04.03.2010 · Griechenland hat sich Luft verschafft: Nach der Ankündigung eines harten Sanierungsplans hat die Regierung die Gunst der Stunde genutzt und eine zehnjährige Staatsanleihe am Kapitalmarkt plaziert. Ein schöner Erfolg für Athen, aber gleichzeitig auch nur eine Atempause auf einem langen Weg.
Von Gerald BraunbergerAlle Abgesänge auf Griechenland und den Euro sind verfrüht. Der hellenischen Regierung ist es nach der Ankündigung eines harten Sanierungsplans gelungen, die Gunst der Stunde zu nutzen und eine zehnjährige Staatsanleihe für Griechenland zu akzeptablen Konditionen am Kapitalmarkt zu plazieren.
Vielleicht wäre es klug gewesen, das Volumen der Anleihe angesichts der überaus starken Nachfrage von Kapitalanlegern über das geplante Volumen von 5 Milliarden Euro aufzustocken, um den künftigen Kapitalbedarf zu verringern. Die Regierung setzt offensichtlich auf eine weitere Entspannung der Lage, verbunden mit sinkenden Renditen für griechische Staatsanleihen.
Von Selbstbewusstsein und Trotz zeugt auch der Verzicht auf amerikanische und kontinentaleuropäische Banken in der Führung des Anleihekonsortiums, denn diese Banken stehen in dem Ruf, zu jenen Akteuren zu zählen, die seit Wochen gegen Griechenland und den Euro spekulieren.
Die erfolgreiche Plazierung der griechischen Staatsanleihe ist ein schöner Erfolg für Athen, aber gleichzeitig auch nur eine Atempause auf einem langen und steinigen Weg, der dem Land noch einiges abverlangen wird.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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