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Kommentar : Google und Amazon im Kindergarten

Google und Amazon haben sich zu erbitterten Konkurrenten entwickelt. Aber Gleiches mit Gleichem zu vergelten, davon haben auch die beiden herzlich wenig.

          Google und Amazon hatten in ihren Anfangstagen ganz unterschiedliche Schwerpunkte, doch sie haben sich inzwischen auf einigen Feldern zu erbitterten Konkurrenten entwickelt. Sowohl der Internetkonzern aus der Nähe von San Francisco als auch der Online-Händler aus Seattle bieten Sprachassistenten an. Sie beide betreiben Videoplattformen, und vor allem versuchen sie, immer stärker in das tägliche Leben von so vielen Menschen wie möglich vorzudringen.

          Da ist es freilich nur störend, wenn sich die Nutzer (und damit die Kunden) nicht nur mit der eigenen Plattform, sondern auch mit Produkten der Konkurrenz beschäftigen. Youtube, die Videoplattform von Google, hat sich nun mit dem Argument der Chancengleichheit von der Amazon-Plattform verabschiedet, um Druck auf den Online-Händler auszuüben. Der bietet nämlich wiederum einige Produkte von Google nicht auf seiner Plattform an.

          Es mag zunächst logisch klingen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, es ist aber eigentlich nur ein großer Kindergarten. Denn Youtube verdient sein Geld vor allem durch Anzeigen, die Videos vorgeschaltet sind, jeder zusätzliche Klick auf ein Video bringt dem Unternehmen Geld – und das nicht zu knapp. An Reichweite müsste dem Unternehmen also gelegen sein. Das sollte gerade ein Unternehmen wie Google wissen.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

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