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Größtes Berliner Krankenhaus : Pflegestreik könnte Operationen verhindern

  • Aktualisiert am

Vertreter von Verdi am Montag vor der Charité Bild: dpa

Am größten Berliner Krankenhaus, der Charité, streikt seit Montagmorgen das Pflegepersonal. Eine Notdienstvereinbarung gibt es offenbar nicht.

          Pfleger und Krankenschwestern der Berliner Charité sind mit Beginn der Frühschicht am Montagmorgen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in den Streik getreten. Patienten müssten deshalb mit einer eingeschränkten Versorgung rechnen, teilte Verdi mit. So könnten geplante Operationen verschoben werden. Die Stationen sind nach Klinikangaben voraussichtlich dünner besetzt, müssen aber nicht geschlossen werden. Die Versorgung von Notfällen gilt als gesichert.

          Die Gewerkschaft warf der Klinikleitung vor, keine Notdienstvereinbarung abzuschließen, wie es im Fall solcher Ausstände üblich sei. Sie versuche offensichtlich auf diese Weise, den Streik zu behindern. Verdi forderte den Arbeitgeber auf, die Situation nicht eskalieren zu lassen.

          Zu dem mehrtägigen Streik war aufgerufen worden, um in Verhandlungen über die Weiterführung des Tarifvertrags Druck zu machen. Die Gewerkschaft will im Streit um die Personalsituation in der Pflege erreichen, dass Maßnahmen zur Entlastung der rund 4200 Pflegekräfte eingeklagt werden können. Das lehnt die Charité-Leitung ab. Wie lang der Streik dauert, ließ Verdi zunächst offen.

          Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach, äußerte am Montag Verständnis für die Unzufriedenheit des Pflegepersonals. Die CDU-Politikerin sagte am Montag im rbb-Inforadio, es müsse alles getan werden, um die Situation an den Kliniken zu verbessern. Die Politik sei deshalb weiter in der Pflicht, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. "Wir haben schon beim ersten Streik im Jahr 2015 gemerkt, dass es Defizite im Bereich der Pflege gibt und dass wir dringend etwas tun müssen. Wenn die Umsetzung der Maßnahmen noch nicht so erfolgt ist, wie sie erfolgen sollte, dann kann ich verstehen, dass das Pflegepersonal ungeduldig ist", erklärte Fischbach.

          Quelle: hade./dpa

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