http://www.faz.net/-gqe-94j7o

Kommentar : Google und Amazon im Kindergarten

Google und Amazon haben sich zu erbitterten Konkurrenten entwickelt. Aber Gleiches mit Gleichem zu vergelten, davon haben auch die beiden herzlich wenig.

          Google und Amazon hatten in ihren Anfangstagen ganz unterschiedliche Schwerpunkte, doch sie haben sich inzwischen auf einigen Feldern zu erbitterten Konkurrenten entwickelt. Sowohl der Internetkonzern aus der Nähe von San Francisco als auch der Online-Händler aus Seattle bieten Sprachassistenten an. Sie beide betreiben Videoplattformen, und vor allem versuchen sie, immer stärker in das tägliche Leben von so vielen Menschen wie möglich vorzudringen.

          Da ist es freilich nur störend, wenn sich die Nutzer (und damit die Kunden) nicht nur mit der eigenen Plattform, sondern auch mit Produkten der Konkurrenz beschäftigen. Youtube, die Videoplattform von Google, hat sich nun mit dem Argument der Chancengleichheit von der Amazon-Plattform verabschiedet, um Druck auf den Online-Händler auszuüben. Der bietet nämlich wiederum einige Produkte von Google nicht auf seiner Plattform an.

          Es mag zunächst logisch klingen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, es ist aber eigentlich nur ein großer Kindergarten. Denn Youtube verdient sein Geld vor allem durch Anzeigen, die Videos vorgeschaltet sind, jeder zusätzliche Klick auf ein Video bringt dem Unternehmen Geld – und das nicht zu knapp. An Reichweite müsste dem Unternehmen also gelegen sein. Das sollte gerade ein Unternehmen wie Google wissen.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach 34 Jahren : ARD-Serie „Lindenstraße“ wird eingestellt

          Die ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“ wird nach 34 Jahren beendet. Die letzte Folge soll im März 2020 laufen. Hans W. Geißendörfer, der Erfinder der Serie, kritisiert die Entscheidung scharf: Hier gehe es um Haltung.

          Zukunftstechnik 5G : So sollen die Deutschen superschnelles Internet erhalten

          Autonom fahrende Autos, das Internet der Dinge, sich selbst steuernde Fabriken – der neue Mobilfunkstandard 5G gilt als Basistechnik für die digitale Welt von morgen. Nun gibt es den „finalen Entwurf“ für die Versteigerung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.