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Aktualisiert: 26.04.2015, 22:32 Uhr

Griechenland in Not Tsipras bittet Merkel am Telefon um Geld

Ist Athen das Geld schon ausgegangen? Der griechische Ministerpräsident Tsipras hat offenbar am Telefon Bundeskanzlerin Merkel dringend um Hilfe gebeten. Die EU-Kommission dürfte einem Bericht zufolge die Wachstumsprognose für Griechenland zurückschrauben.

© AFP Alexis Tsipras und Angela Merkel bei ihrem Treffen in Berlin Ende März.

Im Ringen um eine Lösung für das pleitebedrohte Griechenland haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der linke Regierungschef Alexis Tsipras am Sonntag miteinander telefoniert. Wie aus Kreisen von Tsipras’ Büro verlautete, sei das Klima „positiv“ gewesen. Die beiden Politiker vereinbarten demnach, während der Verhandlungen über die Schuldenkrise eine „stabile Kommunikation aufzubauen, um rasch zu einer Vereinbarung zu kommen, die gut für beide Seiten ist“.

Ganz anders klingt das aus dem Mund eines Diplomaten der Europäischen Union (EU). Griechenland könne seine Kreditraten nicht tilgen, deshalb habe Tsipras bei Merkel um neue Hilfen für sein Land gebeten. Das berichtet die Bild-Zeitung. „Es brennt und die haben keinen Tropfen Wasser zum Löschen – es ist mehr als dramatisch“, zitiert das Blatt den Diplomaten.

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Tsipras hat auch mit Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem gesprochen. Die offiziellen Gespräche Athens mit den Geldgebern sollen am Montag fortgesetzt werden. Griechenland kann nur nach einer Einigung auf ein umfangreiches Reformpaket auf bislang blockierte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro hoffen. Die Eurogruppe will bei ihrem nächsten Treffen am 11. Mai darüber beraten.

Zudem muss sich Griechenland auf weitere schlechte Neuigkeiten aus Brüssel gefasst machen. Wie das Handelsblatt berichtet, will die EU-Kommission die Konjunkturprognose für Griechenland nach unten korrigieren. „Im Winter haben wir 2,5 Prozent Wachstum in Griechenland für dieses Jahr erwartet. Unsere Frühjahrsprognose für Griechenland wird pessimistischer ausfallen“, sagte der für die Euro-Zone zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, dem „Handelsblatt“.

Bei ihrer Winter-Prognose sei die Kommission noch davon ausgegangen, dass das laufende Rettungsprogramm für Griechenland erfolgreich abgeschlossen werden könne. Dies sei jetzt unsicher geworden, berichtet die Zeitung am Montag aus dem Umfeld des
Kommissars.

Varoufakis sucht Trost bei Roosevelt

Derweil bekommt der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis nach der harschen Kritik an ihm auf dem jüngsten Treffen der EU-Finanziminister in Riga in seiner Heimat keine gute Presse mehr. Einzelne Medien spekulieren darüber, dass Varoufakis bald ersetzt werden könnte. Varoufakis habe „jede Glaubwürdigkeit verloren“, berichtete am Sonntag die Athener Wochenzeitung „To Vima“.

Yanis Varoufakis speaks at a news conference during an informal meeting of Ministers for Economic and Financial Affairs (ECOFIN) in Riga © Reuters Vergrößern Giannis Varoufakis

Während der Tagung der Eurogruppe am Freitag in Riga sei festgestellt worden, dass Varoufakis einmal mehr „unvorbereitet“ vor seinen Kollegen erschienen und damit völlig isoliert sei. „Wir wissen nicht, ob der Ministerpräsident (Alexis Tsipras) ihn „opfern“ wird“, in der Hoffung das Land zu retten, hieß es in einem Kommentar der „To Vima“. Die Frage laute eigentlich, ob Tsipras selbst begreife, wie ernst die Situation im Land ist, dessen Zahlungsprobleme dramatischer denn je zu sein scheinen. Die griechische Regieurng fürchtet, dass ihr das Geld in aller nächster Zeit ausgehen könnte.

Varoufakis reagierte am Sonntag mit einem Statement im Kurznachrichtendienst Twitter. Darin benutzte er einen Ausdruck des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt vom Jahr 1936, „sie sind alle (seine Gegner) einstimmig in ihrem Haß gegen mich und ich heisse ihren Haß willkommen“, meinte Varoufakis.

Zuvor waren in der Presse Informationen an die Presse durchgesickert, wonach Varoufakis Kollegen in der Eurogruppe ihn als „Amateur“ und „Zocker“ beschimpft hätten.

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