Google ist keine einfache Suchmaschine mehr. Dank zahlreicher Zusatzdienste kann man mit Goolge sehen, finden, vergleichen und kommunizieren. Die Goolge-Dienste Earth, Base, Froogle und G-Mail.
Google-Earth: Schneller Blick von oben
Jetzt gibt es keine Geheimnisse mehr. Mit Googles Dienst Earth läßt sich problemlos nachschauen, wie es zu Hause beim Bekannten so aussieht. Oder bei George Bush. Schnell die Adresse „white house, washington d.c.“ in die Eingabemaske getippt, erscheint ein detailliertes Satellitenbild des Weißen Hauses von oben.
Sind auch Tennisplatz und Swimmingpool an der Pennsylvania Avenue 1600 vom Boden aus nicht zu sehen, weil von dichten Bäumen umsäumt - Google Earth entgehen sie nicht. Earth könnte sogar bald im Auto Einzug halten. Google und VW wollen gemeinsam ein Navigationssystem entwickeln, das herkömmliche Straßenkarten mit Satellitenbildern vereint. Google Earth ist in seiner Standardversion kostenlos und zählt inzwischen zu den beliebtesten Programmen des Unternehmens.
Google-Base: Mein Auto, mein Haus
Als Google vor rund einem halben Jahr in Amerika seinen Base-Dienst startete, war die Aufregung groß. Das Datenbankprojekt umfaßt die Suche nach Dingen, die man über die konventionelle Google-Websuche nicht so leicht findet: gebrauchte Autos, Immobilien und mehr. Hier könne man alle Inhalte unterbringen, wirbt Google. Nur ärgerlich für Unternehmen wie das erfolgreiche Online-Auktionshaus Ebay, daß sie ein ähnliches Konzept verfolgen.
Jüngst startete der deutsche Ableger, aber vor allem die originale amerikanische Variante zeigt, was Base alles kann. Ein Klick auf „housing“ fördert 759 000 Angebote zutage. Eine Luxussuite in New York oder eine Farm im Mittleren Westen gefällig? Alles reichlich vorhanden. Die deutsche Seite ist mit 168 Offerten noch etwas dürftig, doch wer ein „ansprechendes Zimmer in WG in Speyer“ sucht, wird fündig. Grundsätzlich kann sich Base zu einer erheblichen Konkurrenz für viele Internet-Anbieter auswachsen. Das Angebot ist schließlich nicht nur auf Autos und Häuser beschränkt - es kann Jobbörsen ersetzen oder einen Ticketverkauf. Die Google-Devise auch hier: Alles aus einer Hand.
Froogle: Billigheimer im Vergleich
Wo gibt es den billigsten Sony-Fernseher? Wer hat die preisgünstigste Vier-Wege-Katzentür? Solche Fragen beantworten Online-Preisvergleichsagenturen wie guenstiger.de oder geizkragen.de. Jetzt sitzt auch Google mit im Sparer-Boot. Der Dienst „Froogle“ (englisch bedeutet „frugal“ sparsam) verspricht „intelligentes Einkaufen“. Ähnlich wie die traditionellen Preisportale werden Waren in Kategorien aufgelistet und mit Bild, Anbieter und Preis angezeigt.
Die Informationen erhält der Google-Dienst sowohl von Händlern als auch von der eigenen Website-Suchsoftware. „Wenn das Produkt, das Sie erwerben möchten, online verfügbar ist, werden Sie es bei Froogle mit hoher Wahrscheinlichkeit finden“, wirbt Google für sein Einkaufsprojekt.
Noch bedrohe „Froogle“ niemanden, sagen Experten. Freilich ist nicht ausgeschlossen, daß sich der Suchmaschinenbetreiber selbst in das Online-Geschäft einmischt und zum Beispiel - wie Ebay - den Kunden ein virtuelles Bezahlsystem vom Typ Paypal zur Verfügung stellt. Solche Bequemlichkeiten hätten gewiß ihr zahlendes Publikum. Da kamen die Gerüchte nicht von ungefähr, daß sich Google für Paypal interessiert.
G-Mail: Nie mehr E-Mails löschen
Googles E-Mail-Dienst G-Mail hat seinen ganz eigenen Nimbus. Er ist zwar kostenlos, aber nicht jeder bekommt ihn. Nur auf Empfehlung eines bereits aktiven Kontoinhabers richtet Google neue Accounts ein.
Ob das jetzt eine merkwürdige Marotte oder ein besonders gewieftes Marketing ist: G-Mail stößt auf Nachfrage. Auch deshalb, weil Google mit 2,6 Gigabyte mehr Speicherplatz anbietet als die Konkurrenz: Nie mehr Mails löschen, heißt die Devise.
Warum ein Suchmaschinenbetreiber elektronische Post anbietet? Unter anderem deshalb, weil sie Informationen enthält, an die Google normalerweise nicht kommt. Und Informationen zu sammeln ist nun einmal die Kernkompetenz des amerikanischen Unternehmens.