09.04.2010 · Im Falle Griechenlands darf sich nicht wiederholen, was den Banken nach dem Untergang von Lehman Brothers geglückt ist: den Steuerzahler in Geiselhaft zu nehmen, indem man die Politik unter Druck setzt.
Von Gerald BraunbergerChristian Noyer gibt Entwarnung. Der Gouverneur der Banque de France beziffert das Engagement der französischen Bank gegenüber Griechenland auf rund 50 Milliarden Dollar. Allerdings entfällt nach seinen Worten nur ein kleiner Teil dieses Betrags auf Forderungen gegen den griechischen Staat. Der Löwenanteil beläuft sich auf Forderungen gegen griechische Unternehmen und Privatpersonen. Ein eventueller Zahlungsausfall des griechischen Staates würde die französische Kreditwirtschaft damit sehr viel weniger treffen als bislang erwartet. Dennoch bleibt unwidersprochen, dass die Finanzbranche nicht nur in Paris eine Rettung Griechenlands durch den Internationalen Währungsfonds und die europäischen Partner im Notfall wünscht.
Der Staat und damit der Steuerzahler soll im Zweifel die Risiken schultern, die die Banken selbst nicht mehr tragen wollen. Im Falle Griechenlands darf sich nicht wiederholen, was den Banken nach dem Untergang von Lehman Brothers geglückt ist: den Steuerzahler in Geiselhaft zu nehmen, indem man die Politik unter Druck setzt. Es ist schlichtweg unvorstellbar, durch eine große Finanzkrise zu kommen, ohne dass Gläubiger zumindest einen Teil der Kosten übernehmen.
Immer wieder die bösen Banken....
Michael Bohnert (Bohnert)
- 11.04.2010, 19:43 Uhr
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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