An Flügeln mehrerer Exemplare des Großraumflugzeuges Airbus A380 sind kleine Risse aufgetreten. Die Risse sind jeweils weniger als ein Zentimeter lang. Singapore Airlines hat sie bei ihren beiden A380 schon repariert, die australische Qantas Airways beginnt nun mit dem Flicken. Auch eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates sowie eine Testmaschine sind betroffen.
Airbus hält eine sofortige Reparatur der im Verkleidungsbereich der Tragflächen beobachteten Risse nicht für notwendig. Die kleinen Schäden beeinträchtigten auch nicht die Leistung der Flugzeuge. „Es handelt sich nicht um ein sicherheitsrelevantes Problem“, sagte ein Sprecher gegenüber der F.A.Z. Airbus habe die Ursache identifiziert und einen Inspektions- und Reparatur-Prozess entwickelt, der während der routinemäßigen, alle vier Jahre angesetzten Inspektionen zum Einsatz komme. Dieses Vorgehen sei mit der internationalen Behörde für Luftsicherheit (EASA) in Köln abgesprochen.
Die Lufthansa erklärte, keine Risse an den Tragflächen ihrer acht A380 festgestellt zu haben. Airbus habe die Lufthansa über die Risse informiert und empfohlen, mit der Überprüfung bis zur nächsten Wartung zu warten, hieß es. Daran werde sich die Lufthansa halten. Auswirkungen auf den Flugplan der deutschen Fluggesellschaft gebe es deshalb nicht.
Mit bloßem Auge kaum zu erkennen
Die Risse seien mit bloßem Auge kaum zu erkennen, hieß es bei den Fluggesellschaften. Der betroffene Airbus von Qantas ist derjenige, bei dem ein Triebwerk über Indonesien explodiert war, und den nur ein Meisterstück der australischen Piloten sicher auf die Erde zurückbrachte. Eine Qantas-Sprecherin betonte, die nun entdeckten Risse stünden in keinem Zusammenhang mit der Beinahe-Katastrophe nach dem Verlust des Triebwerks von Rolls-Royce.
Solche Risse seien in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zunächst bei einer Maschine entdeckt worden, teilte Singapore Airlines mit: „Sie bedeuten kein Sicherheitsrisiko, und die Reparaturen sind ausgeführt worden. Anschließend wurde Reparaturen bei einer zweiten Maschine ausgeführt. Wir haben die betroffenen Aufsichtsbehörden in Kenntnis gesetzt, und werden unsere weiteren Maschinen inspizieren und bei Bedarf reparieren.“
Skeptischer zeigte sich allerdings die Vereinigung der australischen Flugzeugingenieure: Sie forderte, alle A380-Tragflächen sofort auf die Risse zu untersuchen. „Wenn eine der Konstruktionen während des Fluges bricht, entsteht mehr Druck auf die anderen, die dann wahrscheinlich auch brechen werden“, sagte Sekretär Steve Purvinas.
Der im Jahre 2007 in Dienst gestellte Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Sein Listenpreis liegt bei etwas über 350 Millionen Dollar; in der Praxis erhält ein Käufer allerdings einen Abschlag. Bisher wurden rund 250 Maschinen bestellt, von denen alleine 90 auf die Fluggesellschaft Emirates entfallen. Die Lufthansa hat 17 Flugzeuge bestellt, von denen acht bislang ausgeliefert wurden. Es ist in der Branche nicht unüblich, dass bei den ersten Maschinen neuer Modelle „Kinderkrankheiten“ auftreten.
Herrn Detlef Stark,
Felix Baur (FelixBaur)
- 09.01.2012, 12:44 Uhr
A i r b u s ist sakrosankt.
Felix Baur (FelixBaur)
- 08.01.2012, 15:54 Uhr
Risse können sich unter Druck auswachsen
Franz Müller (Franzy)
- 07.01.2012, 14:25 Uhr
Fail-Safe und Damage-Tolerance
Daniel Schiktanz (leffjoomis)
- 07.01.2012, 11:28 Uhr
Dieser Artikel
Gerhard Katz (spital8katz)
- 07.01.2012, 10:54 Uhr