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Griechenland Ökonomen: Umschuldung für Athen reicht nicht aus

 ·  Griechenland bekommt einen beträchtlichen Teil seiner Schulden erlassen und bald Milliarden aus dem zweiten Rettungspaket ausbezahlt. Nach Ansicht zahlreicher Wirtschaftswissenschaftler wird das aber nicht reichen - aus vielerlei Gründen.

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Karl Schade
Karl Schade (J.K.S) - 12.03.2012 12:17 Uhr

Nach dem Schuldenschnitt ist vor dem Währungsschnitt

Die südeuropäischen Pleitestaaten können nur durch die Rückkehr zu ihren alten weniger harten Währungen wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen. Nur dann können sie für Touristen wieder attraktiv werden und ihren Export durch Abwertung ankurbeln. Wenn Griechenland und Portugal den Euro behalten sollten, müssten sie entweder mit einer Rosskur wettbewerbsfähig werden - das machen deren Bevölkerungen nicht mit - oder wir müssten sie in einer Höhe und auf eine Dauer subventionieren, die die Transfers in die neuen Bundesländer noch überträfen. Aus dieser Einsicht folgt, dass wir den bankrotten Staaten nur helfen können, indem wir unsere Verluste realisieren (das haben wir bei Griechenland jetzt teilweise getan) und sie aus dem Euro-Korsett entlassen. Weiteres Geld nach Griechenland und Portugal wird entweder uns arm machen oder deren Bevölkerungen durch strenge Auflagen entmündigen müssen. Beides wäre ein Bärendienst an der europäischen Einheit

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vera schmidt
vera schmidt (vera-s) - 10.03.2012 21:57 Uhr

zutiefst irrational...

nennt der ökonom markus c. kerber in einem sehr lesenswerten interview in der der österreichischen zeitung die presse das derzeitige gebaren der eu-verantwortlichen, die euro-rettung um jeden preis. m.e. wissen doch schon alle, dass dieses kartenhaus aus betrug und steuergeldfinanzierter zockerei auf kosten der allgemeinheit irgendwann - hoffentlich früher als später! - den bach runtergehen MUSS. aber derzeit scheint es so, als würde aus purer ideologischer verbohrtheit (die euroländer müssen zusammen bleiben, koste es, was es wolle!) so lange weitergemacht, bis ganz europa am abgrund steht. was für ein scherzartikel ist denn das, eine währung, die jahrelang mit ungeheuren kosten und unabsehbaren folgen GERETTET werden muss? welche signale senden wir denn an diese finanzmärkte? spekuliert nur fröhlich weiter, der steuerzahler ist noch immer nicht so ausgequetscht, dass da nicht noch was zu holen wäre...

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Harald Sulzmann

Der naechste Hammer kommt

Jetzt werden demnaechst die Kreditausfallversicherungen faellig. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Wenn die CDS schoen verteilt sind mag es noch einigermassen glimpflich ausgehen. Hoffen wir, dass nicht irgendeine Bank sich wieder ein "Klumpenrisiko" einspekuliert hat. Wer glaubt, die griechische Tragoedie waere so einfach zu Ende hat sich getaeuscht.

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Alba Maria
Alba Maria (albamar) - 10.03.2012 17:16 Uhr

Ist es nicht toll?

Kaum hat man dem Steuerzahler kräftig in die Tasche gegriffen kommen schon wieder einige angerannt und schreien, dass das noch nicht reicht. Wieso haben diese sogen. Experten ihre Weisheiten nicht schon vor zwei Jahren verkündet? Damals schien es denen wichtiger, den Hintern zusammenzukneifen, um ihre Banken zu retten.

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Edda Kuhlmann

Ein neuer Tag,

eine neue Warnung, die wie alle anderen auch in Bruessel und Berlin ignoriert wird. 70% der Buerger gegen neue Hilfen, 90% der Politiker dafuer. Wer seine Hoffnung auf Wahlen setzt, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Solange die Deutschen nicht auf die Strasse gehen und ein deutliches Zeichen setzen, wird sich nichts aendern.

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Robert Mayer

und dann der super Trick mit der KV für wie Dumm will uns die Regierung noch verkaufen

Und dann noch dieses scheinheilige Angebot von einer Kürzung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,1 Prozent. Diese wären nach einem solchen Überschuss sowieso fällig gewesen. Dies kann nicht im Sinne des Sozialsystems sein, dies ist Betrug am Steuerzahler. Warum machen wir es nicht auch einmal wie die Griechen, alle bleiben der Arbeit fern, dann wird endlich auch ein Finanzminister in die reale deutsche Welt zurückgeholt und sind die deutschen Steuerzahler nicht mehr nur als Volk das er versucht bis auf den letzten Cent auszusagen. Aber bis Deutschland auf die Straße geht ist es noch ein langer Weg, zu viele sitzen lieber zu Hause und schimpfen, statt einmal sich zu erheben. Fangt an Deutschland, es geht auch langsam, am Anfang eine Stunde, beim nächsten mal ein paar Minuten mehr und wenn dies viele Bürger tun, vergeht die Zeit für unsere eigene Sache wie im Fluge. Und, wir können der nächsten Generation gerade in die Augen blicken und müssen uns nicht dafür entschuldigen, wider einma

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Robert Mayer

Halb Europa lacht, weil man in Deutschland für sie schafft

Eigentlich könnte es dem deutschen Steuerzahler richtig gut gehen. Verbucht werden eigentlich Überschüsse an Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Nur bei denen die es erwirtschaften kommt nichts an, im Gegenteil, es wird noch mehr abverlangt. Aber was macht unsere Regierung mit dem Überschuss, es pumpt diese Einnahmen in europäische Länder die mit Naziparolen ihr Denken über die Deutschen äußern. Nur weil wir über diese Milliarden den überblick behalten wollen und sicher gehen möchten, das dieses Geld nicht in dunklen Kanälen, wie es in der Vergangenheit war, der korrupten Politiker und seinen Helfershelfer verschwindet. Belogen wurden wir von Griechenland seit es Europa gibt und auch schon viel früher, nur um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es wird sich an diesem System nur soviel ändern, dass die finanzielle Unterstützung gesichert ist und man hinter verschlossenen Türen sich wieder gegenseitig auf die Schulter klopft und über den Rest von Europa lacht.

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eduard kramer
eduard kramer (illampu) - 10.03.2012 15:09 Uhr

Rückblick auf 1999

"Lafontaine wird Hans Eichel ersetzt, der wegen seiner Erfahrung mit der Zusammenarbeit mit konservativen Bankern" besonders attraktiv ist".
Washington Post
"Lafontaine war, wie die Financial Times beobachtet, ein "veralteter Keynesianer", ein "Versteuerer und Ausgeber des alten Stils" - nicht ein Borger und Ausgeber des "neuen Stils", der bevorzugten Reagan- Art. Seine Prioritäten bei den Steuern und Ausgaben waren vollständig untolerierbar für die "Finanz- und Unternehmenseliten".Sein Verbrechen war,wie die Redakteure erklären, das Ziel "Große Summen vom korporativen Sektor in den persönlichen Sektor umzuverteilen".Seine Steuergesetzgebung "schließt viele bei der Industrie beliebten Steuerschlupflöcher,ohne dies durch Senkungen in den wichtigsten Steuern auszugleichen",was einen Frevel darstellte, gegen den die Unternehmen "aufs äußerste protestierten".
Wallstreet Journal frohlockte: "Endlich werden Banken die Fesseln genommen".
Mit Lafontaine hätte es nie eine Bankenkrise gegeben.

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Rainer Schweitzer
Rainer Schweitzer (RSRS) - 10.03.2012 14:52 Uhr

Hasardeure

Griechenland ist ein Land der Dritten Welt. Das zeigt die Organisationshöhe der staatlichen Verwaltung ebenso wie deren Korruptionsgrad oder die Wirtschaft (eben hauptsächlich Landwirtschaft), wenngleich ohne Bodenschätze.

Bei Aufnahme in die Währungsunion bestand darüber hinaus der erhebliche Verdacht, daß die vorgelegten Bilanzzahlen gefälscht waren. Die Leute in der EU-Bürokratie, die das zugunsten der politischen Vision bewußt nicht überprüft haben und ebenso die Politiker, die das mitgetragen haben, sollten eigentlich dafür belangt werden können. Sie haben sich des Betruges und der schwersten Schädigung der solide wirtschaftenden Völker schuldig gemacht.

Am beklemmendsten ist allerdings die Erkenntnis, daß die EU-Organisation offenbar von fahrlässigen Hasardeuren durchsetzt ist, die eben nicht das Wohl ihres Volkes zu mehren trachten, sondern die Bürger und deren Wohlstand zu Gegenständen ihrer Experimenten gemacht haben. Und Griechenland ist nicht das einzige.

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Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 10.03.2012 14:26 Uhr

Unbelehrbare Rettungspolitiker

“Es bestehe die Gefahr, dass die neue griechische Regierung, die im April gewählt wird, den Reformkurs aufweiche.“
Diese Regierung wird aus radikalen Parteien bestehen und sie wird den Reformkurs nicht nur aufweichen, sondern sie wird die kürzlich beschlossenen Gesetze öffentlich verbrennen und dies als Akt der Befreiung vom ausländischen Joch feiern.
Man kann nur hoffen, dass sie dann konsequenterweise auch die Bedienung aller Staatsanleihen und sonstigen Kredite einstellen werden. Dann müssen unsere Gutmenschen-Betonköpfe endlich anerkennen, dass Griechenland pleite ist, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern total.

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Andreas Gehrmann

Welche Überraschung ...

Nein, ehrlich, wer hätte jemals geahnt, dass die Maßnahmen bei weitem nicht reichen würden?
Es gibt beinahe unzählige Beiträge von Foristen (nicht nur hier) und Zeitungsartikel, die genau das immer schon vorausgesehen haben. G. ist so pleite wie es nur geht. Ohne eine Exportwirtschaft aber mit einen durch Sparpakete abgewürgten Binnenmarkt kann G. niemals gesunden. Im Gegenteil - die Schulden werden weiter steigen. Wir werden schon bald den nächsten - dann kompletten - Schuldenschnitt erleben. Das hätte man schon vor 2 Jahren machen müssen, als die Risiken noch nicht auf die öffentlichen Haushalte übergegangen waren.
Die Banken kommen - wie immer - am besten weg. Da fragt man sich doch: Wie machen die das? Es könnte damit zusammenhängen, dass die herrschende Finanzoligarchie die Politik macht. Die ganze Politik der EZB ist eine Subventionierung des Finanzmarktes - oder: eine gigantische Umverteilung von unten nach oben und sonst gar nichts. Herzlichen Glückwunsch!!

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 10.03.2012 14:14 Uhr

Und Sarkozy jubelt, Gr sei gerettet

Woher er seinen Glauben nimmt, bleibt schleierhaft. Den Bericht der Troika hat anscheinend niemand gelesen oder nur bis zur optimistischsten Prognose. Es war aber auch der worst case beschrieben, dass GR bis 2020 in der Schuldenbilanz nicht einen Schritt weiter kommt, eher alles noch schlimmer wird.

Griechenland ist nicht zu retten, da können auch noch mehr Rettungspakete nichts dran ändern. Aber solange Sarkozy und Obama im Wahlkampf sind, wird das von den Illusionskünstlern in Berlin, Paris und Brüssel niemand offen zugeben. Lieber schiebt man noch mehr Geld in den Orkus und zu den Banken, der Steuerzahler wird’s schon richten.

GR ist ein Entwicklungshilfeland, das Hilfe zur Selbsthilfe benötigt. Sinnvoll wäre es, GR aus dem Euro zu entlassen und dieses sinnlose Konstrukt der EU mit allem Drum und Dran zu kappen und völlig neu mit Hilfe von Volksabstimmungen zu bauen oder auch nicht. Den Euro, so wie er jetzt ist, braucht niemand, die EU in ihrer jetzigen Form auch nicht.

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Holger Baade

Verlieren wir vor lauter Athen doch ja nicht Lissabon, Madrid und selbst Paris aus dem Blick

Auf diese drei Länder trifft - mit unterschiedlicher Ausprägung - ebenfalls die Einschätzung der Ökonomen zu, dass diese über zu wenig wettbewerbsfähige Industrien verfügen. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann Portugal und Spanien (Frankreich wird nach einer weiteren Schamfrist folgen) ihre Ansprüche auf solidarische Hilfe geltend machen.

Denn: Das Urübel des Euro, zu teuer zu produzieren, bleibt. Gleichzeitig würgen die Sparanstrengungen, sofern sie denn überhaupt umgesetzt werden (Griechenland lässt grüßen), die Binnenkonjunktur ab. Sinkendes BIP und steigende HH-Defizite sind die Folge.

Ich weiß nicht, wie viele Deutsche - ob der für sie gravierenden Konsequenzen - aus allen Wolken fallen, wenn es zum unvermeidlichen Showdown kommt.

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Lukas Branach

@ Lutz v. Peter, Sie haben mit Ungarn völlig recht.

Seit Monaten kämpfen die Ungarn darum von der EU einen Kredit (keine Geschenke!) von 20 Mrd. zu bekommen. Statt Geld gibt es seitens der Eurokraten aber nur Vorwürfe wegen angeblicher Demokratiedefizite. Erst vorgestern wurden die Ungarn dringlichst dazu aufgefordert ein Gesetz rückgängig zu machen, was Richtern ermöglicht hätte mit 62 Jahren (statt bisher 70) in Rente zu gehen. Die gleichen Leute haben sich aber jahrzehntelang nicht darum geschert, daß die Griechen mit 53 in Rente gingen (mit 93 % des letzten Gehaltes) oder daß unverheiratete Offizierstöchter die Rente ihres Vaters erben konnten. Jetzt erklären uns die Eurokraten, daß eine Anhebung des griech. Rentenalters auf 62 ein "Riesenschritt nach vorne" wäre, obwohl die Umsetzung noch auf sich warten läßt. Aber bei den Ungarn ist dies plötzlich ein Problem für den Europ. Gerichtshof. Diese Ungleichbehandlung stinkt doch zum Himmel!

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Manfred Buder
Manfred Buder (tesaro) - 10.03.2012 13:22 Uhr

Griechenland

Das griechische Parlament kann man mit einem Zuhälter vergleichen, jahrelang über seine Verhältnisse leben, betrügen, sich von ausländischen Steuerzahler aushalten lassen bis zum St. Nimmerleinstag.
Wir werden noch jahrzehnte, für die Griechen arbeiten müssen und ein Teil unserer Steuern in ein Land überweisen, das es nicht verdient.
Griechenland wird noch 1 Billion Euro brauchen und auch bekommen, aber auch danach ist nichts besser geworden. Bestimmt würde keiner unserer Politiker, den Griechen privat Geld leihen, außer sie hätten die Garantie, das der deutsche Steuerzahler dafür bürgt.
Politik ist nichts für Menschen, die es ehrlich mit den Bürgern meinen. Politik ist für Menschen, die sich schnell die Taschen vollstopfen und Macht ausüben wollen. So war es immer, so wird es immer bleiben. Ich verabscheue die machenschaften der Politiker und der Banken.

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Martin Hofmann-Apitius

Man muss schon ....

... das "normale" Leben eines deutschen Durchschnittsbürger weit hinter sich gelassen haben, um - wie Wolfgang Schäuble - dem angeblich überlebten Nationalstaat (mit seinem Solidarsystem) die Zukunftsfähigkeit abzusprechen, um dann die Menschen in Deutschland auf Jahrzehnte hinweg auszubeuten, um Wohltaten in anderen Ländern zu finanzieren. Man muss wohl so weit weg sein von der Realität der "normalen Menschen" in Deutschland, um - wie Angela Merkel - zu akzeptieren, dass gestern Deutschland 14 Milliarden verloren hat, wir aber die 4,8 Milliarden Euro, die uns freie Kindergartenplätze kosten würden, angeblich nicht finanzieren können. Man muss schon so weit weg aus dem normalen Leben sein, um achselzuckend hinzunehmen, dass bald jede Schule in Deutschland einen Bettel- (Verzeihung: Förder-) verein gründet, um nur das Papier für Kopien bezahlen zu können .... und gleichzeitig Milliarden "irgendwo" versickern zu lassen.

Ich werde krank an diesem Deutschland ...

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Friedrich Tausendwasser

Es ist nicht wahr, dass die Griechen angeblich nichts von den Finanzhilfen haben

Viele sich gebildet dünkende Kritiker meinen derzeit, die Hilfen für Griechenland würden gar nicht das griechische Volk erreichen, sondern gingen ja nur an die Banken. Was vergessen wird: die hunderte Milliarden EU/IWF/EZB-Hilfe sind an die Griechen geflossen. Jedoch quasi in der Vergangenheit. Denn das, was jetzt Schulden sind, waren in den letzten zehn Jahren die Wohltaten, die sich die Griechen gegönnt haben: höhere Löhne, höhere Sozialtransfers, laxe Steuereintreibung und vieles mehr. Jetzt wird die Rechnung präsentiert und die Griechen können die Kredite nicht zurückzahlen. Also müssen andere einspringen, vor allem der deutsche Steuerzahler. Wer jetzt behauptet, das Geld käme ja nicht den Griechen zu Gute, der vergisst einfach die Wohltaten der Vergangenheit.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.03.2012 17:31 Uhr
Gerold Keefer

Es ist nicht wahr, dass die Deutschen angeblich nichts von ihren Staatsschulden hatten

"Die hunderte Milliarden Staatsschulden sind an die Deutschen geflossen. Jedoch quasi in der Vergangenheit."

Wen dereinst Deutschland völlig pleite ist, werden Sie sich vielleicht an diese Sätze erinnern. Natürlich kommt zunächst einmal Geld auch beim "Kleinen Mann" an, sowohl in Athen als auch in Berlin. Allerdings ergeben sich -ganz nebenbei- gewaltige Umverteilungseffekte zu Gunsten von Banken und internationalen Konzernen - und für Deutschland noch die Stifungen für den Club Med.

Wer den Bankstern völlig auf den Leim gehen will, der muss sich nun gegen andere Völker aufhetzen lassen - dann reiben sich die Herren im feinen Zwirn noch mehr die Hände!

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Lukas Branach

Stimmt genau!

Nehmen wir mal den griech. Lokführer: 7000 €/Monat das 14-18 mal im Jahr + Prämien (allein 500 €/Monat fürs Händewaschen). Im Jahr würde das so grob 100.000 € erbringen. Falls jetzt auch seine Frau arbeitet und man nur deren Geld aufbraucht hätte das Ehepaar in nur 10 Jahren nach Euro-Beitritt locker 1 Mio. € (!!!) angespart. Dieser Betrag wurde mit Schulden bezahlt, für das am Ende der europ. Steuerzahler aufkommen muß. Und wenn wir jetzt weitere 10 Jahre warten werden daraus schon 2 Mio. € usw. usf.

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Horst Henn
Horst Henn (glufa) - 10.03.2012 12:18 Uhr

Wer wagt es den Griechen aber auch den Deutschen die Wahrheit zu sagen?

Die Griechen müssen möglichst schnell ihren Konsum auf ein Niveau reduzieren, dass sie mit ihrer Arbeit auch bezahlen können. Die Transfer Gelder von der EU haben die Lage nur verschleiert und zu Illusionen geführt. Das Gerede von Aufbau Griechenlands entbehrt jeglicher Substanz. Wenn die Griechen selbst nicht in ihr Land investieren wollen, wer soll es dann vom Ausland wagen. Auch Deutschland bewegt sich tendenziell bei den Ausgaben in Stadt, Land und Bund ähnlich wie Griechenland. Immer wieder neue Wünsche der Politiker werden erfüllt ohne dass eine Deckung auch nur annähernd in Sicht ist. Anders als in Griechenland sind die Banken bei Deutschland aber der Meinung dass der deutsche Michel noch mehr belastet werden kann. Wahrscheinlich haben sie wie immer recht.

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manfred fleischmann

Ehrlichkeit

Warum haben unsere Politiker nicht die Ehrlichkeit uns zu sagen das es nur wieder darum geht die Banken zu retten. Warum wird die Wirtschaft immer noch nicht so umgestalltet dass man sclecht wirtschaftende Unternehmen auch untergehen lassen kann, so wie es der Kapitalismus vorsieht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.03.2012 13:56 Uhr
Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 10.03.2012 13:56 Uhr

Nicht das Investment-Banking retten wie bisher, nur Anlagen die abzugsgefährdet sind besichern!

In der ftd hat ein Prof. aus den USA vorgeschlagen:

"Europa sollte seinen Banken stattdessen eindeutige und absolut belastbare Bürgschaften gewähren, allerdings nur für solche Anlagen, die stark abzugsgefährdet sind und somit der Gefahr eines "Bank-Run" unterliegen. Dazu gehören Einlagen von Privatpersonen oder Unternehmen, Sichteinlagen von anderen Banken und Finanzinstituten sowie sehr kurzfristige Verbindlichkeiten (etwa mit einer Laufzeit von bis zu 90 Tagen)."

Sehr gut! Damit hätte das generelle "Banken retten" ein Ende. Da das aber nicht ins Konzept der Banker-Lobby passt - die wollen natürlich auch sämtliche Risiken ihres Investment-Banking dem Steuerzahler aufbürden - wird das bei Merkel & Co. leider auf taube Ohren stossen.

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Bernd Esch
Bernd Esch (eschb) - 10.03.2012 11:40 Uhr

Einfach

Es ist doch ganz einfach: Nachdem man Griechenland - das gerade einmal 10,7 Millionen Einwohner zählt - 1 Billiarde Euro gezahlt hat, dem Land alle Schulden erlassen hat und dann jedem EU-Bürger einen Solidaritätszuschlag für Hellas von - sagen wir - 5 Prozent des Einkommens über 30 Jahre hinweg abverlangt hat, wird man im Jahre 2040 zu dem Schluss kommen, dass das Land "auf gutem Wege" hin zu einer "richtigen Richtung" ist - und vielleicht wird man es fertigbringen - aber nur unter äußersten Anstrengungen anderer Euroländer - im Jahr 2100 dann 30 Prozent aller Steuerverpflichtungen griechischer Steuerzahler tatsächlich einzunehmen, woraufhin die Troikaner das als "bahnbrechenden Erfolg" werten werden.
Da kann man nur sagen: weiter so!

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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