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GM-Pläne „Göttin“ aus Rüsselsheim

 ·  Es ist der richtige Vorstoß, wenn General Motors seine Tochtergesellschaft Opel und den französischen Peugeot-Konzern enger zusammenführt. Dass der Opel-Stammsitz in Rüsselsheim dabei die Rolle als Produktionsstandort für alle Mittelklasselimousinen bekommen könnte, klingt auch clever.

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Dass Opel und Peugeot schlecht dastehen, ist mehr als ein Einzelfall unternehmerischen Misserfolgs. Es ist Folge einer Branchenkrise, die fast alle Massenhersteller in Europa erfasst hat. Ob Fiat, Renault oder Seat - alle Automarken, die ihr Geschäft zu zögerlich internationalisiert haben, geraten jetzt wegen der Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa und dem daraus resultierenden Nachfrageschwund in Schwierigkeiten. Dagegen florieren die global aufgestellten deutschen Oberklassehersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche weiter dank der Exporte nach Amerika und China.

Der richtige Vorstoß

Die Nachfrageschwäche in Europa wird aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren fortdauern. Inzwischen werden so wenige Autos verkauft wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Entsprechend hoch sind die Überkapazitäten. Deshalb ist es der richtige Vorstoß, wenn General Motors jetzt seine Tochtergesellschaft Opel und den französischen Peugeot-Konzern, an dem die Amerikaner beteiligt sind, enger zusammenführt. Geplant ist offenbar ein regelrechter Produktionsverbund, der vielleicht eines ferneren Tages sogar in eine Fusion münden könnte. Dass der Opel-Stammsitz in Rüsselsheim dabei die Rolle als Produktionsstandort für alle Mittelklasselimousinen bekommen könnte, klingt clever. Die beiden Unternehmen können so die Entwicklungskosten für neue Modelle auf eine größere Zahl verkaufter Autos verteilen und dadurch künftig ihre Milliardenverluste reduzieren.

Doch die Verlagerung der Produktion des Citroën-Modells DS5 - einst die „Göttin“ (déesse) genannt - nach Deutschland dürfte in Frankreich einen Aufschrei der Empörung auslösen. Weil die calvinistisch-sparsame Peugeot-Familie rechnen kann, wird sie darauf dringen, dass umgekehrt die Franzosen Opel-Modelle zur Produktion erhalten. Das bedeutete die Schließung des Opel-Werks Bochum.

Darüber hinaus dürfte auch die in Frankreich ohnehin traditionell interventionistisch agierende Regierung versuchen, Einfluss zu nehmen. Staatspräsident François Hollande hat schon mit seinem kleinen Rettungsprogramm für die heimische Autoindustrie bewiesen, dass er sogar vor protektionistischen Maßnahmen nicht zurückschreckt. Kaufprämien und Steueranreize für Kleinwagen waren das Mittel zum Zweck. Wiederholen kann Paris das kaum. Denn antiwettbewerbliche Eingriffe kosten viel Geld und schaden auf Dauer allen.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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