http://www.faz.net/-gqe-93lmx

Unkrautvernichter : EU-Staaten einigen sich schon wieder nicht

  • Aktualisiert am

Viele Landwirte verwenden Herbizide - Glyphosat ist mittlerweile das bekannteste. Bild: AFP

Die Mitgliedstaaten der EU haben sich wieder nicht auf eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat verständigt. Im zuständigen Fachausschuss gab es keine Mehrheit für eine fünfjährige Verlängerung.

          Die Entscheidung über eine Neuzulassung von Glyphosat ist von der EU abermals vertagt worden. Die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten wollten den Vorschlag der EU-Kommission an diesem Donnerstag in Brüssel weder mit qualifizierter Mehrheit annehmen noch ablehnen. Die Kommission hatte eine Neuzulassung von fünf Jahren vorgeschlagen.

          Die Kommission kann jetzt entweder einen neuen Vorschlag erarbeiten oder einen Berufungsausschuss mit ranghöheren Vertretern der Mitgliedstaaten einberufen, der über den aktuellen Vorschlag abstimmt. Wenn auch dieser kein Ergebnis erreichen würde, müsste die Kommission die Entscheidung über die Neuzulassung von Glyphosat allein treffen. Die aktuelle Zulassung läuft Mitte Dezember aus.

          Für eine Annahme wie für eine Ablehnung des Vorschlages war im EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel eine qualifizierte Mehrheit nötig gewesen. Diese ist erreicht, wenn 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, dafür oder dagegen sind.

          Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Untersuchungen von europäischen Lebensmittelsicherheits- und Chemiebehörden sowie aus Kanada und Japan bestätigen diesen Verdacht allerdings nicht. Der Wirkstoff wird seit 40 Jahren auf Feldern eingesetzt. Er ist Kernbestandteil in dem umsatzstarken Mittel Roundup des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto, den der deutschen Konzern Bayer für mehr als 60 Milliarden Dollar kaufen will.

          Weitere Themen

          Die gefallene Computermacht Deutschland

          Nixdorf Computer : Die gefallene Computermacht Deutschland

          Die Nixdorf Computer AG war das Vorzeigekind der deutschen Informatikbranche – bis ihr Gründer unerwartet starb und sich das Unternehmen wenige Jahre später in einer Fusion auflöste. Chronik eines Untergangs.

          Auch Knöpfe können vegan sein

          Tierfreie Produktion : Auch Knöpfe können vegan sein

          Manche Verbraucher legen Wert darauf, dass selbst die Köpfe an ihren Kleidungsstücken vegan sind. Davon profitiert ein Mittelständler aus Baden-Württemberg.

          Topmeldungen

          Jens Spahn will CDU-Chef werden.

          Union : CDU-Politiker warnen vor Spahns Migrationspakt-Vorstoß

          Abstimmung auf dem Parteitag und möglicherweise eine spätere Unterzeichnung – CDU-Vorsitz-Kandidat Jens Spahn sieht den Migrationspakt skeptisch. Führende Parteifreunde haben eine andere Meinung.
          Lächelnd im Konfettiregen: Alexander Zverev wandelt endgültig auf den Spuren von Boris Becker und Michael Stich.

          ATP-WM in London : Alexander Zverev überrollt Djokovic

          Das hätte ihm kaum jemand zugetraut: Der Hamburger besiegt den Weltranglistenersten in zwei glatten Sätzen und gewinnt beim ATP-Finale in London den bislang größten Titel seiner Karriere.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.