, dass HSBC Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren. Die Bank hat sich dafür entschuldigt. Derzeit laufen interne Ermittlungen und Verhandlungen mit den amerikanischen Regulierern.

Trotz der Rückstellungen von 1,5 Milliarden Dollar wegen des Skandals konnte HSBC seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Das Geldhaus verdiente auf vergleichbarer Basis fünf Milliarden Dollar. Die Bank senkt massiv ihre Kosten: In den vergangenen beiden Jahren wurden knapp 30.000 der einst rund 300.000 Stellen abgebaut.

An der Londoner Börse gab die HSBC-Aktie 0,3 Prozent nach.

Quelle: RTR

 
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